Ein wenig Nonsense

Auch Nonsense macht hin und wieder Sinn, und sei es nur, dass er ein Schmunzeln hervorruft. Das neue Jahr ist noch jung, und an seinem Beginn liegen Sinn und Unsinn ohnehin ganz nah beieinander.

Als Schreibübung habe ich einmal ein kleines Nonsense-Gedicht verfasst, in dem ich nur einsilbige Wörter verwendet habe. Vielleicht habt Ihr Freude daran?

Der Wurm sitzt auf der Bank am See
Der Mond scheint hell
Dem Wurm ist „sturm“*
Drum fragt er schnell:
Was seh ich da bei Tag, bei Nacht?

Der Fisch, der alte Dieb, ruft laut: Es ist ein Schiff, gib acht!
Komm mit, komm mit, es ist der Hit!
Zu dumm: Der Wurm hüpft flott ins Gras – und in den See.
Der Fisch, der Wicht, schreit froh: Jetzt hab‘ ich dich!
Was für ein Glück! Nun sind wir quitt!

Seht nur, s’ist wahr und doch so fies: Er frisst den Wurm mit Haut und Haar.
Dann schwimmt er weg, mit Saft und Kraft, durch Tang und See,
singt laut und lacht: He he, he he, he he.

Den Kahn mit Rad sieht er zu spät –
und jetzt sind Wurm und Fisch
zu zweit im Grab
im Schlamm im See – he, heh!

*schweizerdeutsch für schwindlig

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Hoffen wir auf ein gelingendes 2023, ganz ohne Regenwurmpolitik! Und das Wichtigste: Lassen wir uns nicht einlullen von falschen Versprechungen, seien wir auf der Hut vor jeglicher Art von Einflüsterungen, die nur das Ihrige im Sinn haben. Für unsereins kommen sie ganz selten von Fischen…

Mit einem fröhlichen Augenzwinkern, Eure Elisa
12.01.2023

Von Schlangen und Schildkröten – und von Tourist Helpers

Foto: http://www.fotografierenundmehr.de: Unwiderstehliche, rätselhafte Stimmung

Habt Ihr wieder Lust auf Sri Lanka und seine Besonderheiten? Hier die Forsetzung:

Forts.: Der folgende Tag sieht uns an einem schattigeren Ort. Dennoch ist unsere Wanderung bei dieser Luftfeuchtigkeit ebenfalls kräftezehrend. Wir keuchen durch ein trockenes Bachbett eine bewaldete Schlucht hinauf, um Mönchshöhlen und einen alten, einsamen Tempel zu besuchen. Der Schweiss fliesst in Strömen.

Beim Abstieg taucht wie bestellt ein Einheimischer an meiner Seite auf und führt mich schweigend, aber sicher zurück über das vertrackte, mit klobigen Steinen und Felsbrocken übersäte Bachbett hinab – er, der kein T-Shirt, nur ein Lendentuch und ganz leichte Sandälchen trägt. DER MANN sieht das nicht gerne. «Ich bin auch noch da,» schmollt er. «Der will sowieso nur Geld.» «Das gebe ich ihm gerne», lache ich, «er hat es verdient!»

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«Hast du vergessen, wie dich erst kürzlich ein selbsternannter Führer vom Löwenfelsen hinunterbegleitet, äusserst geschickt von der Gruppe weggelotst und dich schlitzohrigen Händlern ausgeliefert hat? Die angeblich echte Korallenkette, ein «Schnäppchen» für 80 (!) Franken, sei aus billigstem Plastik, hat Asanga gesagt.» DER MANN ist mit Recht sauer: ich bin viel zu leichtgläubig.

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Auf einmal drängt uns Asanga, dem es sonst nie eilt. «Es wird Abend», mahnt er. «In diesem Wald hat es unzählige Giftschlangen, und um diese Zeit kriechen sie plötzlich überall hervor.» Hui, jetzt geben wir fünf Touristen aber Fersengeld! Völlig verschwitzt kommen wir im Hotel an.

Foto DER MANN: einheimisches Mädchen

Für unseren Aufenthalt haben wir ein naturnahes Hotel gewählt, das sich nachhaltigen Tourismus auf die Fahne geschrieben hat, der bei näherem Hinsehen allerdings etwas, sagen wir, ungewohnt ist. Dafür sind wir hier in einer echten Idylle.

Die Anlage liegt in einer sanften Talsenke und grenzt an einen stillen kleinen See. Wenn das Abendlicht über das Wasser streicht, schimmert das umliegende Grün samten im letzten warmen Sonnenglanz. Grosse Vögel schwingen sich lautlos in die Höhe. Um diese Tageszeit überstrahlt den Ort viel Frieden und Ruhe.

Foto DER MANN: Damm in der Nähe unseres Hotels

Auch in der Natur kommt der Tod unerwartet. Beim Abendspaziergang entdecken wir eine tote Riesenschildkröte. Was ist ihr zugestossen? Schildkröten, Symbol für langes Leben und Weisheit, werden doch uralt! Als wir am folgenden Abend nochmals hingehen, sehen wir nur noch eine Unzahl durchsichtiger Plättchen vom Panzer und ein kleines Halsrückgrat im Gras liegen. Sonst ist rein gar nichts mehr übrig. Waren das streunende Hunde, Vögel oder…??

Foto DER MANN: Was von der Schildkröte übrig bleibt

Wie auch immer: Die Natur ist nachhaltig. Sie verschwendet nichts.

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Bleibt gesund und träumt Euch an einen schönen Ort. Die Forsetzung folgt in einer Woche.

Liebe Grüsse, Elisa
28.04.2021