Sterne

Habt Ihr im August die wunderbaren Sternschnuppen gesehen? Ganz bestimmt! Sekundenschnell blitzten sie auf. Mystisch wie himmlische Wesen, leichter und schneller als der Wind, schossen sie pfeilgleich durch die samtschwarze Nacht – ein Hauch Unendlichkeit aus dem All! Der extrem kurze, atemberaubende Moment liess mich vor Ehrfurcht erschauern. Muss bei solchem Anblick nicht jede Selbstüberschätzung, Grossspurigkeit, Machtusurpation, ja, jede menschliche Grausamkeit zusammenfallen wie verbrannte Asche?

Foto Elisa: Vollmond 12.8.2022

Auch ohne Sternschnuppen ist es ein Erlebnis, in den Himmel zu schauen, wenn die Nächte klar sind. Merkwürdig, dass wir das Licht von Sternen sehen, die längst schon erloschen sind. In der Tat erscheint uns beim Betrachten von Sternen immer nur ein Abbild der Vergangenheit. Ja, merkwürdig ist das, aber irgendwie auch berührend – denn sind sie nicht ein Symbol dafür, dass etwas Schönes nie verloren ist?

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Ähnliches geschieht auf unserem Planeten in Bezug auf Menschen und ihre Vergänglichkeit. Die bestürzende Erfahrung, dass sich die geliebte Gestalt eines Verstorbenen im Feuer auflöste und seither in unserer irdischen Wirklichkeit nicht mehr existiert – diese Erfahrung wird erträglicher, wenn man sich vergegenwärtigt, dass sein Abbild nicht völlig verschwunden ist, sondern wie ein erloschener Stern im Herzen und in der Erinnerung stets aufs Neue aufleben darf. Dieser Gedanke besänftigt und tröstet mit Sicherheit nicht nur mich.

Foto Elisa: Sterben in der Natur

Ich schicke Euch mit diesem Blog tausend liebe Gedanken, so hell und freundlich wie die Sterne, die am Himmelszelt blinken.
Elisa
5.10.2022

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