Sex and more

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Hallo, Ihr Lieben,

Stellt Euch vor, DER MANN durfte mich nach meinem Spitalaufenthalt für zwei Wochen als „Kurschatten“, pardon als Erholungsgast, in die Rehabilitations-Klinik (REHA) begleiten. Praktisch, nicht?

Da kommt mir in den Sinn: Einmal, vor etwa dreissig Jahren, hatte ich einen echten Kurschatten. Dieser überredete mich charmant dazu, an meinem Austrittstag noch rasch mit ihm per Sessellift einen Berg hinauf zu schaukeln. Man glaubt es kaum und doch ist’s wahr: Auf der Rückfahrt blieb unser Sessel einfach in der Luft stehen, hoch über der sommerlichen Bergwiese, und zwar eine geschlagene Stunde lang – um dann nach dieser Zeit wieder anzuzuckeln, als wäre nichts geschehen. Zuerst witzelten wir: War vielleicht Mittagspause? Denn alle anderen Sessel rund um uns waren leer. Doch dann wurde die Situation leicht ungemütlich. Da war die Ungewissheit, was los war, und ausserdem wusste ich, dass mein damaliger Freund im Auto vor der Klinik vergebens auf mich warten und bestimmt nicht gerade erbaut sein würde.

Bild R. Wallis

Bereits mit dem „Kurschatten“ anzureisen, ist natürlich um einiges netter und erst noch komplikationslos. Aber so weit war es noch nicht. Zwei Tage vor der Hinreise bekam DER MANN einen Anruf der REHA-Klinik in Oberried: Bei ihnen sei der Covid-Virus ausgebrochen. Selbstverständlich könnten wir trotzdem kommen, aber nur für die REHA.

Foto Elisa: Blick auf den Brienzersee oberhalb Oberried

Was genau hiess denn das? Wir rätselten. Wofür sonst sollten wir uns dort aufhalten, wenn nicht für Rehabilitation? Dann, auf einmal, erinnerte ich mich an den Hochglanzprospekt für richtiges Verhalten nach der Operation, den ich vor dem Spitalaufenthalt vom Arzt erhalten hatte. Dort war u.a. auf geradezu rührende Art beschrieben (siehe Illustration weiter unten), wie man selbst nach einer Hüftoperation nicht auf sinnliches Vergnügen verzichten müsse.

Foto von Freundin Heidi Wildi: Im Rausch der Blüten

War Sex pandemiebedingt inzwischen vielleicht verboten? Oh weh! Doch dann dämmerte mir, dass „nur für die REHA“ wohl eher hiesse: ohne auswärtige Besucher zum Essen oder zum Kaffee einzuladen. 

Gut so! Jeder Mensch braucht zärtlichen Trost, besonders nach einer Operation, besonders in reiferen Jahren. Alt genug sind wir ja – wenn nicht jetzt, wann dann?

Früher ging das geflügelte Wort: „Hoch das Bein, die Liebe winkt“. Doch das geht nun leider doch nicht. Aus der Broschüre erfahren wir es nämlich Schwarz auf Weiss: Das operierte Bein muss unten bleiben!

Tant pis pour l’amour!!

Illustration Spitalbroschüre. (Das „Rundumeli“ illustriert das Hüftimplantat)
Foto Elisa: Goldene Polsterblümlein

Mit einem Augenzwinkern, Eure Elisa
27.04.2022

Augenzwinkernd wider den tierischen Ernst

brown barn spider in closeup photography
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Sex ist gefährlich, zumindest im Tierreich. Dort gibt’s ein paar bizarre bis schreckliche Dinge: Da frisst die australische Spinne «die schwarze Witwe» ihr Männchen nach der Paarung auf, damit sie sich noch mit anderen paaren kann (Undank ist der Welten Lohn) Der in der Wildnis lebende Tiger muss nach dem rabiaten Liebesakt vor der aggressiv gewordenen Tigerdame das Weite suchen (Strafe muss sein) Er rennt dann buchstäblich um sein Leben. Männliche australische Beuteltiere wiederum zeigen ausserordentliches Durchhaltevermögen: 14 Stunden lang, mit einer möglichst grossen Anzahl verschiedener weiblicher Tiere (Pfui aber auch) Das laugt aus, und manch einer fällt danach vor lauter Erschöpfung tot um. (Wenn das keine Warnung ist)

Berühmt ist ein zauberhaftes Naturschauspiel im Sommer, etwa auf dem Waldfriedhof Schaffhausen, wenn in lauen Nächten Tausende von Glühwürmchen auf Brautschau sanft schimmernd durch die Nacht schweben. In Tat und Wahrheit hat es jedoch nicht im geringsten mit Romantik zu tun. Zwar locken die Weibchen die Männchen an durch das Leuchten ihres Hinterteils. Doch wehe! Wenn der arme Kerl auf eines hereinfällt, indem er sich zur Paarung buchstäblich aus der Höhe auf die Auserwählte fallen lässt, stirbt er kurz nach erfolgreicher Tat. Sie hat wenigstens das Feingefühl, daraufhin ihr Licht zu löschen… Liebe Männer, da habt Ihr’s leichter mit uns Frauen, oder nicht? Natürlich umgarnen auch wir euch. Doch ob vorher oder nachher, wir sind süss wie die Turteltauben und zahm wie die Lämmlein. Ich hoffe, Ihr wisst das zu schätzen. Sonst…