Keine Kultur der Welt ist ohne Tiere

Beide Fotos von Patentochter Sandra Romano: ihre zwei Fell-Lieblinge

Haustiere, vor allem Hunde, zeigen uns, was bedingungslose Liebe und lebenslange Treue ist. Ganz allgemein amüsieren und rühren Tiere uns Menschen, besonders angetan sind wir vom drollligen Nachwuchs. Gerne vergleichen wir ihre Handlungen mit menschlichem Verhalten. Ich bin da keine Ausnahme. Doch werden wir ihnen damit gerecht? Ich glaube nicht. Sie bleiben trotz ihrer Hingabe sich selbst, durchkreuzen oft unerwartet unsere Pläne.

Foto Elisa: eine unserer pfiffigen Krähen

Die pfiffigen Krähen in unserem Quartier scheissen im Frühjahr laut krächzend die ganze Gegend voll, so dass die weiss gesprenkelte Bescherung flächendeckend auf Gehwegen, Strassen und Autos klebt – und haben daneben noch Zeit, sich massenhaft zu vermehren. Von Jahr zu Jahr gibt es mehr von ihnen. Alle Versuche von offizieller Seite, sie zur Masshaltung oder zum «Tapetenwechsel» zu animieren, scheiterten bisher an der Schlauheit der Vögel. –

Foto von Freundin Heidi Wildi: unerwartete Begegnung auf einer Strasse im Oman

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Tiere sind eigenwillig und handeln nach unserem Ermessen oft unerwartet. Da setzen mit dem Telefon spielende Paviane in Südafrika laufend Notanrufe von der Autobahn ab und verstecken sich, wenn die Polizei kommt, bis ihnen diese dank installierter Kamera auf die Schliche kommt. – Auf dem Land kommen weidende Kühe, Alpakas oder Ziegen zum Zaun gelaufen, um Vorbeigehende kauend, aus kreisrunden Augen, neugierig zu betrachten. Das wirkt rührend, weil sie an uns, ihren Mitgeschöpfen, offenes Interesse zeigen.

Foto Elisa: Ländliche Idylle im Kanton Fribourg
Foto Elisa: neugieriges Schaf

Ein Pferd büxt aus, rennt munter durchs Städtchen, bis man es mit Mühe wieder einfängt. – Auf der Autobahn spaziert gemütlich eine kinderreiche Entenfamilie, ein Hund jagt neben den rasenden Autos her, eine Katze verursacht einen Verkehrsstau. – Da brennt ein Kalb auf dem Weg zum Metzger durch. Unentdeckt gesellt es sich zu einer fremden Kuhherde, als gehörte es dorthin. Schlau, oder? Doch leider erkauft es sich damit bloß einen mehrtägigen Aufschub seines Todes. – Ein Stier stellt sich auf ein wichtiges Bahngeleise. Er weigert sich drei Stunden lang standhaft, es wieder zu verlassen, so dass die vollbesetzten Züge umgeleitet werden müssen. – Doch was geht in den Ausreißern vor? Bestimmt ist es nicht Mutwillen, aber vielleicht Freiheitsdrang und Lebensfreude?

Foto meines verstorbenen Sohnes:
Wallaby, angetroffen auf seiner täglichen Jogging-Route

Auf der Insel Jersey gibt es im weitläufigen Zoo jeden Tag an Ort und Stelle fünf tierkundliche Vorträge, um tierisches Verhalten für die Besucher ein wenig zu erhellen. Faszinierend! Ein Mr. Durrell hat ihn gegründet mit dem Ziel, sich für bedrohte Tierarten einzusetzen. Während der Vorträge an Ort und Stelle erhalten die Tiere eine Zwischenverpflegung, so dass man sie auch beobachten kann. Den Vortrag über die Orang-Utans fanden DER MANN und ich besonders kurzweilig.

Wir erfuhren Heiteres: Orang-Utans sind sehr intelligent. Sie stehlen nachts aus der nahen Zooküche Lebensmittel mit Hilfe von „Lassos“, die sie aus dem Stroh in ihren Käfigen drehen. Erwischen sie etwas, das sie nicht fressen mögen, spielen sie damit oder tauschen es beim Wärter ein. Das Tauschobjekt muss jedoch etwas für sie Feines sein, sonst steigen sie auf den Tauschhandel nicht ein. Vor Jahren stahl ein Männchen jede Nacht die ganze Küche leer, was ein Rätsel war, verfügte die Küche nachts doch über eine verriegelte Türe. Eine Überwachungskamera brachte es an den Tag: der kluge Affe hielt einen Draht in seinen Backenzähnen versteckt, mit dem er wie ein Dieb nachts die Türe öffnete und nach getaner Untat auch wieder abschloss. Ihm den Draht wegzunehmen, war natürlich eine andere Sache.

Anders als die Weibchen, genießen die Männchen bei ihrer Sippe mehr Respekt, der umso grösser wird, je breiter ihre Backen sind. Männchen fressen zuerst und sind zum Teilen nicht bereit.

Foto von Freundin Heidi Wildi: Aug in Auge mit einem wilden Orang Utan in Indonesien

Ich glaube, die Orang Utans sollten sich emanzipieren…

Foto von Freundin Heidi Wildi:
Schnappschuss auf den Strassen Madeiras

Mit treuem Blick, Eure Elisa
09.11.2022

Nachhaltig

Foto Elisa: Nach dem Regen

Ihr Lieben,

Foto Elisa: Die Blüten beginnen zu welken

Vielleicht habt Ihr bemerkt, dass ich mich eine Weile nicht gemeldet habe. Es ereilte mich Unvorhergesehenes, und das ganz plötzlich: Am 5. September brachte mich die Ambulanz als Notfall ins Spital. Nach drei Wochen bin ich nun seit heute wieder da – in ALTER Frische.

Foto Elisa: Holzäpfel

Zurück geblieben sind die unterschiedlichsten Eindrücke und Gefühle:

Foto Elisa: Tierischer Trost

Höllische Schmerzen, Schock, Ratlosigkeit, Ambulanz, Angst, rasche Hilfe, Blut, Blut, Zuwendung, Alpträume, Hilfsbereitschaft, Sonne, Hitze, viele Ärzte, geschlossene Abteilungen wegen Pflegepersonalmangel, vier Umzüge, zwei Spitäler, Wut, Ekel, Langeweile, Freundschaften, Besuche, Lachen, Vertrauen, ausgeliefert, unwohl in eigener Haut, Freiheitsdrang, Frustrationen, Zuversicht, beengt und eingesperrt, Abhängigkeit, fremdbestimmt, Ferienverzicht, Zuneigung, Tabletten, Tabletten, Physio, Schlaflosigkeit, Tapferkeit, Trost, Mitgefühl, Klangschalen, Gruppe „Gleichgewichtstraining“, Spaziergänge im Regen, Tränen, weidende Schafe, letzte Sommerfarben – und über allem die Treue und Liebe DES MANNES, der alles erträglicher machte.

Foto Elisa: Der Herbst kommt!

Erinnerung an ein unfruchtbares Gespräch:

Pflegerin: «Was möchten Sie von hier unbedingt wieder nach Hause nehmen?» «Gesundheit!» «Nein, ich meine, von den Dingen, die sie mitgebracht haben?» «Am liebsten alles…» «Ja, aber was davon müssen Sie unbedingt wieder haben?»  «??»

Uff, geschafft! Und grosses Glück gehabt!

Foto Elisa: Überall ist es bunt

Eure Elisa
28.09.2022

Foto Elisa: Es ist kalt geworden
Foto Elisa: Weinrebe