Hochzeit (ქორწილი) in Tbilissi (თბილისი)

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Wenn ich im Ausland bin, kaufe ich fürs Leben gerne ein. Geht es Euch auch so? Den internationalen Läden zum Trotz gibt es noch überall viel Unbekanntes zu bestaunen oder zu erwerben. Gerade in Geogien sind Geschäfte und Auslagen derart farbenfroh und ungewohnt, dass «Lädelen» eine helle Freude ist.

Doch auch Hochzeiten sind etwas fürs Auge – d.h. eher fürs weibliche denn fürs männliche… Kirchliche Vermählungen finden in Georgien an Samstagen oder Sonntagen statt (hier wohnende Armenier bevorzugen den Freitag). Die orthodoxe Kirche und der Glaube liegen den Menschen in diesem Land am Herzen.

Wie bei uns, gibt es entweder bescheidene oder luxuriöse Hochzeiten. Es ist möglich, samt Familie und Freunden für weniger als umgerechnet 300 Schweizer Franken zu feiern. Paare, die sich traditionstreu (oder vielleicht im Liebesrausch?) für eine luxuriöse Hochzeit entscheiden, zahlen die daraus entstandenen Schulden oft ein ganzes Leben lang ab, denn dazu sind nach georgischer Tradition ein paar hundert Gäste eingeladen, manchmal sogar mehr als 500 Personen. Was soll’s? Wenn ich als Frau einer der glamourösen Hochzeitsgesellschaften begegne, dann verstehe ich es! Das ergibt doch ein prächtiges Fest, und die Georgier feiern fürs Leben gern. Nicht nur die Braut (aber diese natürlich besonders), auch die übrigen Damen sind wunderschön geschminkt und frisiert, ausserdem tragen sie lange, märchenhafte Roben, während die Männer entweder in Trachten oder sonstigen eleganten Anzügen ihre Würde zur Schau stellen. Denkt Euch: Bei einer traditionellen Hochzeit muss der Brautvater fünfhundert bis tausend Liter Wein für die Gäste bereithalten!! Der Weinbau in Georgien rühmt sich einer etwa 8000jährigen Tradition. „Die ältesten Samen kultivierter Weinreben wurden in Georgien gefunden und auf 6.000 vor Chr. datiert,“ schreibt Rod Phillips in ‘A Short History of Wine’. Es ist also nicht erstaunlich, dass Georgien die ‘Wiege des Weins’ genannt wird.

Unsere tolle Reiseleiterin Kati empfahl uns einen Samstagsbesuch in der Sameba Holy Trinity Church. Diese ist eine der Hauptkirchen der Georgischen Orthodoxen Apostelkirche und Sitz ihres Patriarchen. Als grösstes Kirchengebäude in Transkaukasien dauerte ihre Erbauung 7 Jahre, also von 1996 bis 2003. Am Wochenende geht es in der majestätischen Kirche auf dem Hügel hoch zu und her. Ein Paar ums andere wird vom verehrten Patriarchen getraut, während die Gäste sie umringen, gespannt zusehen, Kinder fröhlich herumspringen. Wenn der Patriarch sie schliesslich zu Mann und Frau erklärt hat, dürfen sich die Gäste nähern und dem frisch getrauten Ehepaar gratulieren. Schön! Katis Rat haben wir nicht bereut.

Wir beobachteten das Ganze aus dem Hintergrund. Dennoch sahen wir, weshalb bei einer der Trauungen plötzlich eine Unruhe entstand und alle die Hälse reckten: Die schöne Brautführerin, die mit drei anderen jungen Leuten neben dem Paar stand, sank lautlos in sich zusammen. Die Braut fing sie auf, aber mehr konnte sie nicht tun. Während die Trauungszeremonie ihren Fortgang nahm, trugen ein paar Freundinnen die Ohnmächtige zum Altar und legten sie auf eine der Steinstufen. Jetzt gesellte sich ein Priester zur kleinen Gruppe. Schwungvoll, mit grosszügigen Spritzern aus dem Weihrauchgefäss, benetzte er die Liegende, bis sie sich ein wenig aufrichtete. Doch Wunder konnte das heilige Wasser nicht bewirken. Die Frauen mussten ihr weiterhin beistehen. DER MANN und ich gingen aus der Kirche und setzten uns draussen hin, um das herrliche Wetter zu geniessen. Kurz darauf führten die Frauen die Ärmste ebenfalls an die frische Luft und halfen ihr auf eine Bank in unserer Nähe. Trotz des frischen Windes, trotz der Fürsorge der Freundinnen, die ihr Gesicht und Dekolleté mit Kölnisch Wasser betupften, schien sie sich nicht zu erholen. Mit bleichem Gesicht schnappte sie immer wieder nach Luft. Nach einer Weile kam eine Gruppe junger Männer aus der Kirche. Sie lachten, scherzten und brachten der jungen Frau Süssigkeiten. Waren es die Süssigkeiten oder die Anwesenheit der hübschen jungen Männer? Jedenfalls war die Ohnmacht im Nu verflogen. Stattdessen zeigte sie sich lächelnd,  ja sogar ausgelassen. Als das Brautpaar und die übrige Gesellschaft die Kirche verliessen, lief sie flink wie ein Wiesel hinter ihnen her, die Stufen hinunter, im langen türkisblauen Kleid – und barfuss. Wo waren ihre Schuhe geblieben? Auf der Altarstufe?      

A propos Schuhe: Bei zwei Bräuten habe ich per Zufall entdeckt, dass sie unter dem schicken Kleid klobige weisse Turnschuhe trugen. Man sah die bequemen Treter allerdings nur dann, wenn ein starker Wind das festliche Kleid bauschte. Witzig – oder eher klug? Beim Tanzen ist’s auf jeden Fall bequemer.

Was sagt Ihr zu diesem Hochzeitspaar? Nicht gerade glanzvoll und erst noch ohne Gäste. Dafür gibt’s garantiert keine lebenslangen Schulden.

Elisabeth, 9.10.2019

Baden in Tbilissi

Einziges oberirdisches Bad, „Orbeliani“

Neugierig wie ich bin, übt Aussergewöhnliches eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf mich aus. So auch das Bäderviertel Abanotubani in der Altstadt von Tiflis – diese Ansammlung von halbkugeligen Kuppeln aus Backstein im persischen Stil! Der georgische Name Tbilissi bedeutet ‚warme Quelle‘. Tatsächlich sprudelt am Berg Mtabori an den Hängen der Stadt kohlensäurehaltiges schwefliges Quellwasser aus der Erde, das bis zu 46,5 °C heiss ist. Dieses Heilwasser wird seit über 700 Jahren in den Badehäusern von Tbilissi verwendet.  

Im 13. Jahrhundert wurden in Tbilissi rund 65 Schwefelbäder genutzt. Heute sind es nur noch etwa acht. Die Baderäume liegen unterhalb des Erdbodens, weil dort der Wasserdruck höher ist. Sie erhalten Licht und Luft aus den Öffnungen am Scheitelpunkt der Kuppeln. Das Viertel ist eine Besonderheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Es ist bei Einheimischen und Touristen beliebt und sowohl am Tag als auch nachts sehr belebt. Natürlich riecht es im ganzen Quartier nach «faulen Eiern», sprich Schwefel, was weder DEN MANN noch mich störte (und offensichtlich auch sonst niemanden).

Bäder haben selbst in Europa eine lange Tradition, auch wenn jene in Tbilissi durch ihren besonderen Baustil Bewunderung erregen. Hat man nicht privat (zum Beispiel als Paar) ein Becken gemietet, besucht man den öffentlichen Bereich und sieht eine Menge nackter Georgier, selbstverständlich streng nach Geschlecht getrennt. Ich erinnere daran, dass es in Bern noch im 18. und 19. Jahrhundert öffentliche Badhäuser gab, deren Ruf jedoch nicht immer über alle Zweifel erhaben war. Selbst Giacomo Casanova liess sich 1760 dort verwöhnen (wohl nicht im Männersektor).

Es heisst, zu einem Bad nach georgischer Art gehöre eine ausgedehnte Massage auf einer Steinplatte. Der Masseur bearbeite Rücken, Arme und Beine, stehe einem auf dem Rücken, laufe das Rückgrat hinauf und hinunter. (Beim blossen Gedanken läuft es mir kalt über den Rücken!) Alte Haut entferne er mit einem Handschuh aus Pferdehaar. Zwischen den Massagegängen werde geduscht und zum Schluss gebe es kräftige Heisswassergüsse aus Eimern. Du liebe Güte, das ist nichts für zarte Seelen!

Sieht ganz und gar nicht sanft aus!

Eine georgische Massage ist beileibe nicht jedermanns Sache. Oli vom Weltreiseforum berichtet: «Ein dickbäuchiger Mann kam ungefragt in unseren Privatraum (Ob da vielleicht ein sprachliches Missverständnis vorlag? Anm. Elisa) und zog sich zuerst einmal die Badehose aus. Erst dann stellte er sich nackt als Masseur vor und band sich ein Tuch um seine Lenden. Kurz darauf mussten wir uns auf eine harte Steinbank legen, auf der er uns mit einem Kratzhandschuh zu malträtieren begann. Immer wieder schüttete er heisses Wasser über uns oder zog uns unsanft auf der Bank in die richtige Position. Die Kratzmassage war ganz und gar nicht angenehm. Ich kann eine Massage in Abanotubani nicht unbedingt empfehlen.»

Dieser und weitere Berichte hielten uns davon ab, ein Bad zu besuchen und uns nackt und hilflos einer Steinliege, einem bulligen Masseur, seinem Kratzhandschuh und der dampfenden Hitze auszusetzen. Zwar warfen wir im einzigen oberirdischen Bad «Orbeliani» einen Blick hinein, doch da ging es zu und her wie in einem Bienenhaus, so dass wir aufatmend den Rückzug antraten.

Eigentlich schade!

Elisabeth, 2.10.2019

Im Kaukasus – an der alten Seidenstrasse

Es war der legendäre König Wachtang I. Gorgassali («Wolfskopf», 440-502 n.Chr.), der Tiflis (Tbilissi) auf unterirdischen, heissen Schwefelquellen erbauen liess, in deren Heilbädern man noch heute baden kann. Die wechselvolle Geschichte der Stadt mit einer ganzen Reihe fremder Eroberer hat in diesen eineinhalbtausend Jahren eindrückliche Spuren hinterlassen.

Das Reizvolle sind die Gegensätze: hübsch restaurierte Häuser mit Rundbögen und Wendeltreppen, schmiedeeisernen oder geschnitzten Holz-Balkonen – wunderbar filigrane Bauten in Pastellfarben – daneben verfallende Häuser aus Holz oder Stein mit verblassten, bröckelnden Fassaden, die gestützt werden müssen.

(Bild aus Monikas und Stefans Reiseblog)
(Bild aus Monikas und Stefans Reiseblog)
(Bild aus Monikas und Stefans Reiseblog)
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Dann wieder prachtvolle Jugendstilhäuser, moderne imposante Bauten aus der Sowjetzeit oder ganz spezielle zeitgenössische, die Präsident Saakaschwili in Auftrag gab, wie die Friedensbrücke oder die langen Konzerthallen (zwei überdimensionierte Glasröhren, die heute leer stehen).

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Die musische Seite der Tbilisser offenbart sich in Kunstgalerien, feinen Läden, Opern- und Konzertsälen, Museen. Sie wechseln mit Shisha-Cafés, Bauern- oder Flohmärkten, Restaurants mit vielseitigen, kreativen Gerichten, überschäumendem Nachtleben in Bars und Clubs, farbig illuminierten Gebäuden, wilden Konzerten und ausgelassenem Tanzen. In der Altstadt gibt es ein noch immer geöffnetes Amphitheater zu bewundern, eine ehemalige Karawanserei sowie einen alten zoroastrischen Feuertempel aus dem 5. Jahrhundert. Und über allem die vielen alten, schattenspendenden Bäume!

Man schaut und schaut und wird nie satt. Dazu ein paar Zeilen aus dem Internet: «Die alten Wohnhäuser im sogenannten „Tbilisser Stil“ bilden eine bunte Mischung aus traditionellen Formen und Jugendstilelementen. Um die Häuser winden sich großzügige Treppenaufgänge sowie breite, ornamentreiche Holzbalkone, die vom lebensfrohen Alltag der Menschen im 18. und 19. Jahrhundert zeugen».

(Foto aus Monikas und Stefans Reiseblog)

Wie Euch inzwischen sicher klar geworden ist, zeigt die Stadt ein so vielfältiges Erscheinungsbild, dass es kein Leichtes ist, sie zu beschreiben. Ich nehme Euch deshalb noch kurz mit auf einen 3stündigen illustrierten Abendspaziergang. Stadtführerin Kati ist ein geduldiger, liebevoller Mensch, der uns mit viel Professionalität, Herzenswärme und ausgezeichnetem Deutsch durch den Abend führt.

(Bild aus Monikas und Stefans Reiseblog)

Nach einem Gang durch den Rike-Park und über die Friedensbrücke schweben wir in der Seilbahn über den Fluss Kura (Mtkvari) und die Altstadt hinweg zur wichtigsten mittelalterlichen Festung Narikala hinauf, die an der engsten Stelle der Kura-Schlucht errichtet wurde, und wo man an den Hängen Häuser baute. Sie liegt 727m ü.M. auf dem Gipfel des Sololaki-Gebirgskamms, seit 1827 als Ruine. Dort erwartet uns ein atemberaubender Blick auf das inzwischen eingedunkelte Tbilissi.

(Bild aus Monikas und Stefans Reiseblog)
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Zu Fuss steigen wir langsam den steilen Bergpfad hinunter, wieder auf 380m ü.M., was seine Zeit braucht. Wie Adlerhorste hocken ganze Häuserzeilen auf den steilen Felsen über der Schlucht. Man wundert sich, dass sie nicht hinunterstürzen. Am Schluss gibt’s noch eine schwindelerregende Wendeltreppe zu überwinden, dann sind wir am Fluss unten und spazieren über die Liebesbrücke zum Wasserfall, der überraschend mitten in der Stadt liegt.

(Bild aus Monikas und Stefans Reiseblog)

Nach einem Halt in einem idyllisch am Fluss gelegenen Gartenrestaurant bummeln wir noch weiter bis ins Bäder-Quartier Albanotubani. Doch davon nächstes Mal mehr!

Übrigens: Abenteuerlustige fahren auf der von Russland gebauten Hauptstrasse in
30 Std. und 20 Minuten mit dem Bus die 1237 km von Tiflis über Armenien nach Teheran, das soll gefährlich sein – also lieber im Bus als im Privatauto…

Elisabeth, 25.9.2019

Die Blumenfrau

Müde geworden, setzten wir uns auf dem von uralten Bäumen und prächtigen Gebäuden gesäumten Rustaweli Boulevard auf eine der zahlreichen Sitzbänke, die auf dem breiten Trottoir standen. Die belebte Allee ist eine 1,5 km lange Hauptverkehrsstrasse im Zentrum von Tiflis und gilt als Prachtstrasse der georgischen Hauptstadt. Neben den unzähligen Platanen verleihen Blumenrabatten, kleine Parks mit Rasenflächen, Trinkwasserfontänen und Skulpturen dem Boulevard eine freundliche Atmosphäre. Den Höhepunkt bildet der grossräumige Freedom Square mit dem Rathaus und der vergoldeten, 5.6m hohen Statue des Heiligen Georgs. Unter der russischen Herrschaft stand bis 1990 hier noch die Statue von Lenin, hiess der Platz noch Lenin Square.

Überall in Georgien empfingen uns die Menschen aufs Liebenswürdigste. Dass Touristen in diesem aussergewöhnlichen Land überaus willkommen sind, haben wir täglich erlebt. Was uns ebenfalls angenehm auffiel, war diese lockere, ruhige Art der Georgier – die signalisierte, dass es hier nicht zuallererst ums Geld geht. Leistungsdruck war nicht spürbar. Im Restaurant z.B. gab’s kein ständiges Auftauchen des Servicepersonals am Tisch, um unsere Plätze möglichst rasch wieder freizubekommen. Auf ein Trinkgeld hinarbeiten, zum Konsumieren drängen: Nichts von alledem. Dafür Geduld, Aufmerksamkeit, Lächeln, Luftküsse, Dankeschön mit „Hand aufs Herz“. Didi Madloba, Georgien!

Doch nun hatten wir Grund, müde zu sein. Hinter uns brauste auf sechs, manchmal gar acht Spuren der Verkehr vorbei, lärmten aufheulende Motoren, wirbelten Abgase in den sonnigen Nachmittagshimmel. Vor uns dröhnte aus jedem Restaurant, jedem Laden überlaute Musik, deren Rhythmen aus leistungsstarken Lautsprechern im Wettstreit mit dem Verkehrslärm zu sein schienen. Auf einem ausgedehnten Bummel waren wir an armen Bettlerinnen, an Bouquinistes und Malern vorbeigeschlendert, die ihre zum Teil gebrauchten Waren an schmiedeeisernen Geländern oder auf Mäuerchen ausgebreitet bzw. aufgehängt hatten. Die farbenfrohen, glänzenden Souvenirs der Andenkenverkäuferinnen kamen auf breiten Gebäudetreppen am besten zur Geltung und lockten Neugierige an. Nicht, dass uns diese unerwarteten Sinneserlebnisse missfallen hätten, aber sie hatten uns an diesem ersten Tag in Tiflis ermattet, und so sassen wir eine ganze Weile auf besagter Sitzbank.    

Unwillkürlich zuckte ich zusammen, als sich uns eine Frau näherte, deren Aussehen etwas auffallend Schrilles hatte. Doch war sie auf eine klägliche Art aufgedonnert. Ihre Kleidung war bunt und zusammengewürfelt. Die verfilzten Haare trugen Spuren von misslungenem (oder längst überfälligem) Färben, sie zeigten sämtliche Nuancen von Hell- bis Dunkelgelb. Ihre Lippen waren blutrot geschminkt und übel verschmiert. Im linken Arm hielt sie ein paar verwelkte Blumenbouquets, mit der rechten Hand streckte sie mir den verfaultesten davon hin, einen Asternstrauss mit geknickten Blüten, deren verblasste Farbe kaum noch erkennbar war. Es sah aus, als hätte sie die Blumen aus einem Abfallkübel gefischt. Oder trug sie sie seit Tagen herum, ohne dass jemand sie kaufen wollte? Natürlich wehrte ich ab, doch sie blieb einfach stehen. Aus der Nähe betrachtet, erschien sie mir unter der Schminke ziemlich alt und elend. Deshalb öffnete ich mein Portemonnaie, in dem sich noch wenig Geld in der Landeswährung befand. Stattdessen fischte ich einen 5EuroSchein heraus, was etwa 16.30 Lari (GEL) ausmachte. Es schien wenig, würde hier aber für mehrere gute Abendessen reichen.

Misstrauisch betrachtete sie das Geld, dann legte sie die lädierten Blumen rasch in meinen Schoss und setzte ihren Weg fort. Nach ein paar Schritten kam sie eilends zurück und ging zielstrebig in die Wechselstube, die sich zufälligerweise links gegenüber unserer Sitzbank befand.

«Die hat sich nicht einmal bedankt», bemerkte DER MANN. «Macht ja nichts», meinte ich, «ich glaube, sie ist sehr, sehr arm.» Kurz darauf verliess die Frau die Wechselstube. Wieder kam sie zu mir und starrte mich mit grossen Augen an. Ich hatte keine Ahnung, was sie vorhatte. Als sie dicht vor mir stand, beugte sie sich über mich. Sie küsste mich auf den Kopf, mitten ins Haar: einmal, zweimal… ganze fünfmal – langsam, zärtlich, ohne ein Wort zu sagen. Überrascht wie ich war, rührte ich mich nicht. Schliesslich wandte sie sich zum Gehen. Ich blickte ihr nach, wie sie leicht hinkend, doch aufrecht und würdevoll, in der Menge verschwand. Ich fragte mich, wie ihr bisheriges Leben verlaufen sein mochte. Ungebunden, sorglos, abenteuerlich oder traurig? In Georgien hat die Familie einen hohen Stellenwert. Man sorgt liebevoll füreinander, auch in finanzieller Hinsicht. Hatte die Blumenfrau keine Familie, niemanden, der sich um sie kümmerte?

Noch selten hat mich etwas so tief berührt wie dieses stumme, zarte Dankeschön von einer Fremden. Ich wünschte, ich hätte mehr für sie getan.  

Elisabeth, 18. September 2019

Ein indisches Märchen

Das 10tägige Festival zu Ehren des Elefantengottes Ganesha ist in vollem Gange. Seit Stunden dringt der nächtliche Festlärm aus dem indischen Städtchen zum Palasthügel herauf und damit in unsere Ohren: dumpfes Trommeln, Musik, fröhliche Rufe, hämmernde Rhythmen. Dies und das giftig-grüne Licht über dem Doppelbett, das sich einfach nicht löschen lässt, hindern uns am Schlafen.

Durch berückend schöne Landschaften hat uns heute Nachmittag der zuverlässige Fahrer Ashok in diesen Palast gebracht, auf den wir uns seit Beginn der Reise gefreut haben. „Es gibt kein anderes Hotel auf dieser Strecke“, hat er uns informiert. „Macht doch nichts“, denke ich. „Für einmal das Leben genießen wie Maharadscha und Maharani! Ein indisches Märchen am eigenen Leib erfahren!“ Die Fürstenfamilie soll den Gästen heute Abend bei einem Konzert auf einer der Terrassen ihre Aufwartung machen.

Der Palast ist eine prachtvolle, imposante Anlage mit filigran behauenen Fassadenelementen, unzähligen Bogenfenstern, Balustraden, Zwiebeltürmchen, Säulen, hohen Zinnen. Er erstreckt sich über mehrere miteinander verbundene Gebäude, dazwischen ein großzügiger Hof voller Blumen, Büsche und Topfpflanzen. Ich bin begeistert. Wir werden in unser Zimmer geführt, das dicke Wände aufweist, wie es einem Palast gebührt. Im weitläufigen Badezimmer mit den kunstvollen, herrlich leuchtenden Blumenmosaiken an Boden und Wänden und den Stuckaturen an der Decke hängen gebrauchte Badetücher und schmutzige Bademäntel, stehen geöffnete Toilettenartikel herum, hier ist offensichtlich nicht geputzt worden. Eine Kleinigkeit, großzügig sehen wir darüber hinweg. Wir wundern uns über die Dusche, die zwei seitliche Düsen hat, wie wir sie noch nie gesehen haben. Der dunkel getäferte Wohnraum ist rechteckig und etwa 12 m lang. „Toll“, rufe ich aus. „So viel Platz nur für uns zwei!“ Die Türe lässt sich jedoch nur mit Mühe schließen, geschweige denn verriegeln. Nicht zu fassen: ein Schild warnt explizit vor „Dieben und Einbrechern“.

Im gotisch gewölbten, einem Mausoleum nicht unähnlichen Schlafzimmer, das gespenstisch von besagtem grünen Licht erhellt ist, hängt am Tüllvorhang vor dem Fenster mit den viereckigen Butzenscheiben eine Fledermaus. Neben dem Telefon im Wohnraum liegt eine Nummernliste, aber bei keiner der Nummern meldet sich jemand. DER MANN, wie immer praktisch denkend, macht sich zu Fuß auf den Weg, um einen dienstbaren Geist zu finden. Eine Fledermaus einzufangen, gehört nicht gerade zu unseren Hobbies. Er bleibt lange weg. Endlich kommt er zurück mit dem Barmann, den er in irgendeinem Zwischengeschoss aufgespürt hat. Zum Glück kann dieser nicht nur mit dem Mixbecher umgehen, sondern auch mit Fledermäusen.

Zum Abendessen sollen wir uns im Restaurant auf den Zinnen gegenüber einfinden. Es ist abenteuerlich, sich in diesem Riesenkomplex zurecht zu finden. Es geht treppauf, treppab, quer durch Geschosse, ein kurzes Stück mit einem offenen, vorsintflutlich anmutenden Lift, wieder hinunter, wieder hinauf, und überall ist’s völlig menschenleer. Die Stufen sind für mich zu hoch, ich schaffe sie nur mit knapper Not. Ach ja, eine echte Maharani würde natürlich in der Sänfte getragen! Als wir endlich auf der Dachterrasse ankommen und gerade angefangen haben, unsere Teller zu füllen, beginnt es zu gießen, als wäre heute der Tag der Sintflut hereingebrochen. Statt mit den wohlriechenden Speisen, sind die Teller im Nu mit Regenwasser gefüllt. Es hat keinen Unterstand, wo wir hin flüchten könnten. Selbst die Maharadscha-Familie hat es offenbar vorgezogen, bei diesem Regen in Deckung zu bleiben.   

Wohl oder übel ziehen auch wir uns zurück. Schade. Wie herrlich müsste es an einem klaren Abend hier oben auf den Zinnen sein! Wie sehr der wundervolle indische Sternenhimmel einen in seinen Bann ziehen kann, haben wir bereits erlebt und bleibt unvergessen.

Mit dem Frühstück bei den Maharadschas ist’s nicht weit her. Es gibt bitteren Schwarztee, vertrocknetes Brot, ranzige Butter und eine Schüssel, in der ein paar spärliche Fruchtstückchen herumschwimmen. Immerhin hat’s auch ein paar Bananen auf dem einfachen Buffet. Ob das Auswirkungen des Ganesha-Festes sind? Gut möglich. Es wäre verständlich, gibt’s doch außerhalb solcher Festtage keine Ferien für die hart arbeitende, einfache Bevölkerung.

Bevor wir weiterreisen, begegne ich unten im Hof dem gutaussehenden Sohn des Maharadschas, der sich höflich vorstellt. Er fragt nach unserer Zimmernummer. „Ach“, ruft er aus, „haben Sie die uralten Fresken an den Wänden des Schlafraums bemerkt? Sie sind zwar ziemlich verblasst, weil sie mich als Kind immer dort gebadet haben. Der Wohnraum nebenan ist eine ehemalige Waffenkammer. Es gab stets unzählige Ratten, die darin herumsausten – noch immer geht die Katze durchs Loch in der Wand ein und aus.“ Iiihhh!

Während das Dorf den Blicken durch die Heckscheibe unseres Wagens entschwindet, hänge ich meinen Gedanken nach. Der etwas altertümliche, angestaubte, jedoch nach wie vor fürstliche Ort hinterlässt bei mir widersprüchliche Eindrücke. Gewiss, eine feudale Umgebung lasse ich mir von Zeit zu Zeit gerne gefallen – für ein Leben als indische Maharani würde ich mich indes kaum eignen – selbst wenn der Maharadscha attraktiver wäre als DER MANN…

Elisabeth, 11.9.2019

Götter

Meine Freunde Marjorie und Louis hatten mich in ihr hübsches Haus in der Provence eingeladen. In der ländlichen Umgebung fühlte ich mich entspannt, genoss Tage voller Freundlichkeit und Sonnenschein mit lieben Menschen. Mit Marjorie tauschte ich abends berufliche Ideen und Anregungen aus, mit Louis unternahm ich nachmittags Streifzüge im Maquis am Fuss der Alpilles, von denen wir jeweils mit einem blühenden Ginsterstrauss für Marjorie zurückkehrten. Zu Dritt machten wir Ausflüge zu den Städtchen in der Umgebung, bestaunten die Weite und die wilden Pferde der Camargue, besuchten eine Picasso-Ausstellung in Aix-en-Provence… Auf einer dieser Fahrten überholte uns ein Auto und bedeutete uns durch Blinksignale und Handzeichen, dass wir sofort anhalten sollten. Louis ging vom Gas, er mutmasste, mit unserem Auto sei etwas nicht in Ordnung. Der Fahrer des andern Wagens lotste uns auf einen kleinen Feldweg in der Nähe eines Wäldchens, dann hielt er an, stieg aus, kam freudestrahlend auf Marjories Seite zu uns gelaufen. Höflich kurbelte sie das Wagenfenster herunter.

Der Fremde redete uns überschwänglich an, mit viel Charme und Herzlichkeit: «Willkommen in Frankreich! Als ich Ihr Schweizer Nummernschild sah, konnte ich nicht widerstehen, Sie persönlich zu begrüssen», erläuterte er. «Wissen Sie, meine Tante wohnt ebenfalls in der Schweiz, in Lucerne. Was für ein wundervolles Land, Ihre Schweiz! Sind Sie alle drei Schweizer?» Marjorie antwortete: «Ursprünglich bin ich aus Schottland.» «Was Sie nicht sagen! Was für ein Zufall! In Schottland wohnt mein älterer Bruder!» Mit diesen Worten rannte er zum Kofferraum seines Wagens und förderte eine Skulptur zu Tage, die er sorgfältig zu uns zurücktrug und Marjorie feierlich in den Schoss legte. «Erlauben Sie mir, Madame, dass ich Ihnen ein Geschenk überreiche, weil ich so glücklich bin über unsere Begegnung.» Sein Lächeln war entwaffnend. Marjorie, völlig überrumpelt, nahm das Geschenk entgegen und bedankte sich freundlich. Ich sagte nichts, beobachtete aber mit Interesse die Szene. «Wo will der wohl hinaus?» dachte ich, halb belustigt, halb neugierig.

Meine Freunde sind Kunstkenner. Auch ich bemerkte sofort, dass die Figur unsäglich kitschig war: eine Art asiatische Göttin, gegen die 50 cm hoch, durch und durch aus billigem Plastik. Wir wechselten einen Blick und wollten wegfahren. Da beugte sich der Mann nochmals in den Wagen. «Warten Sie, warten Sie», rief er und holte flink eine zweite, fast identische Figur aus seinem Kofferraum, nur war es diesmal ein männlicher Gott. «Sie müssen von dieser Kostbarkeit doch ein vollständiges Paar haben.» Sprach’s und legte auch die zweite Skulptur in Marjories Schoss. Jetzt nahm sein Lächeln einen entschuldigenden Ausdruck an. «Sie werden verstehen, dass ich Ihnen nicht zwei dieser wertvollen Gegenstände gratis überlassen kann. Die zweite Figur muss ich Ihnen leider verkaufen. Bedenken Sie, ich brauche auf meinen Reisen etwas zu essen und ein Bett in einer Pension, was in diesem Land alles andere als billig ist.» «Aber klar doch», sagte Louis, «wieviel kostet denn diese zweite?» Der Preis, weit übersetzt, betrug in Schweizergeld etwa 300 Franken.

Louis öffnete seine Brieftasche und überreichte dem Mann den gewünschten Betrag. Dann fuhren wir rasch los, während der Fremde uns gerührt nachwinkte.

«Sag mal, Louis», platzte ich heraus, «warum hast du diesem kleinen Gauner so viel Geld gegeben für etwas derart Geschmackloses? Du hättest ihm das Götterpaar doch ohne Weiteres zurückgeben können.» Louis schmunzelte: «Weil er ein grandioser Verkäufer ist. Das macht ihm keiner so leicht nach. Denk doch nur, er hat wildfremde Personen mitten auf der Hauptstrasse zum Anhalten gebracht und ihnen mit List und Können wertlosen Plunder angedreht. Das mit der Tante und dem Bruder ist sicher bloss eine Finte. Aber alle Achtung, so etwas ist hohe Verkaufskunst. Ich finde, dass er das Geld verdient hat.» Ich war beeindruckt von dieser grosszügigen Haltung. Dann lachten wir zu Dritt laut los und freuten uns am sonnigen Tag gleich doppelt.

Wollt Ihr wissen, was wir mit dem Ramsch gemacht haben? Sobald wir eine günstige Stelle gefunden hatten, rollten wir die beiden Plastikheiligen eine Böschung hinunter – und so landete das «vollständige Paar» gemeinsam im Strassengraben. Da sitzt es wohl noch immer fest und wartet auf ruhmreichere Zeiten.  

Elisabeth, 28.8.2019   

Indische Weisheit

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Es wäre anmaßend, Euch vorzugaukeln, ich kennte ein Land, in dem ich lediglich meine Ferien verbracht habe. In meinen Beiträgen blitzen Streiflichter auf, kurze Momentaufnahmen, die meine persönlichen Eindrücke spiegeln, die andere Reisende womöglich völlig unterschiedlich beurteilen. Ich glaube allerdings nicht, dass zum Beispiel Indien irgendjemanden kalt lässt. Vielmehr scheint es bei allen Besuchern äußerst intensive Empfindungen hervorzurufen.

Im riesigen Land fallen als Erstes Gegensätze von geradezu Shakespeare’scher Dramatik auf. So viele Farben von einzigartiger Leuchtkraft! So viel Lebendigkeit und ausgelassene Fröhlichkeit! So viel Ruhe in den sich ins Unendliche erstreckenden Landschaften! So viel handwerkliche Kunstfertigkeit! So viel reine Schönheit und Anmut in Menschen und Baukunst! So viel Würde und Religiosität! Solch betörende Düfte! Und dicht daneben Gestank, Hoffnungslosigkeit, Armut, Schmutz, Elend, Verachtung… Ein Land, das den Taj Mahal hervorgebracht hat und eine derart vielfältige, reiche Kultur voller Erhabenheit, Formvollendung und Pracht sein Eigen nennt, hat – wie könnte es anders sein – ebenso eindrückliche Schattenseiten.

Die scharfen Gegensätze drangen mir direkt in Herz und Gemüt. Im Völkerkundemuseum der Entfaltung eines indischen Ragas zu lauschen, war für mich schon immer ein besonderer Kunstgenuss. (Die Tonleitern der westlichen Musik benutzen maximal 12 Töne pro Oktave. Die klassische indische Musik orientiert sich dagegen an den Shrutis (Mikrotönen), die eine Oktave in 22 Schritte unterteilen, was das Musizieren anspruchsvoll macht.)

Und nun drohte mich die Spannung zwischen Zauber und Not zu zerreißen. Das Märchenland-Ambiente der Hotels machte diese zu wahren Oasen, die Chaos und Entbehrung weit weg verbannten – und doch hielten wir uns nicht mit wirklich reinem Gewissen dort auf, obwohl sie Erholung von den stets neuen Gefühlsaufwallungen des Tages boten, eine Erholung, nach der wir uns jeweils dankbar ausstreckten:  

Da war der Handwerker, der unter Schmerzen – mit dem glanzvollen Taj Mahal im Rücken und einem wegen der Arbeit mit dem Meißel abfallenden Fingerglied – die edelsten Gegenstände aus dem pickelharten Marmor hervorzauberte. Oder die Mutter, die am Boden kauernd neben einer Kloake aus Scheiße und Motorenöl Chapati briet, um die große Familie im zerrissenen Plastikzelt zu ernähren. Oder die Straßenarbeiterin in ihrem leuchtend violett/gelben Sari, die in der glühenden Mittagshitze den Pickel wuchtig schwang und schwerste Bauarbeiten ausführte. Oder die brandmagere Kuh, die mit sanften Augen in die Welt blickte und hungrig Plastikabfälle fraß, denn Kühe, die keine Milch mehr geben, bringen Unglück. Sie werden deshalb von zu Hause weggetrieben und ihrem Schicksal überlassen, obwohl sie heilig sind.   

Oder der Maler, der im Keller des prunkvollen Palast-Museums die göttlichsten Miniaturen schuf, umgeben vom beißenden Gestank nach Urin. Oder die versehrte Bettlerin, deren flehender Blick in puren Hass umschlug, als wir ihrer Bitte um Almosen nicht gleich Folge leisteten, während das winzige Baby auf ihrem Arm die ausdrucksstarke mütterliche Gestik für „Hunger“ exakt nachahmte. Oder die Familie, die auf der Eisenbahnstation lebte und sich wenigstens notdürftig waschen konnte, weil aus einem kleinen Hahn an einer Bahnsteigsäule etwas kaltes Wasser rann. Oder der Priester, der am Pilgerort in einem Häuschen mit verschissener Hausmauer wohnte und mit feierlich-würdevoller Miene Opfergaben in den Heiligen See streute. Oder der Mann, der auf seiner armseligen Matratze am Straßenrand starb, während der hektische Verkehr unablässig vorbeirollte: abenteuerlich beladene Lastwagen, farbig bemalte, berstend volle Busse mit lachenden Gesichtern an den Scheiben, Kühe, Ziegen, Motorroller, Privatautos, Hand-, Ochsen- und Eselskarren, deren hoch aufgetürmte Lasten gefährlich schwankten, Velos, Tuk-Tuks, Rikschas, ja sogar Kamele und Elefanten. Das pralle Leben hält in Indiens Städten keinen Moment still. Es ist eine ungewöhnliche, fremdartige Welt, die einen ganz eigenen Sog auf den westlichen Betrachter ausübt.

Einlullend, aber nicht eigentlich tröstlich, wirken indische Weisheiten wie etwa jene, die Dickie, ein Anhänger des Jainismus, mir verraten hat: „Die Lotusblume ist ein Symbol dafür, wie man weise lebt. Sie wächst aus Schlamm und Wasser heraus, wird davon jedoch nicht berührt. So sollte man sein Leben führen: unberührt vom äusseren Schmutz und innen rein.»

Schön und gut, aber kommt es nicht eher darauf an, in welchem Land man geboren wird? Oder ist dies falsch gedacht? Sind die meisten dieser Menschen nur in unseren westlichen Augen derart benachteiligt?

Elisabeth, 21.8.2019