Covid 19 ,Kleines Tagebuch’/6

Liebe Blog-Freunde, heute möchte ich Euch „ausser Programm“ etwas zusenden, das meine liebe Blog-Freundin Bea gepostet hat. Es ist ein berührender Beitrag über Corona. Freut Euch auf die Musik! Liebe Grüsse, Elisa

Mindsplint's Blog

SEBEL- Zusammenstehen (Corona Virus Lied):

 

Ein Lied, das ich gestern Abend bei ‚Hart aber fair‘ hörte, von einem mir bis dato komplett unbekannten Künstler.
Der Recklinghausener Musiker SEBEL hat sich vor 14 Tagen ans Klavier gesetzt und ein Lied komponiert.
Eins über die Coronakriese –
und seine Gefühle und Gedanken dazu.
Er erzählte, dass er sich ans Klavier setzte und sowohl Text als auch Melodie einfach so aus ihm heraus flossen.  Er hat den so entstandenen Song in ein Video eingebettet und ihn ins Netz gestellt, mit der Aufforderung an Alle, mitzumachen.
Mitzusingen und mitzuspielen.
Inzwischen wurden SEBEL über 150  Tonspuren und Videoaufnahmen zugeschickt – von jungen und alten, schwarzen und weissen, armen und reichen, …. Menschen aus der ganzen Welt – und täglich kommen mehr hinzu…
Sie alle wollen ihn sowohl instrumental als auch stimmlich ‚unterstützen‘.
Und sie alle will er zu einem großen, musikalischen Kunstwerk zusammenbauen….
Falls…

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Der Praktikant

Wald-Frühlingssträusschen

Er stand am Tisch in unserem Stammcafé und fragte nach unseren Wünschen. Die vom MANN bestellte Schweizer Weinsorte kannte er nicht. «Muss fragen», sagte er und wiederholte 2x das komplizierte Wort. Kurz darauf brachte er die Getränke. Er sah sehr gut aus, war grossgewachsen und schlank, hatte schwarzes Haar und dunkle Augen – und ein Gesicht, das das Lächeln verlernt hatte. Seine Gesichtszüge wirkten fremdartig, aber ich konnte ihn nicht einordnen. «Darf ich fragen, woher Sie kommen?» wollte ich wissen. «Aus Afghanistan», erwiderte er ernst. «Man sagt, das sei ein schönes Land», meinte ich. Wortlos schaute er mich an. Wie taktlos von mir! Was hatte er wohl Schreckliches erlebt?

Einkassieren durfte er nicht. Es waren kaum Leute im Lokal. Wir sahen, wie er fleissig die Tische rund um uns herum abwischte. «Haben Sie einen neuen Kellner?» fragten wir die Chefin, nachdem wir um die Rechnung gebeten hatten. «Nein, er ist Praktikant, man muss ihm alles zeigen», lächelte sie.

Als DER MANN und ich bald darauf wieder im Café sassen, hielt ich Ausschau nach ihm. Er war nicht da. «Er hat sicher seinen freien Tag», meinte DER MANN. Doch als wir das nächste Mal ins Café kamen, hatte er offenbar noch immer «seinen freien Tag». Bei der Serviertochter erkundigten wir uns nach ihm. Sie lachte amüsiert: «Er war nur einen einzigen Tag bei uns. Seither ist er spurlos verschwunden. Niemand weiss, wo er ist.»

Schade? Eine verpasste Chance für ihn? Ich weiss nicht… Warum sollte ein junger, durch Kriegswirren gebeutelter Mensch nicht andere Berufsträume haben, als für eine Wohlstandsgesellschaft Tische sauberzumachen?

Elisabeth, 1. April 2020

Auch das wird vorüber gehen – This too will pass by

Liebe Freunde,

«Sie wussten nicht, dass es unmöglich ist, darum taten sie es.» (Mark Twain)

Das erleben wir in diesen Tagen aufs eindrücklichste. Zu viele Menschen arbeiten fast bis zum Umfallen, während andere maus alleine und ohne persönliche Kontakte ausharren müssen oder drängende Geldprobleme haben. Gleichzeitig, es ist zum Staunen, wachsen Solidarität und Hilfsbereitschaft in der Nachbarschaft und im ganzen Land. An dieser Stelle möchte ich allen unter Euch, die DEM MANN und mir helfen oder uns Hilfe angeboten haben, ganz herzlich für ihre Freundlichkeit danken, besonders auch unserem Sohn, der für uns Lebensmittel und Getränke herschleppt und der, wie die meisten unter Euch, durch eine schwierige Phase geht. Wir haben sogar einen wundervollen Blumenstrauss bekommen von einfühlsamen Freunden, die wissen, wie wichtig gerade jetzt Freude und Farben sind. In unserem Umfeld gibt es so viele liebe Menschen. Das allein verleiht uns schon Kraft und Zuversicht. Beten ist ebenfalls hilfreich. Dennoch können wir unsere Besorgnis um unsere Lieben, um unsere Welt und unser Glück nicht einfach verdrängen. Bange ist uns auch um die zahlreichen jungen Menschen und ihre drückenden beruflichen Sorgen. Es geht in jeder Hinsicht um ihre Zukunft.

Der wonnevolle Frühling, der sich trotz eiskaltem Biswind draussen vor den Fenstern entfaltet, hat etwas fast Schmerzliches. Oder ist das eher ein ganz starkes Zeichen der Hoffnung? Ich will darauf bauen. Notrecht bedeutet ja nicht Krieg; wir sind dankbar, dass wir haben, was wir zum Leben brauchen: Ein Dach über dem Kopf, genug zu essen, sauberes Wasser, treue Freundschaften. Und sagt man nicht, der Mensch wachse mit der Aufgabe? Ich denke häufig an Murray’s Rat: «Auch das geht vorbei.» Oh, wie werden wir uns freuen, wenn es so weit ist!

Letzte Woche rief ich meine 98jährige demente Freundin an. Sie erlitt nach einem Sturz am 6. Februar einen äusserst peinigenden Schenkelhalsbruch, so dass sich die Ärzte trotz ihres Alters zur Operation entschlossen. Sie hat Narkose, Eingriff und Spitalaufenthalt wunderbar überstanden. Bereits ist sie in den Gängen des Pflegeheims wieder unterwegs mit ihrem Rollator. Ich liess sie also ans Telefon bitten, um ihr mitzuteilen, dass wir sie jetzt vielleicht für längere Zeit nicht besuchen könnten. Sie freute sich sehr über den Anruf, verstand jedoch nicht ganz, was ich sagen wollte. «Weisst du», versuchte ich zu erklären, «wir müssen zu Hause bleiben, der Bundesrat hat das so bestimmt wegen einer schlimmen Krankheit.» «Ach so», meinte sie fröhlich, «ja, wenn die schon regieren, müssen sie eben von Zeit zu Zeit auch etwas befehlen.» Mein Lachen wird ihr gutgetan haben. Den Sinn des Ganzen bekam sie wohl nicht mit.

Je länger je mehr komme ich zum Schluss, dass Demenz für einen persönlich nicht das Schlimmste ist, was einem passieren kann…

Elisabeth, 25.3.2020

Das Gute und das Böse

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Immer mal wieder höre ich den Seufzer, der Mensch sei durch und durch schlecht. Man müsse nur um sich blicken. Stimmt das? Was meint Ihr? Erlebt Ihr nicht auch immer wieder das Gegenteil, nämlich Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, Empathie?

Im Januar wurde DEM MANN wegen einer Lungenentzündung kurz schwarz vor den Augen und er stürzte frühmorgens im Badezimmer. Als ich ihm aufhelfen wollte, war er so schwach, dass er kein Jota nachzuhelfen imstande war. Ich selbst hatte auch nicht die Kraft dazu, obwohl DER MANN ein Fliegengewicht ist. Ich stützte ihn, so gut es ging und wiederholte meine Anstrengungen x-mal. Vergebens! Am Ende ging ich ins Treppenhaus, um draussen meinen Wanderstock zu holen, der vielleicht eine Stütze böte. Da trat zufällig der junge Nachbar aus der Tür. Er war auf dem Weg zur Arbeit und fragte, was los sei. Dankbar bat ich ihn herein. Sofort erfasste er die verzwickte Lage und half ganz selbstverständlich und liebenswürdig DEM kranken MANN auf die Beine und zurück ins Bett. Es ist nicht das einzige Mal in diesen Wochen, dass uns freundliche Hilfe angeboten worden ist.

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Der Historiker Rutger Bregman vertritt klar die Meinung, es sei ein hartnäckiger Mythos, Menschen seien von Natur aus egoistisch und aggressiv. Selbst bei den bekanntesten Katastrophen der Geschichte, z.B. dem Untergang der Titanic oder dem Einsturz der Twin-Towers am 11. September 2011, habe das Gute im Menschen Oberhand gewonnen. «Der Film ‘Titanic’ macht uns glauben, dass alle in Panik gerieten und sich gegenseitig aus dem Rettungsboot schubsten. Augenzeugen sagten indessen, es habe keine Anzeichen von Panik oder Hysterie gegeben. Überlebende von 9/11 berichteten ebenfalls von Rücksicht und Hilfsbereitschaft. Gerade wenn Bomben vom Himmel fallen, kommt das Beste in uns zum Vorschein», ist Rutger Bregman überzeugt. Die gleiche Solidarität begegnete mir in Tatsachenberichten aus dem 2. Weltkrieg, nicht zuletzt aus England. Sie zeigt sich auch in diesen Tagen wieder.

Doch was ist mit den beiden berühmten Experimenten, die vor Jahren dem Mythos des aggressiven Menschen erheblich Nahrung verliehen? Das Stanford-Prison Experiment aus dem Jahre 1971 erklärte selbst friedliebende Menschen zu grausamen Gefängniswärtern. Bregman wies nach, dass das ‘sadistischer Quatsch’ sei. Die Forscher hielten die Teilnehmenden nämlich zu aggressiverem Verhalten an, um ihre These zu beweisen.

Das Stanley Milgram Schockexperiment ergab scheinbar, zwei Drittel aller Bürgerinnen und Bürger seien bereit, Fremde auf einem elektrischen Stuhl zu exekutieren, einfach weil es ihnen aufgetragen wurde. Psychologen sind sich unterdessen einig, dass man die falschen Schlüsse gezogen hat. Das Experiment beweise lediglich, dass einige von uns, wenn man sie lang genug bearbeite und manipuliere, zu Bösem imstande seien, sofern sie glauben, eigentlich etwas Richtiges zu tun.

Die Philosophin Hannah Arendt ging davon aus, dass der Mensch zum Guten neige. Unser Bedürfnis nach Liebe und Freundschaft sei grösser als unser Verlangen nach Hass und Gewalt. Mir gefällt diese Aussage! Die Philosophin folgerte, dass der Mensch vom Bösen verführt wird, das im Gewande des Guten daherkommt – und nicht, dass er sich gedankenlos vom Bösen mitreissen lasse, wie Stanley Milgram 1961 behauptete. Das ist Erleichterung und Lichtblick zugleich. Selbstverständlich kann man dem die zunehmende Aggression und Feindseligkeiten unserer Zeit entgegenhalten. Ich wünschte mir, dass wir, die wir guten Willens sind, die Überzeugung Rutger Bregmans überall verbreiten. So könnte das Vertrauen, der Mensch sei mehrheitlich empathisch und zu Gutem fähig, als Bollwerk gegen negative Entwicklungen wirken.

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Mir machen die Gedanken des Historikers Mut. Sie fordern uns aber auch auf zur Wachsamkeit. Nur wenn wir genügend Liebe und Mitmenschlichkeit entwickeln, können wir im Umgang mit unserem Nächsten unserer Neigung nach Hilfsbereitschaft und Solidarität Folge leisten. In den gegenwärtigen Zeiten ist jede echte Hilfe eine Wohltat.

Literaturhinweis: «Im Grunde gut» von Rutger Bregman

Elisabeth, 18.03.2020

Gastfreundschaft

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Mit meiner Patentochter sitze ich draussen vor einem Restaurant in der Stadt. Sie hat mich zum Mittagessen in einem Zunfthaus eingeladen. Es ist strahlend schön, der Frühling ist endlich da, die vorbei bummelnden Leute verbreiten gute Laune, das milde Lüftchen ist wohltuend. Da durchbricht die verstörend schrille Sirene einer Ambulanz die friedliche Stimmung, ganz in der Nähe lärmt sie, aber nach einer Weile ist es wieder ruhig. Gespannt warten wir aufs Essen. Es dauert lange, viel zu lange, finden wir. Endlich wird serviert. Später, beim Bezahlen, fragt die Serviertochter freundlich, ob es geschmeckt habe. „Ja schon“, antwortet meine Patentochter, „doch wir mussten viel zu lange aufs Essen warten.“ „Ja wissen Sie, es gab einen Unfall in der Küche.“ „Hoffentlich nichts Schlimmes?“ frage ich. „Ziemlich schlimm“, lautet die Antwort. „Der Koch schnitt sich derart stark in den Arm, dass er ins Spital eingeliefert werden musste. Überall war Blut.“ Wir nicken verständnisvoll: „Deshalb also die Ambulanz.“ Kurz darauf ruft meine Patentochter bestürzt: „Ui nein, es passierte bestimmt beim Schneiden meines Carpaccios!“

Eine Erinnerung taucht bei mir auf. Mit einer Freundin zusammen hatte ich einen fröhlichen Tag bei einer ausgedehnten Wanderung verbracht. Gegen Abend gelangten wir zu einem Restaurant am Ende des Tales und bestellten etwas zu essen. Derart vergnügt waren wir, dass ununterbrochen lustige Sprüche zwischen uns hin- und herflogen und wir immer wieder in lautes Gelächter ausbrachen. Als wir uns voller Appetit hinter das Essen machten, war es total versalzen. Wir riefen die Wirtin herbei und beschwerten uns. Sie sah uns ernst an und bat um Verständnis: „Mein Mann ist heute total durcheinander. Er hat am Nachmittag mit dem Auto ein kleines Kind überfahren. Wir wissen nicht, ob es überlebt.“ Nicht nur das Essen, auch das Lachen blieb uns im Halse stecken.

Denken wir manchmal daran, wieviel wir anderen Menschen verdanken? Wie selbstverständlich nehmen wir im Alltag Dienstleistungen entgegen! Dabei sorgen tagein tagaus unzählige Menschen für unser Wohlbefinden. Es sind Menschen wie du und ich, mit ihren Freuden, Hoffnungen und Plänen, aber auch mit ihren Sorgen und Nöten. Ohne sie zu kennen, setzen wir jederzeit eine perfekte Leistung voraus. Auf einer Alp ging ich einmal spontan in die Küche, um dem Wirt für das ausgezeichnete Mahl zu danken. Der Mann war zu Tränen gerührt. Er hatte, wie er mir versicherte, so etwas noch nie erlebt.

Sagen wir doch öfters mal «Danke»!

Elisaeth, 11.3.2020

Auf dem Fluss

Fähre bei Muri/Bern: Freizeit.ch

Diese Geschichte passierte vor langer Zeit, aber jedes Mal, wenn ich an der Aare spazieren gehe, kommt sie mir wieder in den Sinn, als wäre es gestern gewesen.

Mit meinem Sohn, der damals noch zur Schule ging, sass ich am schulfreien Mittwochnachmittag draussen vor dem «Fähribeizli» an der Aare. Während mein Sohn in einem Nebenbächlein «stauen» spielte, schaute ich versonnen auf den türkisfarbenen, rasch dahineilenden Fluss. Gerade eben hatte die Fähre abgelegt, vollbesetzt mit grauhaarigen Menschen – offensichtlich Pensionierten, die ihre Wanderung am andern Ufer fortsetzen wollten. Sie bewegte sich langsam von uns weg, der altgediente, routinierte Fährmann stakte mit der Stocherstange kräftig gegen die Strömung an, um das Boot dann in der Mitte des Flusses rasch volle Fahrt aufnehmen zu lassen. Während ich noch hinsah, peitschte jäh das Seil einmal rasch auf und ab und fiel Sekunden später schlaff ins Wasser. Mit Entsetzen realisierte ich, dass es gerissen war. Als die Fähre quer zur Strömung unglaublich schnell flussabwärts getrieben wurde, ertönte vom Wasser her ein panischer, vielstimmiger Schrei. Dann verschwand die Fähre mitsamt Passagieren und dem aufrecht stehenden Fährmann aus dem Blickfeld. Ich schrie ebenfalls. Die Serviertochter rannte ins Haus, um die Seepolizei zu alarmieren. Dann herrschte bedrückte Stille. Vorbei war’s mit der Beschaulichkeit an diesem sonnigen Nachmittag. Die Berner wissen’s: die ungestüm dahinfliessende Aare ist gefährlicher, als sie aussieht: heimtückische Wirbel, die grosse Schleuse mitten in der Stadt, mangelnde Ausstiegsmöglichkeiten, das Stauwehr am Stadtrand – eine ausser Kontrolle geratene Fähre kann man alles andere als auf die leichte Schulter nehmen.

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Etwas später folgten mein Sohn und ich zu Fuss der Aare flussabwärts, Richtung Berner Tierpark. Beunruhigt hielten wir nach der verunglückten Fähre Ausschau, konnten sie jedoch nirgends erspähen. Erst nach mehr als einer halben Stunde entdeckten wir sie auf einer Sandbank fast schon auf Höhe des Tierparks. Die Seepolizei war vor Ort, die Passagiere hatten die Fähre inzwischen verlassen. Gottseidank!

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Am nächsten Tag berichteten die Zeitungen über das Unglück. Es war dem Fährmann mittels Stocherstange, mit viel Geschick und Mut, gelungen, das schwere Gefährt auf die Sandbank zu manövrieren. Er blieb an Bord, bis die Seepolizei alle Passagiere aus ihrer hilflosen Lage befreit hatte. Als er als Letzter ans Ufer gebracht wurde, sank er dort tot zu Boden. Der tapfere Mann hatte einen Herzschlag erlitten – doch erst, nachdem alle seine Passagiere gerettet worden waren.

Elisabeth, 4.3.2020

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Mhmmm?

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In Südafrika war’s. Die Dame des Hauses versammelte wöchentlich ihre Freundinnen um sich zum Nachmittagskränzchen, wo die Ladies bei Tee und Kuchen den neuesten Klatsch austauschten. Besonders beliebt war der englische Cherry Cake mit den kandierten Kirschen im luftigen Teig. «Sag mal», wollte eine der Freundinnen eines Tages von der Gastgeberin wissen, «wie macht das deine Köchin? In unserem Cherry Cake sinken die schweren Kirschen beim Backen immer allesamt auf den Boden des Kuchens, anstatt sich schön im Teig zu verteilen wie hier bei dir.» Abends fragte die Lady ihre Köchin. Die schwarze Mary lächelte vergnügt. Dann antwortete sie: «Ganz einfach, Ma’am, ich nehme die Cherries alle in den Mund und spucke eins ums andere gleichmässig in den Teig. Dort bleiben sie dann stecken, bis der Cherry Cake gebacken ist.» Enjoy your cake!

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Im idyllisch gelegenen Ausflugsrestaurant war’s. Den bestellten Salat hatte ich etwa zur Hälfte gegessen, als ich plötzlich einen weiss-schwarzen, etwa 4cm langen, extrem dünnen Wurm bemerkte, der in solchem Tempo in den restlichen Blättern meines Salats herumturnte, dass ich ihn nur mit Mühe einfangen konnte, um ihn dem Kellner zu zeigen. Noch so gerne überliess ich ihm (dem Wurm) hierauf den durchwühlten Rest der gesunden Vitamine. Igittigitt!

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In unserer Stadt war’s. Vor Jahren gab es mitten in der Stadt eine sogenannte «Brötli-Bar». Dort wurden belegte Brote vor den Augen der auf Barstühlen wartenden Kundschaft frisch zubereitet und dann sofort mit Appetit gegessen. Die mit den verschiedensten Zutaten belegten Brötchen schmeckten wirklich fein und sahen ausgesprochen appetitlich aus. Die Bar war stets gut frequentiert. Ich teilte die Begeisterung. Bald wurde ich Stammgast, bis, ja bis ich eines Tages beim genüsslichen Schmausen beobachtete, wie der ältere Mitarbeiter, der die Brote schmierte, jedes Mal, wenn er die Butter oder den Frischkäse aufgetragen hatte, voller Hingabe das Messer ableckte. Wohl bekomm’s!

Es hat sein Gutes, dass wir nicht in jede Küche und Backstube reinschauen können…

Elisabeth, 27.2.2020