Von Schlangen und Schildkröten – und von Tourist Helpers

Foto: http://www.fotografierenundmehr.de: Unwiderstehliche, rätselhafte Stimmung

Habt Ihr wieder Lust auf Sri Lanka und seine Besonderheiten? Hier die Forsetzung:

Forts.: Der folgende Tag sieht uns an einem schattigeren Ort. Dennoch ist unsere Wanderung bei dieser Luftfeuchtigkeit ebenfalls kräftezehrend. Wir keuchen durch ein trockenes Bachbett eine bewaldete Schlucht hinauf, um Mönchshöhlen und einen alten, einsamen Tempel zu besuchen. Der Schweiss fliesst in Strömen.

Beim Abstieg taucht wie bestellt ein Einheimischer an meiner Seite auf und führt mich schweigend, aber sicher zurück über das vertrackte, mit klobigen Steinen und Felsbrocken übersäte Bachbett hinab – er, der kein T-Shirt, nur ein Lendentuch und ganz leichte Sandälchen trägt. DER MANN sieht das nicht gerne. «Ich bin auch noch da,» schmollt er. «Der will sowieso nur Geld.» «Das gebe ich ihm gerne», lache ich, «er hat es verdient!»

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«Hast du vergessen, wie dich erst kürzlich ein selbsternannter Führer vom Löwenfelsen hinunterbegleitet, äusserst geschickt von der Gruppe weggelotst und dich schlitzohrigen Händlern ausgeliefert hat? Die angeblich echte Korallenkette, ein «Schnäppchen» für 80 (!) Franken, sei aus billigstem Plastik, hat Asanga gesagt.» DER MANN ist mit Recht sauer: ich bin viel zu leichtgläubig.

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Auf einmal drängt uns Asanga, dem es sonst nie eilt. «Es wird Abend», mahnt er. «In diesem Wald hat es unzählige Giftschlangen, und um diese Zeit kriechen sie plötzlich überall hervor.» Hui, jetzt geben wir fünf Touristen aber Fersengeld! Völlig verschwitzt kommen wir im Hotel an.

Foto DER MANN: einheimisches Mädchen

Für unseren Aufenthalt haben wir ein naturnahes Hotel gewählt, das sich nachhaltigen Tourismus auf die Fahne geschrieben hat, der bei näherem Hinsehen allerdings etwas, sagen wir, ungewohnt ist. Dafür sind wir hier in einer echten Idylle.

Die Anlage liegt in einer sanften Talsenke und grenzt an einen stillen kleinen See. Wenn das Abendlicht über das Wasser streicht, schimmert das umliegende Grün samten im letzten warmen Sonnenglanz. Grosse Vögel schwingen sich lautlos in die Höhe. Um diese Tageszeit überstrahlt den Ort viel Frieden und Ruhe.

Foto DER MANN: Damm in der Nähe unseres Hotels

Auch in der Natur kommt der Tod unerwartet. Beim Abendspaziergang entdecken wir eine tote Riesenschildkröte. Was ist ihr zugestossen? Schildkröten, Symbol für langes Leben und Weisheit, werden doch uralt! Als wir am folgenden Abend nochmals hingehen, sehen wir nur noch eine Unzahl durchsichtiger Plättchen vom Panzer und ein kleines Halsrückgrat im Gras liegen. Sonst ist rein gar nichts mehr übrig. Waren das streunende Hunde, Vögel oder…??

Foto DER MANN: Was von der Schildkröte übrig bleibt

Wie auch immer: Die Natur ist nachhaltig. Sie verschwendet nichts.

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Bleibt gesund und träumt Euch an einen schönen Ort. Die Forsetzung folgt in einer Woche.

Liebe Grüsse, Elisa
28.04.2021