Sex and more

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Hallo, Ihr Lieben,

Stellt Euch vor, DER MANN durfte mich nach meinem Spitalaufenthalt für zwei Wochen als „Kurschatten“, pardon als Erholungsgast, in die Rehabilitations-Klinik (REHA) begleiten. Praktisch, nicht?

Da kommt mir in den Sinn: Einmal, vor etwa dreissig Jahren, hatte ich einen echten Kurschatten. Dieser überredete mich charmant dazu, an meinem Austrittstag noch rasch mit ihm per Sessellift einen Berg hinauf zu schaukeln. Man glaubt es kaum und doch ist’s wahr: Auf der Rückfahrt blieb unser Sessel einfach in der Luft stehen, hoch über der sommerlichen Bergwiese, und zwar eine geschlagene Stunde lang – um dann nach dieser Zeit wieder anzuzuckeln, als wäre nichts geschehen. Zuerst witzelten wir: War vielleicht Mittagspause? Denn alle anderen Sessel rund um uns waren leer. Doch dann wurde die Situation leicht ungemütlich. Da war die Ungewissheit, was los war, und ausserdem wusste ich, dass mein damaliger Freund im Auto vor der Klinik vergebens auf mich warten und bestimmt nicht gerade erbaut sein würde.

Bild R. Wallis

Bereits mit dem „Kurschatten“ anzureisen, ist natürlich um einiges netter und erst noch komplikationslos. Aber so weit war es noch nicht. Zwei Tage vor der Hinreise bekam DER MANN einen Anruf der REHA-Klinik in Oberried: Bei ihnen sei der Covid-Virus ausgebrochen. Selbstverständlich könnten wir trotzdem kommen, aber nur für die REHA.

Foto Elisa: Blick auf den Brienzersee oberhalb Oberried

Was genau hiess denn das? Wir rätselten. Wofür sonst sollten wir uns dort aufhalten, wenn nicht für Rehabilitation? Dann, auf einmal, erinnerte ich mich an den Hochglanzprospekt für richtiges Verhalten nach der Operation, den ich vor dem Spitalaufenthalt vom Arzt erhalten hatte. Dort war u.a. auf geradezu rührende Art beschrieben (siehe Illustration weiter unten), wie man selbst nach einer Hüftoperation nicht auf sinnliches Vergnügen verzichten müsse.

Foto von Freundin Heidi Wildi: Im Rausch der Blüten

War Sex pandemiebedingt inzwischen vielleicht verboten? Oh weh! Doch dann dämmerte mir, dass „nur für die REHA“ wohl eher hiesse: ohne auswärtige Besucher zum Essen oder zum Kaffee einzuladen. 

Gut so! Jeder Mensch braucht zärtlichen Trost, besonders nach einer Operation, besonders in reiferen Jahren. Alt genug sind wir ja – wenn nicht jetzt, wann dann?

Früher ging das geflügelte Wort: „Hoch das Bein, die Liebe winkt“. Doch das geht nun leider doch nicht. Aus der Broschüre erfahren wir es nämlich Schwarz auf Weiss: Das operierte Bein muss unten bleiben!

Tant pis pour l’amour!!

Illustration Spitalbroschüre. (Das „Rundumeli“ illustriert das Hüftimplantat)
Foto Elisa: Goldene Polsterblümlein

Mit einem Augenzwinkern, Eure Elisa
27.04.2022

Frühlingshauch

Der Frühling ist eine besondere Zeit. Spüren wir dank des Aufbruchs in der Natur nicht auch so etwas wie eine Erneuerung, eine Leichtigkeit im Gemüt? Sie tut uns gut, die Zeit des Wachsens, des Blühens, der frischen Energie.

Foto von Patentochter Nadia Lutz

Was weckt Eure Lebensgeister, was bringt Euch in Frühlingsstimmung? Liebesgefühle? Hyazinthenduft, die sich entfaltende Natur? Oder vielmehr das Zwitschern der Vögel am Morgen? Oder ein laues Lüftchen? Für mich sind es die ersten duftenden Veilchen, die ich im noch zart begrünten Wald finde.

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Das Veilchen gibt es in ganz Europa in gemässigten Zonen, aber nicht nur. Auch in Japan, Australien, in Nord- und Südamerika ist es bekannt. Bestimmt wisst Ihr, dass es, je nach Art, ganz unterschiedliche Farben trägt: von hellblau, tiefblau, violett bis rosa, weiss und gelb. Veilchen lieben feuchte Böden und den Halbschatten. Ich halte die ganz kleinen, dunkelvioletten für die «richtigen». Sie riechen lieblich, sind aber wegen der kurzen Stilchen eher anspruchsvoll zu pflücken. Bei ihnen spricht man von den echten Veilchen (Viola odorata); sie haben violette Blüten mit zwei Blütenblättern oben und drei Blütenblättern unten.

Foto von Shinzao: Echte Veilchen

Viele romantische Dichter haben in schwärmerischer Weise die unscheinbaren Veilchen besungen. Von Theodor Storm stammt dieses hübsche Gedicht: «Die Kinder haben die Veilchen gepflückt / All, all, die da blühten am Mühlengraben. / Der Lenz ist da; sie wollen ihn fest / in ihren kleinen Fäusten haben.» Ende des 19. Jahrhunderts war es Mode, Blumen im Haar, an Hüten, Muffs, Schleppen und Kleidern zu tragen. Besonders die Veilchen waren gefragt, man trug sie als ganze Sträusschen. Das brachte Dichterherzen zum Überfliessen. Da liest man z.B.: «…dies Veilchen, für die schönste Brust gepflückt…» oder «Mein Veilchen… dich soll ein schöner Los beglücken, den schönsten Busen sollst du schmücken…» Ein Veilchensträusschen im Dekolleté der Liebsten brachte das Blut des Verehrers in Wallung. Was für romantische Zeiten… Ein paar bescheidene Veilchen vermögen heute wohl keinen Mann mehr herbeizulocken!

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Nicht nur ich mag den wohlriechenden und beruhigenden Duft: Seinetwegen wurde das Veilchen schon von den Griechen und Ägyptern zu verschiedenen Ritualen und Götterverehrungen genutzt. Auch als Heilpflanze dient das winzige Gewächs. Aber Achtung, zu oft sollte man es nicht verwenden, da ein Zuviel Magenbeschwerden verursachen kann.

Ich liebe Veilchen-Sirup, wie ihn die Franzosen herstellen. Im Internet habe ich ein Rezept gefunden, es aber noch nicht selbst ausprobiert, ebenso wenig dasjenige für Konfitüre. Wer wagt sich an die beiden Rezepte? Es versteht sich von selbst, dass es keine gezüchteten, gespritzten Blüten sein dürfen. Es steht also Kleinstarbeit an!

– Etwas ausgefallen ist die Veilchenmarmelade:

  • 75 g Veilchen
  • 250 ml Wasser
  • 200 g Puderzucker
  • Saft einer halben Zitrone

Das Wasser, der Zitronensaft und der Puderzucker werden zusammen gekocht. Anschliessend gibt man die entstielten Veilchenblätter hinzu. Das Ganze lässt man eine halbe Stunde kochen, bis alles eingedickt ist. Nun füllt man die heisse Masse in Einmachgläser und lässt sie abkühlen.

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– Ebenfalls nicht alltäglich ist Veilchen-Sirup:

Nimm eine Handvoll frischer Veilchenblüten und lasse sie in 300ml Wasser mit 300gr Zucker einen Tag lang ziehen. Dann werden die Blüten abgeseiht und das «aromatisierte Zuckerwasser» wird ca. 1 Stunde lang im Wasserbad verkocht und eingedickt. Den entstandenen Sirup giesst man anschliessend in eine Flasche und hebt ihn gut verschlossen im Kühlschrank auf. Der Sirup eignet sich auch als Hustensirup.

Natürlich bedient sich auch der Volksmund des Veilchens:

  • Blau wie ein Veilchen – sturzbetrunken sein
  • Ein Gemüt wie ein Veilchen haben – naiv sein
  • Wie ein Veilchen im Verborgenen blühen – trotz grosser Vorzüge unentdeckt bleiben
  • Ein Veilchen haben – ein blaues Auge haben
  • To be a shrinking violet – sehr schüchtern sein

Nun hoffe ich, dass Ihr weder «ein Veilchen habt» noch «blau wie ein Veilchen» seid, damit Ihr den Frühling riechen und geniessen könnt.

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Mit duftigen Grüssen, Elisa
20.04.2022

Macht

Ich liebe die scharfsinnigen Gedanken des Berner Pfarrers und Schriftstellers Kurt Marti (1921 bis 2017). Zwei Beispiele gefällig?

Die Machtlosen
machen
die Mächtigen

Foto von Freundin Heidi Wildi

Gott? Jener Grosse, Verrückte,
der noch immer an Menschen glaubt.

Foto Patentochter Sandra Romano

 „Futter“ zum Nachdenken, oder nicht? Liebe Grüsse, Eure Elisa
17.04.2022

Am hellichten Tag

Foto von Patentochter Sandra Romano

Es war ein paar Tage nach der Operation. Früh morgens kam eine Pflegerin ins Zimmer, die ich noch nicht kannte. Robust sah sie aus, und ja, auch etwas grob. Sie half mir beim Aufstehen und setzte mich trotz meiner schmerzenden Operationswunde auf einen unbequemen Stuhl, bevor sie das Zimmer wieder verliess. Nach einer knappen halben Stunde war sie zurück. „Ich möchte nicht, dass sie mich so lange sitzen lassen“, monierte ich. Die schnippische Antwort kam postwendend: „Ich habe noch 37 andere Patienten.“ Mir war durch Erschöpfung hässig zumute: „Das lasse ich mir nicht gefallen. Die ganze Nacht habe ich kein einziges Mal geklingelt.“ „Die Nacht ist vorbei, es ist helllichter Tag“, kam es prompt zurück. Mein Ton wurde lauter: „Ich lasse es mir trotzdem nicht gefallen!“ Nun herrschte längere Zeit Stille zwischen uns. Während sie mir beim Waschen half, entdeckte ich auf ihrem Arm ein Tattoo. Neugierig erkundigte ich mich nach dem Wie und Was, und auf einmal taute sie auf und erzählte.

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Als wir fertig waren, nahm sie wortlos meinen bei den Mahlzeiten fleckig gewordenen Morgenrock und wusch ihn gründlich aus. Dann hängte sie ihn zum Trocknen am Heizkörper auf. Ich traute meinen Augen kaum und sagte verwundert: „Sie sind ja eine sehr freundliche Pflegerin!“ „Und Sie eine sehr freundliche Patientin!“ kam es zurück. Ich schaute sie fragend an. „Wissen Sie, manchmal braucht es zu Beginn ein wenig Zank“, fügte sie bei.

Ja, warum nicht? Wir waren beide schlecht gelaunt gewesen und hatten dies ehrlich gezeigt. Jetzt lächelten wir einander an. Der Tag war auf einmal hell geworden.

Foto von Patentochter Nadia Lutz

Warum können Konflikte zwischen Völkern nicht ebenfalls friedlich gelöst werden? Dann wären alle Tage hell.

Ich wünsche Euch frohe, helle, friedliche Ostertage, Eure Elisa
12.04.2022

Die Zahnbürste

„Sie sitzen da wie ein Frosch“, lächelte der Chirurg, der zwei Tage nach meiner Hüftoperation ein Kontroll-Röntgenbild hatte anfertigen lassen. „Sonst sieht alles wunderbar aus.“ 

Foto von Elisa: Froschkönig?

Ich freute mich, und sein Humor tat mir gut. Noch immer benommen von der Narkose sass ich vor dem Lavabo, um mich ein wenig zu waschen und die Zähne zu putzen. Da fiel mein Blick auf mein Zahnglas. Nanu, wo war denn meine neue Zahnbürste geblieben, die ich extra für den Spitalaufenthalt gekauft hatte? Sie passte, wie ich mich erinnerte, sogar zu meinem Zungenschaber. Es half nichts, es war nicht mein müder Kopf: mein Zahnglas war leer, dafür glänzte im Nachbarglas eine grell violette Zahnbürste, farblich optimal abgestimmt auf meinen Zungenschaber. „Da hat sich meine Bettnachbarin wohl vertan“, dachte ich und putzte meine Zähne mit dem Ding in ihrem Zahnglas.

Bei der Abendtoilette wiederholte sich das Ganze. Als meine Nachbarin zum Lavabo geführt wurde, brach unvermittelt ein Gezeter los. „Meine Zahnbürste ist wieder nass!! Die da putzt sich tatsächlich ihre Zähne damit!!“ kreischte sie. Ich erschrak. Was, wie, wo?? Könnte es am Ende sein, dass ich…? Ich rief die Pflegerin, um in meinem Toilettenbeutel nachzusehen. Und wirklich: Kurz darauf förderte sie meine nigelnagelneue Zahnbürste zu Tage, die sie wahrscheinlich vergessen hatte nach der Operation wieder ins Glas zu stellen. Doch jetzt kommt’s: Meine prangte in schönstem Pink, das ja ebenfalls zu Violett passt!

Es versteht sich von selbst, dass Ich meine Nachbarin in aller Form um Entschuldigung bat. Ich erhielt jedoch keine Antwort. Stattdessen rief sie die Pflegerin zu sich: „Holen Sie mir sofort eine neue Zahnbürste“, befahl sie. „Und dann verstecken Sie sie gut in meinem Toilettenbeutel, sonst klaut die da sie wieder.“ (Sie sagte tatsächlich „klaut“.) Danach sprach sie nicht mehr mit mir, und ich hatte ebenfalls keine grosse Lust, mich mit ihr zu unterhalten.

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Ich war erleichtert, als sie das Spital verliess, um in eine REHA zu fahren. Als sie an meinem Bett vorbeiging, wünschte ich ihr freundlich eine gute Reise und rasche Besserung. Wieder kam kein Wort über ihre schmalen, zusammengepressten Lippen.

Da rief ich ihr frech hinterher: „Ich hoffe, Sie haben Ihre Zahnbürste gut eingepackt!“

Natürlich erhielt ich auch diesmal keine Antwort.

Foto von Freundin Doris Dätwyler: Schachbrettblume (zwischen pink und violett?)

Mit frisch geputzten Zähnen, Eure Elisa
06.04.2022

Gebet

Eindrückliches Foto aus dem Internet

Im Februar 2014 nahm ich an einem Schreibkurs unserer Kirchgemeinde teil. Es ging ums Psalmenschreiben. Der Kurs war in die Themen Bitte, Dank, Klage, Zuversicht, Lob eingeteilt. Sehr abgekürzt nur so viel: Die Psalmen haben Vorbilder in der altorientalischen Literatur, sind jedoch in ihrer Dramatik und persönlich-geschichtlichen Aussage ohne Parallele. Die ältesten Psalmen der Bibel stammen wohl aus der Zeit vor dem babylonischen Exil und aus der israelitischen Königszeit. Sie zeigen die typische Technik der hebräischen Versdichtung.

Der Kurs bescherte mir tiefschürfende Erfahrungen, die ich jedes Mal verarbeiten musste, bevor ich schreiben konnte. Erst zu Hause flossen die Worte aus meiner Feder. Den folgenden Klage-Psalm schrieb ich nicht für den jetzigen Krieg, doch passt er erschreckend gut, und deswegen widme ich ihn heute der UKRAINE:

Klage-Psalm
JAHWE, Heiliger, Barmherziger
Wir schreien zu DIR aus den tiefsten Tiefen
unserer menschlichen Seele
schreien hinauf zu DIR in die höchsten Höhen
DEINES unendlich weiten Himmels

Bitte vergib, dass unsere Kriege
Erde und Herzen verwüsten
dass Hass sich ausbreitet wie eine stinkende Flut

DU weißt, dass wir Menschen leiden
DU siehst, dass wir weinen
Doch DU hörst auch, wie wir streiten
und erlebst unser bitteres Versagen
Ach, lass nicht zu,
dass auf Erden mehr Hölle als Himmel ist!

Oh Herr, wir brauchen DICH!
Bitte erbarme DICH, lehre uns Frieden
gib uns DEINE göttliche Freiheit

Verbreite DEINEN Frieden auf Erden
wie einen lieblichen Duft
Verströme DEINEN geheimnisvollen Zauber
Lass DEIN goldenes Licht zur Erde fallen,
dass es selbst unsere dunkelsten Winkel erhellt

Wir flehen DICH an,
JAHWE, Heiliger, Barmherziger:
Erhebe segnend DEINE Hände über uns
und erhöre liebevoll unsere Bitten
SO SEI ES

(Geschrieben von mir am 13.2.2014)

Foto von Patentochter Sandra Romano

Ich wünsche uns allen Frieden auf der Welt und im Herzen.
Elisa, 30.03.2022

Parallelwelten

Hallo, Ihr Lieben, ich bin wieder da – noch etwas wackelig auf den Beinen. Was tut’s? Es ist Frühling, die Zeit für neue Energien.

Foto von Freundin Heidi Wildi: Frühling!

In einem gewissen Sinn ist eine Operation etwas Seltsames: Man versinkt total in Bewusstlosigkeit, und wenn man aus der Narkose erwacht, ist es, als sei man irgendwie fremd in der Realität. Der Kopf denkt noch nicht klar, im Körper fehlt etwas, das bisher zu einem gehört hat. Ein paar Tage wird man umsorgt wie ein Kind, man leidet Schmerzen, bekommt jede Menge Schmerzmittel, aber man spürt genau, dass es langsam Zeit wird, sich wieder ins normale Leben einzugewöhnen.

Die folgende, ebenfalls in sich geschlossene Welt, ist die REHA-Klinik (Rehabilitationsklinik), wo gutes Essen serviert, man liebevoll herumgefahren und ins Bett gebracht wird (nicht ohne Einreiben der Beine), wo man bei Bedarf, vor allem nachts, jemanden per roten Knopf herbeirufen kann, der einem aus den Federn hilft. Es ist allerdings ratsam, nicht bis zum Äussersten zu warten (will sagen bis die Blase platzt), denn oft dauert es 10 oder 15 Minuten, bis jemand kommt, denn schliesslich müssen 47 Patientinnen und Patienten in 3 Häusern versorgt sein.

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Ausser den Angestellten bewegt sich niemand normal: die Patienten brauchen Stöcke, oder ein Laufböcklein, einen Rollator oder gar einen Rollstuhl. Fast alle haben wir irgendwelche neuen Gelenke (Implantate) bekommen. Es mutet auf den ersten Blick befremdlich, ja grotesk an, wie die Menschen in einem in dieser Menge nie gesehenen Aufmarsch humpeln, um Biegungen zuckeln, sich wie in Zeitlupe Zentimeter um Zentimeter vorwärts schieben. Vor allem in den Gängen vor den Aufzügen und rund um den Speisesaal stockt der lange Zug vor den Essenszeiten, obwohl niemand lange stehen kann und will. An welch sonderbaren Ort bin ich bloss hingeraten? Aber natürlich gehöre auch ich dazu…

Foto Elisa: Blick von meinem Gartensitzplatz

Viel Freude bereitet mir mein Zimmer, das ich nach dem Weggang des MANNES beziehen darf. Der Sitzplatz davor liegt in unmittelbarer Nähe zu einem kleinen Biotop und dem Aussenbereich des Bistros. Geradeaus öffnet sich der Blick auf die gegenüberliegenden, zum Teil noch schneebedeckten Berge und den spiegelglatten Brienzersee. Ein landschaftliches Paradies mit drei Wochen täglichem Sonnenschein!

Doch halt: man ist nicht hier, um Ferien zu machen, wir sitzen allesamt im selben «Boot bzw. im selben Rollstuhl». Denn wir sind in der Klinik um zu lernen, wieder selbständig zu leben, besser als zuvor. Das ist, vielleicht glaubt Ihr’s kaum, unglaublich anstrengend. Die spärlich bemessenen Mussestunden verbringen die meisten mit Vorliebe mit Schlafen, denn starke Schmerzmittel bekommen wir alle, sie erleichtern uns den Alltag, auch Liegen zwischendurch ist notwendig. Denn, so sagt man uns, unser Körper befindet sich seit der Operation im Überlebensstress. Es ist freilich nicht die gegenwärtige Krankheit allein. Die meisten sind betagt. Ihr Körper ist durch Alter, Operationen und gesundheitliche Defizite arg gebeutelt worden, ihre Seele beim Ringen um Glück und Liebe ermattet. Ein freiwilliger Helfer erzählt mir, dass er jeweils derart tragische Schicksale schildern höre, dass es schwerfalle, sich abzugrenzen. Kurz und gut: Es ist ein Ort voller Schmerzen, voller Kümmernisse, aber auch voller Zuversicht und hin und wieder sogar wohltuender Fröhlichkeit und unbeschwertem Lachen.

Foto Elisa: Blick von Oberried auf den Brienzersee

Und in diese eigenartige, mit Gesundheitssorgen beladene Welt bricht ein viel grösserer Schrecken ein, ein Entsetzen sondergleichen: Die Nachricht über den furchtbar brutalen, unbegreiflichen Krieg, der unseren Atem stocken lässt. Daneben wird unser aller Leiden klein. Das bequeme Bett, das feine Essen, die hingebungsvolle Pflege, die gewissenhafte Physiotherapie – dürfen wir das dennoch geniessen? Unser geschützter, immerhin beschwerter Alltag als Parallele zur Welt des Grauens, des gewaltsamen Todes – das beschäftigt ungemein. Auf dieser Erde gibt es seit Menschengedenken stets irgendwo herzzerreissende, blutige Orte. Ich sage es ehrlich: Es wird mir bisweilen zu viel. Ich fühle mich hilflos und frustriert. Wie ergeht es Euch mit diesen Parallelwelten?

Eines scheint mir gewiss. Es gibt wunderbar echte Liebe und Hingabe bei Menschen, die wir kennen. Ich finde, sogar mehr als früher. Wie kommt es dann, dass weltweit so entsetzlich viele Menschen nur auf ihren Scheiss-Vorteil bedacht sind? Dass es immer mehr Hass, Machtgier, Geldversessenheit, Kälte und Gewalt Einzelner gibt?

Es tut weh, dass Schönheit und Hässlichkeit, Liebe und Hass in unserem Dasein so nah beieinander liegen. Die Spannung gilt es auszuhalten, sie gehört zum Leben. Dafür wünsche ich Euch und mir Kraft.

Foto Elisa: Der Frühling kündigt sich auch hier an

Elisa, 24.03.22

Haute Couture

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Kürzlich spazierte ich in meinem früheren Wohnquartier an einem Haus vorbei, in dem sich vor vielen, vielen Jahren eine Kleider-Boutique befand. Sofort war die Erinnerung wieder da!

Mein damaliger Mann hatte eine wohlhabende Tante, die viel Wert auf Äusseres und besondere Kleidung legte, war sie doch selbst eine begehrte «Haute Couturière» für reiche Damen. Es war also nicht erstaunlich, dass sie ihrem Neffen Vorwürfe machte, weil er mir, die ich mit Kind und Haushalt beschäftigt war, nie neue Kleider kaufte. Grosszügig wie sie war, nahm sie mich eines Tages beim Arm und ging mit mir in besagte Boutique. Dort wählte sie einen Wintermantel, zwei Kaschmir-Pullover und eine lange Hose für mich aus.

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An der Kasse sagte sie zur Boutique-Besitzerin: «Sie geben dieser armen jungen Frau bestimmt einen grosszügigen Rabatt.» Ich wurde feuerrot im Gesicht. Am liebsten wäre ich im Boden versunken. Die Boutique-Besitzerin schaute die mit teurem Schmuck behängte und in einen edel schimmernden Pelzmantel gehüllte Dame empört an und antwortete schnippisch: «Wir haben feste Preise hier.» Tante bezahlte den hohen Betrag, ohne mit der Wimper zu zucken. Dann verliessen wir den Laden, die Tante hochmütigen Hauptes, ich peinlich berührt. Trotz der schönen Kleider konnte ich mich nicht richtig freuen. Die Boutique betraten wir beide nie mehr, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.  

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Dann begann sie, lange oder kurze Kleider für mich zu nähen, damit sie sich im teuren Restaurant «nicht mit mir nicht schämen müsse». Wenn sie uns einlud, hatte mein Mann seinen dunklen Hochzeitsanzug anzuziehen, und ich vorher im langen Kleid bei ihr vorbeizugehen, damit sie mir für ein paar Stunden eines ihrer wertvollen Schmuckstücke um den Hals legen konnte. Obwohl ich Gefallen an bunten Stoffen, schönen Schuhen und Kleidern fand, war mir dies hier schlicht zu viel. Was für sie eitel Vergnügen war, war für mich eitles Gehabe.

Und doch, ihr verdankte ich die elegantesten Roben, die ich je besessen hatte. Sie saßen wie angegossen. Am liebsten war mir mein ehemaliges Hochzeitskleid im Empire-Stil, das sie in ein hinreißendes Ballkleid verwandelte, indem sie Ornamente aus winzigen, türkisfarbenen und silbernen Perlen ins gesamte Oberteil stickte. Dazu schenkte sie mir passende Ohrhänger und ellbogenlange Handschuhe in Türkis. Doch wie begabt, wie grosszügig und anmutig sie war, ging mir erst später wirklich auf.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich sie geliebt habe. Mit ihrer starken Persönlichkeit schüchterte sie mich ein. Und als junge, unsichere Ehefrau dachte ich vor allem an meine eigene Befindlichkeit.

Über ihre gelegentlichen Taktlosigkeiten kann ich heute nur schmunzeln.     

02.02.2022

Ihr Lieben, mit den folgenden zwei Bildern aus dem reizenden Städtchen Ascona verabschiede ich mich für ein paar Wochen von Euch, da ich mich Mitte Monat einer Operation unterziehen muss. Ich wünsche Euch inzwischen eine frohe, sonnige Zeit. Eure Elisa

Foto von Freundin Doris Dätwyler: Am See im Städtchen Ascona, mit Blick auf den Lago Maggiore
Foto von Freundin Doris Dätwyler: Die wohltuende Stille des Lago Maggiore

Monte Verità (Forts.)

Foto Elisa: Blick zwischen den Büschen hindurch auf den Lago Maggiore

Der «Berg» wurde rasch zu einem Mythos. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entwickelte er sich für Wahrheitssuchende aus ganz Europa zu einem bekannten Treffpunkt.

Foto de.Wikipedia.org.Wiki: Henri Oedenkoven und Ida Hofmann, 1903

Damals so bekannte Menschen wie Hans Arp, Hugo Ball, Ernst Bloch, Hans Richter, Gerhart Hauptmann, Bruno Goetz, Else Lasker-Schüler, Paul Klee, Käthe Kruse und viele andere Berühmtheiten verbrachten Zeit auf dem Berg. Ein weiterer Prominenter war Hermann Hesse, der einige Male länger zu Gast war. Er gehörte zu jenen, die sich aufmachten, um das Für und Wider alternativer Lebensformen zu erproben. «Hermann Hesse war gleich Feuer und Flamme und zog eilenden Fußes nach Ascona», heisst es in einem historischen Bericht von 1906.

Foto Elisa: Palmenstudie

Der Schriftsteller und Anarchist Erich Mühsam beschrieb die Szenerie in seinen „Unpolitischen Erinnerungen“ so: „Vegetarier mit teils ernsten Lebensauffassungen, teils höchst spleenigen Erlösungsideen hatten sich an den Abhängen des Lago angesiedelt, bauten Obst an, lebten von Rohkost, lobten den Herrn und sich selbst.“ Und weiter: „Von früh bis spät kaute ich nun Äpfel, Pflaumen, Bananen, Feigen, Wal-, Erd- und Kokosnüsse. Es war schauderhaft!“ (Textquelle: Bericht von Ulrich Neumann, Magazin „Spiegel“)

Foto Elisa: Die Trauben reifen

Zeitgenossen nannten die frühen Bewohner Sandalen-Träger, barfüssige Propheten und Kohlrabi-Apostel. Sie waren nicht nur eine Gruppe von Aussteigern, sondern eine illustre Schar von Intellektuellen, Künstlern, Schriftstellern, Malern, Kommunisten, Anarchisten, Pazifisten, russischen Adligen, Gesundheits- und Ernährungsfanatikern, Asketen, Nacktkulturanhängern, Traumtänzern, Mystikern… und natürlich hatten sie keineswegs alle die gleichen einheitlichen Lebensvorstellungen!

Alte Postkarte, das ehemalige Haus: Man trug weite, bequeme Kleidung
Textquelle: Bericht von Ulrich Neumann, Magazin „Spiegel“

So kam es, dass das Motto «Freie Liebe statt Salami» nicht nur bei Erich Mühsam auf keine freudige Zustimmung stiess, denn nicht alle wollten auf Fleisch, Kaffee, Tabak, Alkohol, Käse und andere Milchprodukte verzichten. Sogar Salz und Pfeffer waren untersagt. Schliesslich musste das strikte Nahrungs-Regime gelockert werden.

Alte Postkarte: Eurythmie-Tanz

Um das Siedlungsprojekt zu finanzieren, gründeten Oedenkoven und Hofmann die Naturheilstätte Sonnen-Kuranstalt, auf die wenig später das Sanatorium Monte Verità folgte. Die Freikörperkultur war auf dem Monte Verità allgegenwärtig. Zum naturnahen Lebenskonzept gehörte, dass man sich ohne Hüllen der heilenden Kraft der Luft und des Sonnenlichts aussetzen sollte.

Foto de.Wikipedia.org.Wiki: Eisenbett in einer der Luft-Hütten

Dafür hatten Oedenkoven und Hofmann in einem Teil des Geländes zwei nach Geschlechtern getrennte „Licht-Luft-Parks“ mit sog. «Luft-Hütten» errichten lassen, wo die Kurgäste „frei von allerlei lästiger Kleidung im Grase ruhen, laufen, turnen, spielen, Garten- und andere Arbeiten verrichten.“ So steht es in einem Prospekt aus dem Jahr 1904. Daneben wurden auch wallende weisse Gewänder oder kurze weisse Hosen getragen.

Foto Krenn: Im Damenbad, vermutlich 1907
Villa Semiramis heute, ohne Türmchen


Die Villa Semiramis, in der wir dieses Mal unser Zimmer hatten, wurde 1909 im Jugendstil vom turinischen Architekten Anselmo Secondo erbaut, damals komplett mit Türmchen. Der Panoramablick von der Villa über den Lago Maggiore ist einmalig. Das Türmchen brachte jedoch Unruhe auf den Berg. Ob neugierige Einwohner von Ascona früher tatsächlich gegen Gebühr auf das Dach der Villa stiegen, um einen Blick auf nackte Sanatoriumsgäste zu erhaschen, ist nicht zweifelsfrei erwiesen, aber immerhin ein hartnäckiges Gerücht. Denn das Türmchen wurde bald abgebrochen, und auf dem Berg kehrte wieder Ruhe ein.

Alte Postkarte: Ackerarbeit ohne lästige Kleidung

Durch die Experimente des Tanzreformers Rudolf von Laban und seiner Münchner Tanztruppe erwarb sich der Monte Verità auch den Ruf als Zentrum des Ausdruckstanzes. Der freie Tanz, vorzugsweise an der frischen Luft geübt, erfolgte ebenfalls unbekleidet oder teilweise in leichten Gewändern, lediglich zu Trommelschlägen, ohne Musik. Leitmotiv war stets der Aufbau einer Verbindung zum Innersten der Tanzenden.

Foto Wienerzeitung.at: Ausdruckstanz
Alte Postkarte mit Hotel

Nach dem ersten Weltkrieg knickte die Blütezeit ein, die finanzielle Situation wurde prekär, der Elan von einst erlahmte. Henri Oedenkoven und Ida Hofmannun hatten sich auseinandergelebt (selbst eine wilde Ehe ist keine Treue-Garantie!) und verliessen die Schweiz. Ida Hofmann starb 1926 nach schwerer Krankheit in São Paulo. 1920 wurde der Monte Verità verpachtet. Der deutsche Bankier Eduard Von der Heydt erwarb ihn 1926 und liess ein Hotel erstellen. Erst nach 1940 verlor der Ort an Bedeutung und an Anziehungskraft.

1964 ging der Besitz aufgrund einer testamentarischen Verfügung Von der Heydts in den Besitz des Kantons Tessin über. Heute ein Ferienort und Seminarhotel, bietet er noch immer eine bezaubernde Auszeit. Auch Ausstellungen, u.a. von Harald Szeemann, können bewundert werden.

Foto: Wikipedia: Das Hotel heute

Nackt läuft heute dort niemand mehr herum! Oder doch? Als ich am Ende der Ferien nochmals in den Zen-Garten hinauf ging, war mir, als bewegten sich zwischen den Bäumen Gestalten – nackte, tanzende, leichtfüssige. Eine Halluzination? Eine Fata Morgana? Oder der schemenhafte Geist der Wahrheit?

Eines ist sicher: Eine besondere Atmosphäre herrscht auf diesem besonderen Berg, der Besucher aus aller Welt immer wieder herbeilockt und in seinen Bann zieht.

Foto Elisa:
Die stark duftende Pflanze Osmantus fragrans.
Sie hüllt ganze Dörfer mit ihrem Duft ein
Foto Elisa: Foroglio im Bavona-Tal

Liebe Grüsse, Elisa
26.01.2022

Monte Verità (Wahrheitsberg)

Foto Elisa: Das Tessin ist „stein-reich“
Foto Elisa: Eidechslein

Einmal mehr verbrachten wir im Oktober ein paar Tage Ferien in der Südschweiz, in der Umgebung von Ascona.

Foto Pinterest:Der berühmte Wasserfall in Foroglio im Val Bavona
Foto Arrigo Sappori: Rustici

Es ist jedes Mal fast wie ein Heimkommen, da DER MANN und ich schon so oft dort waren. Für mich bedeutet das Tessin fröhliche Leute, Palmen, lichte Wälder mit Edelkastanien, Birken, Eichen, Kamelienblüten im Frühling, reife Kastanien im Herbst, kleine Eidechslein, die sich auf den typischen Steinmäuerchen sonnen und blitzschnell in einer Ritze verschwinden, wenn Schritte nahen. In meinen Erinnerungen sehe ich moosbewachsene Steine und Felsblöcke, Täler mit Rustici und Grotti, den spiegelglatten See, grüne Hügel.

Castagne

Und die Menschen? Sie ertragen die saisonale Invasion von Tausenden von uns «Tedeschi» mit stoischer Gelassenheit oder mit freundlichem Humor. Nicht nur die Sonne wärmt, sondern auch ihr Lächeln. 

Foto Elisa: Auf Wanderung im Val Bavona
Foto Elisa: Spaziergang oberhalb des Monte Verità

Wir hatten erneut auf dem Monte Verità reserviert. Das gleichnamige Hotel wurde 1926 im Bauhaus-Stil errichtet und 2008 komplett renoviert. Die Gäste wohnen auf einer Anhöhe oberhalb von Ascona und dem Lago Maggiore, inmitten eines großen Gartens mit exotischen Pflanzen. Ein kleiner Pfad führt hinauf zum japanischen Teehaus, vorbei am Zen- und am Tee-Garten, wo, angepflanzt nach japanischem Muster, halbkreisrunde Reihen von Teebüschen das Auge erfreuen. Habt Ihr gewusst, dass die Teepflanzen im Oktober blühen und fein riechen?

Postkarte vom Monte Verità: Teeblüten (grüner Tee)

Im gastlichen Tee-Haus werden auch japanische Tee-Zeremonien und Seminare zum Thema «Grüner Tee» abgehalten. Der Monte Verità ist ein zauberhafter Ort, an dem die Erholung ganz von selbst kommt!

Foto Elisa: Der Tee-Garten mit Zen-Pavillon

Der «Berg» rühmt sich einer reichen, bisweilen etwas skandalösen Geschichte, die ich hier nur bruchstückhaft wiedergeben kann. Spannend ist vor allem die erste Zeit. Im Herbst 1900 kauften Henri Oedenkoven und seine Lebensgefährtin Ida Hofmann das Grundstück oberhalb von Ascona, das sie fortan Monte Verità nannten, und gründeten eine Siedlungsgemeinschaft auf zunächst veganer und später vegetarischer Grundlage. Und Ihr Plan war nichts Geringeres, als eine neue Welt zu erschaffen, eine Alternative zur industrialisierten, beschleunigten Gegenwart, die ihnen Leib und Seele zu gefährden schien. Häufig unbekleidet, arbeiteten die Mitglieder der Siedlungsgemeinschaft in den Gärten, pflegten lose Lebensgemeinschaften und setzten sich mit östlichen Heilslehren auseinander. Eigentlich waren sie die Hippies des Fin-de-Siècle.

Alte Postkarte: Sonnenanbeter

Kommt uns dieses soziale Unbehagen nicht irgendwie bekannt vor? Etwas Entscheidendes verändern am Zustand der Welt und im eigenen Leben, aufmerksam auf seelische und körperliche Gesundheit achten, absolut frei von gesellschaftlichen Konventionen leben, aus dem täglichen Hamsterrad aussteigen – das hatte (und hat noch immer) etwas Bestechendes. Doch wie extrem darf solches ausfallen, um erfolgreich zu sein? Ob es auf dem Monte Verità gelang? Wir werden sehen… (Forts.)

Foto Elisa: Blick von der Villa Semiramis auf den Lago Maggiore

Liebe Grüsse, Elisa