Winterdämmern

Foto Elisa: Weihnachtsstimmung im Wohnzimmer

Liebe Freundinnen und Freunde,
Für die kommende Festzeit wünsche ich Euch Mut, Zuversicht, Glück, Segen – und trotz Corona viel Licht und Freude. Danke fürs Mitlesen, Mitfühlen, Kommentieren, Liken, Followen in den vergangenen Monaten – danke auch den Bloggern unter Euch, dass Ihr Euer eigenes «Schatzkästlein» ebenfalls regelmässig öffnet. Empfangene Freundlichkeit und Wertschätzung sind für alle Menschen etwas Beglückendes.

Manchmal, wenn die Trauer mich übermannen will, beschwichtigt mich ein Blick in die Stille und Unendlichkeit des Himmelszeltes, aus dem uns Sterne entgegen funkeln und den Glauben verstärken, dass wir alle in etwas Grösserem eingebunden und geborgen sind.

Bleibt gesund, und bis ins neue Jahr! Herzlichst, Elisa
Sonnenwende 2020

Winterdämmern
Manchmal legt Schnee
Eine Decke über das, was war.

In der Dämmerung leuchten die Fenster,
Kristalle glitzern unter Laternen.

Manchmal, in blauen Stunden ist mir,
als räume mich einer auf.

Altes darf enden. Sanft.
Neues kommt.

//Tina Wilms

Photo by Ivars on Pexels.com

Requiem

Freundlich, lustig, stets zu kleinen Streichen aufgelegt, gelenkig wie eine Katze: Das war Jakob, mein Cousin und liebster Spielgefährte meiner Kindheit. Ich nenne ihn Köbi, wie ich ihn immer genannt hatte. Mit ihm ging ich zum ersten Mal in den Kindergarten – ich war dort zwar lediglich zu Besuch, während er schon täglich hingehen durfte. Er war klein, knuddelig, mit grossen dunklen Augen, sah allerliebst aus in seinen Spielhöschen mit dem hellblau/weissen Kölsch-Muster. Wir hatten kaum die erste Geschichte gehört, da machte er in die hübschen Höschen – und beide mussten wir zurück nach Hause.

Photo by mali maeder on Pexels.com

Am Ende des ersten Schuljahres sagte der Lehrer zum aussen rechts sitzenden Buben: «Jakobli, Ich habe eine gute Nachricht für dich. Du darfst noch ein Jahr länger bei mir bleiben.» Mir schien, als sei nur ich traurig darüber!

Doch in der Freizeit waren wir fast täglich zusammen. Im Frühling bauten wir Oster Nestchen und legten sie voller Erwartung an einen trockenen Ort, wir stauten Nachmittage lang den etwa zwei Kilometer entfernten, idyllischen Bach, pflückten Blumen, sammelten im Herbst im Wäldchen Laub für den Gärtner, der uns pro steinhart gefüllten Sack nur ungern 10 Rappen aushändigte. Wir liefen im Winter Schlittschuh auf dem nahen Weiher und dem Bach. Aufregend fand ich auch die Ball- und Seilspiele auf der Strasse, die Schnitzeljagden und ‚Räuber und Police’ durch den halben Ort, die Spiele ‚Der böse Wolf’, ‚Der schwarze Mann’, derer wir nie überdrüssig wurden. Immer waren dann mehr als ein Dutzend Kinder aus der Nachbarschaft beteiligt. Oh, und eh ich’s vergesse: Die Versteckspiele auf dem weitläufigen Grundstück meiner Eltern – Köbi wohnte im gleichen Haus wie wir – hatten es uns Kindern ebenfalls angetan. Ich versteckte mich liebend gern in einer leeren Kiste im Garn-Magazin, wo man mich nie fand und das Kunststück darin bestand, mit lautem Herzklopfen, doch unbemerkt, im richtigen Augenblick zum Anschlagspunkt zu laufen.

Photo by Lukas on Pexels.com

Unser Garten war, wohl nicht zuletzt wegen Köbi, ein grosser Anziehungspunkt im Quartier. Einmal traf er mit einem Gummigeschoss die elektrischen Drähte, die unter dem Dach in unser Haus führten. Zwei Drähte berührten sich, Funken sprühten, es zischte, knallte und «räuchelte». Augenblicklich führte der Kurzschluss zu einem Stromausfall im gesamten Gebäude und der angrenzenden Weberei. Papa kam angerannt und war ziemlich wütend. Als er sah, dass wir alle verdattert waren, ein Kind (nicht Köbi!) sogar weinte, hörte er auf zu schimpfen und sorgte für Abhilfe.

Eines Tages fiel der gehbehinderte Grossvater in seiner Parterrewohnung im engen Abort zu Boden und blockierte die Türe, so dass ihn selbst mein Papa nicht befreien konnte. „Köbi, du bist schmal genug, um durchs Abtritt-Fensterchen hineinzuklettern. Du musst ihm helfen,“ verlangte Papa. Vor dem gestrengen Großvater lief Köbi sonst immer davon… Die Kletterpartie zur kleinen Fensteröffnung dauerte seine Zeit. Kurz, bevor Köbi seinen schmalen Bubenkörper endlich durchgezwängt hatte, wendete er den Kopf zu uns und – grinste. Nach der Rettungsaktion prustete er los: „Großvater sah grotesk aus, wie er zwischen Toilette und Türe auf dem Boden lag, ausgestreckt wie ein Frosch, über und über bedeckt mit Waschpulver, halb versteckt unter Frottierwäsche und Schmierseife. Er hatte beim Fallen das Gestell neben der Tür mit sich umgerissen.“

In seinen Jugendjahren interessierte sich Köbi fürs Kunstturnen. Auch aufs Autofahren war er erpicht und erwarb den Führerschein schon mit 18. Für meine ältere Schwester und mich wurde er mit seiner rassigen Fahrweise ein willkommener, gefreuter Begleiter beim Samstagabend-Ausgang. Dann fuhr er uns mit dem Auto irgendwohin auf einen «Hoger» (Hügel) im Appenzellerland, wo wir dann im Bergrestaurant ein Dessert assen, uns köstlich über seine Sprüche und Witze amüsierten und den ganzen Abend lachten. Ich erinnere mich auch, dass er, weil er klein geblieben war, beim Bremsen halb aufstehen musste und manchmal von der Polizei angehalten wurde, weil sie dachten, es sitze ein Bub am Steuer. Köbi löste das Problem, indem er Vaters Hut aufsetzte, so war dann Ruhe, obwohl ihm der grosse Hut manchmal über die Augen rutschte. Zum Glück hatte er in brenzligen Situationen ein fantastisches Reaktionsvermögen.

Köbi, der Ehemann einer tollen Frau, der liebevolle Vater und Grossvater, ist nicht mehr. Vor ein paar Tagen hat er nach langer schwerer Krankheit die Augen für immer geschlossen. Er hinterlässt eine vielköpfige Familie, die sehr um ihn trauert. Für Kinder hatte er sein Leben lang ein grosses Herz und viel Liebe übrig. Ruhe in Frieden, Köbi, mein toller Cousin und bester Freund aus Kindheitstagen. Ihm widme ich diese Erinnerungen.

Photo Wikipedia: Grabkreuz mit dem Christusmononogramm
IHS und der Inschrift Requiescant In Peace, RIP

Ihr Lieben, wenn uns etwas bedrückt, beruhigt es, dass wir zur Feder greifen können – wir als schreib-affine Menschen wissen das aus Erfahrung, oder nicht? Schreiben hat etwas Heilendes. Die Seele kann wieder freier atmen. Danke fürs Lesen.

In schreibender Verbundenheit, Elisa, 16.12.2020

Photo by fotografierende on Pexels.com

Gastfreundschaft, Φιλοξενία

Photo by Valdemaras D. on Pexels.com: Weiss und Blau, Griechenlands typische Farben!

Bei diesem Wetter täte uns eine Reise in den warmen Süden gut, oder nicht? Also erzähle ich Euch heute von einer Episode im sonnigen Griechenland. Es ist lange her, doch in meiner Erinnerung scheinen die Wanderferien erst vor kurzem stattgefunden zu haben. Wir waren etwa 25 wandererprobte Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Viel erlebten wir in diesem Spätsommer, landschaftliche Schönheit, friedliche Hirten, kulturelle Sehenswürdigkeiten, heimelige Tavernen.

Photo by Freute: Chania bei Nacht

In der ersten Woche übernachteten wir in Chania an Kretas Nordküste und unternahmen von dort aus täglich mehrstündige Wanderungen. Meine Wanderschuhe waren die rauen Pfade mit den vielen Steinen nicht gewohnt. Gegen Ende der Woche begannen sich die Sohlen zu lösen. So trug ich die Schuhe am Ruhetag zu einem der Schuhmacher im Schuhmachergässlein. Er versprach, sie bis zum Abend zu reparieren, damit ich sie am Samstag für die Wanderung durch die Samaria-Schlucht wieder benutzen könne. Eine Verständigung war indes schwierig, ich war nicht ganz sicher, ob wir einander auch richtig verstanden hatten; doch als ich sie abends abholte, händigte er mir strahlend meine Wanderschuhe aus, die glänzten wie neu. Er verlangte wenig Geld für die Reparatur. Ich war zu einem griechischen Tanzabend eingeladen. Um nicht zu spät zu kommen, stellte ich die Schuhe rasch und unbesehen ins Zimmer.

Photo by Pixabay on Pexels.com: Im Schuhmachergässlein

Am Samstagmorgen mussten wir früh aus den Federn. Beim Versuch, in meine Wanderschuhe zu schlüpfen, erschrak ich: Die Innensohlen von beiden Schuhen waren über und über mit spitzen Nägeln gespickt! Der Schuhmacher hatte die zu langen Nägel einfach von unten her in die Sohlen gehämmert! Ich traute meinen Augen kaum. Du meine Güte! Ein Fakir hätte sich womöglich gefreut, aber eine 7stündige Wanderung in solchen Schuhen war klar ein Ding der Unmöglichkeit. Meine liebe Zimmerkollegin half mir aus der Patsche. In weiser Voraussicht hatte sie zwei Paar Wanderschuhe mitgenommen und lieh mir spontan eines aus. Leider waren sie mindestens eine Grösse zu gross. Doch vorerst war ich guten Mutes.

Nach dem Frühstück fuhr uns der Bus zum Eingang der berühmten Samaria-Schlucht (griechisch Φαράγγι της Σαμαριάς) im Südwesten der Insel. Mit 17 Kilometern Länge ist sie eine der längsten Schluchten Europas. Aus über 1200m Höhe führt sie fast von der Mitte der Insel bis zum Libyschen Meer hinunter. Im kleinen, isolierten Hafenort Agia Roumeli würde uns ein Schiff erwarten, um uns der Südküste entlang für die zweite Ferienwoche nach Chora Sfakion zu bringen. Eine andere Transportart gab es nicht.  

Photo by: Photo Travellers, Samaria Schlucht von oben

Es war ein strahlend schöner Sommertag, als wir in die eindrückliche Schlucht mit den imposanten Felsen einstiegen. Am Anfang ging’s mit den fremden Schuhen soso lala, doch mein Abstand zur Gruppe wurde immer länger. Ich tat, was ich konnte, aber es war nicht genug. Denn auf einmal war ich allein auf weiter Flur. Ich ging etwas mühsam weiter. Auf einmal ertönte in der morgendlichen Stille eine wohlklingende Männerstimme. Nach einer Wegbiegung sah ich etwa 10 Meter vor mir einen jungen, sehr gemächlich gehenden Griechen, der seinem Glücksgefühl singend Ausdruck verlieh. Das bewegte mich. Beim Einholen lächelte ich ihn an und sagte: «Kalimera.» Er lächelte zurück. Als ich an ihm vorbeigehen wollte, erkannte er auf einen Blick meine unbequeme Schuh-Situation und bot mir seine Hand an. Ganz selbstverständlich wanderten wir Hand in Hand weiter. Mit seinem starken Arm half er mir an steilen Stellen, über Bächlein und Felsbrocken hinweg. Ich war sehr dankbar für diese Hilfe, die umso erstaunlicher war, als wir uns kaum unterhalten konnten. Seine spärlichen Englischkenntnisse waren immerhin etwas besser als mein rudimentäres Griechisch. Ich war froh, dass ich wenigstens das Wort «Efcharistó» für «Danke» kannte. Wenig später lernte ich auch seine vorangegangene Familie kennen: Eltern, Tanten, Onkel und sein Bruder, der heute Geburtstag hatte. Sie hiessen mich lachend und gestenreich willkommen.

Als wir etwa zur Mitte der Schlucht gekommen waren, erschien schwer atmend meine Reiseleiterin. Kaum erblickte sie mich, schnaubte sie wütend: «Ich bin extra wegen dir zurückgelaufen – und was machst du? Du lachst dir einen fremden Kerl an. Jetzt werde ich mich nicht mehr um dich kümmern. Wir sehen uns am Hafen.» Damit machte sie abrupt kehrt und liess mich stehen, ohne mir Gelegenheit für eine Erklärung zu geben. Ich war baff – was unterstellte sie mir da, ohne nachzufragen? Gute Kommunikation ist immer und immer wieder ein Kunststück!

Foto by: Foto Travellers Samaria Schlucht: So viele Steine!

Nichtsdestotrotz fühlte ich mich wunderbar wohl und unbekümmert. Nun brauchte ich mich nicht mehr zu beeilen. Kurze Zeit später machte «unsere griechische Gruppe» auf flacheren Felsen einen Picknick-Halt. Unsere schweizerische Wandergruppe hatte kein Picknick mitnehmen können. Die Wanderleiterin hatte uns beschieden, wir könnten überall Quellwasser trinken und bekämen dann im Fischerdorf etwas zu essen.

Beim appetitlichen Duft der Speisen, die nun ausgepackt wurden, bekam ich natürlich Kohldampf. Ganz so als wäre ich ein Familienmitglied, teilten die liebenswürdigen Griechen fröhlich ihr Essen und Trinken mit mir, und es schmeckte vorzüglich!

Foto by: Foto Travellers Samaria Schlucht

Als wir Agia Roumeli erreichten, merkte ich, dass ich, statt knapp sieben Stunden, fast neun für die Wanderung (inkl. Picknick) gebraucht hatte. 10 Minuten waren noch übrig bis zur Abfahrt des Bootes! Doch es reichte ja, und es war es mehr als wert gewesen. Mit viel Herzlichkeit verabschiedete ich mich von den freundlichen, grosszügigen Menschen, die mir mit ihrer Wärme das echte Griechenland und seine Gastfreundschaft näher gebracht hatten.

Der Empfang bei meiner Reisegruppe am Hafen war im Gegensatz kühl bis frostig. Was hatte die Reiseleiterin den anderen wohl erzählt?

Die glückliche Stimmung in meinem Herzen konnten sie mir jedoch nicht nehmen.

Elisa, 9.12.2020

Foto by: Rental-center-crete:
Von Chania nach Chora Sfakion, zum Glück nicht gar alles zu Fuss!

Hundeleben

Photo by C Technical on Pexels.com

Kürzlich fiel mir ein alter, gebeugt gehender Mann auf. Er schlurfte zur Bushaltestelle und setzte sich auf die Wartebank. An der Leine führte er einen kleinen Hund, augenscheinlich ein Mischling, Typ Rehpinscher. Der mürrisch dreinblickende Mann trug keine Maske, obwohl dies momentan an den Haltestellen verlangt wird – doch das freundlich wedelnde Hündchen hatte einen Drahtmaulkorb an! Dieser wollte so gar nicht zu seiner schmalen Schnauze und seinem treuherzigen Blick passen.

Photo by Dominika Roseclay on Pexels.com

Ist da jemand, ungerechterweise, «auf den Hund gekommen»?

Euch, liebe Blog-Freunde, und mir selbst wünsche ich, dass wir in dieser anspruchsvollen Zeit zur Ruhe kommen. Alles Liebe, Elisa

Foto Elisa: geweihte Kerze für Bernie

Immer und ewig

Foto Fabienne: Bernie , bereit und hochmotiviert an einer der geliebten Messen

Vorgestern Montag, 23. November 2020, war es 6 Monate her, seit Sohn Bernie mitten aus seiner intensiven Lebendigkeit heraus und von unserer Seite gerissen wurde. Wir vermissen ihn und seine lustigen Einfälle mehr denn je!

Einen Tag zuvor, am 22. November, war bei uns Reformierten der Ewigkeitssonntag. Zusammen mit den anderen Menschen der Gemeinde, die im 2020 einen lieben Menschen verloren hatten, wurden wir zur Gedenkfeier eingeladen. Es gab, Corona bedingt, fünf Gottesdienste an diesem Tag. Man musste sich anmelden.

Foto Elisa: Ewigkeitssonntag

Wir besuchten den letzten um 16 Uhr. Er stand unter dem Motto: Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leidens. (Jeremia 29,11)

Nach der Besinnung wurde der Name des/der Verstorbenen abwechselnd vom einen Pfarrer aufgerufen mit den Worten: «Geborgen in Gott, bleibende Erinnerung in unseren Herzen.» Gleichzeitig entzündete der andere Pfarrer an der Osterkerze die entsprechende Kerze, die wir nachher mitnehmen durften.

Auf dem Friedhof, bei den vielen brennenden Kerzen auf den Gräbern, fand die friedliche Stimmung ihre Fortsetzung.

Foto Elisa: Auf dem Friedhof am Ewigkeitssonntag

Trostgedicht von Hilda Domin (1909-2006)
Die schwersten
Wege werden alleine gegangen,
die Enttäuschung, der Verlust,
das Opfer,
sind einsam.
Selbst der Tote der jedem Ruf antwortet
und sich keiner Bitte versagt
steht uns nicht bei
und sieht zu
ob wir es vermögen.
Die Hände der Lebenden die sich ausstrecken
ohne uns zu erreichen
sind wie die Äste der Bäume im Winter.
alle Vögel schweigen.
Man hört nur den eigenen Schritt
und den Schritt den der Fuß
noch nicht gegangen ist aber gehen wird.

Stehenbleiben und sich umdrehen
hilft nicht. Es muß
gegangen sein.

Nimm eine Kerze in die Hand
wie in den Katakomben,
das kleine Licht atmet kaum.
Und doch, wenn du lange gegangen bist,
bleibt das Wunder nicht aus,
weil das Wunder immer geschieht,
und weil wir ohne Gnade
nicht leben können:
die Kerze wird hell vom freien Atem des Tags,
du bläst sie lächelnd aus
wenn du in die Sonne tritts
und unter den blühenden Gärten
die Stadt vor dir liegt
und in deinem Haus
dir der Tisch weiß gedeckt ist.
Und die verlierbaren Lebenden
und die unverlierbaren Toten
dir das Brot brechen und den Wein reichen –
und du ihre Stimme wieder hörst
ganz nahe
bei deinem Herzen.

Wunderbar tröstlich, dieser Ausdruck „die unverlierbaren Toten“. Der Pfarrer ergänzte: Um diese Liebsten müssen wir uns fortan weder ängstigen noch sorgen.

Das feine lyrische Gedicht der Jüdin Hilde Domin und das Zitat aus Jeremia 29,11 können wir als Trost in unser aller Herz hereinnehmen – ist doch dieses Jahr ein schwieriges für beinahe jedes von uns. Weihnachten – so sehr ein Fest für grosse, fröhliche Familientreffen – wird mit Sicherheit einsamer sein als in den Jahren zuvor.

Die Liebe aber hallt in uns wider – als Echo im Herzen. Diese Stimme, gespeist von göttlicher Quelle, besteht nicht nur aus unseren eigenen, zartesten Empfindungen, zu ihr gesellt sich nun auch die Stimme der «unverlierbaren Toten». Die Liebe ist in der Tat unverlierbar, selbst den Schmerz durchdringt sie. In stillen Träumen und schönen Erinnerungen an Verstorbene und Abwesende leuchtet sie hell auf. Das ist wahrhaftig gebündelte Hoffnung.

Horchen wir also auf diese Stimme ganz nah bei unseren Herzen! Sie ist es doch, die uns durchs Leben und durch den Tod trägt.

Elisa, 25.11.2020

Foto Elisa: am Thunersee mit „Niesen“

Nostalgisches aus Cornwall

Photo by sl wong on Pexels.com

Das British Museum und das Victoria & Albert Museum in London bergen einzigartige Kunstschätze mit starker, internationaler Strahlkraft. Doch von diesen soll hier nicht die Rede sein, sondern von meiner nostalgischen Sicht auf kleinere, eher unbekannte Museen.

Photo Jamaica Inn: Das alte Wirtshausschild

Seit beinahe drei Wochen herrscht trübes Wetter, als DER MANN und ich Cornwall besuchen – so richtig passend fürs Bodmin Moor, über das in mondlosen Nächten unheilschwangere Nebel streichen. Rasch durchqueren wir mit dem Auto das einsame, windgepeitschte Moor. Kein Wunder, gehört es zu den unheimlichen Schauplätzen Cornwalls! An seinem Rande steht der Jaimaica Inn, ein durch Mord und Totschlag in Daphne du Maurier’s gleichnamigem Roman in Verruf geratener Gasthof. Ein düsterer Ort – einst Treffpunkt von allerlei Gesindel wie Schmugglern, Dieben und Mördern – heute von Touristen heimgesucht. An den morschen Balken ist flächendeckend Geld aufgeklebt. Daphne du Maurier erkor Cornwall zu ihrer Wahlheimat und war bis zu ihrem Tod 1989 oft zu Gast im Jamaica Inn, den sie in einem packenden Roman gleichen Namens verewigt hat. Uns fehlt jedoch die Lust, um unter diesen dunklen, bedeutungsschwangeren Balken Lunch zu essen.

Photo Jamaica Inn: Hof und Pub

Das dem Gasthof angeschlossene Museum von Mr. Potter wurde 1861 gegründet und, wie könnte es in Grossbritannien anders sein, enthält ein schier unglaubliches Sammelsurium an abenteuerlichem Krimskrams, der auf eine morbide Art fasziniert. Wunderliche Gegenstände und vergilbte Fotos, die von längst verblassten Sitten aus fernen Ländern zeugen, liegen neben kuriosem Tand. Man entdeckt vorsintflutliche elektrische Apparate und verschrobene Reiseandenken aus den entlegensten Teilen der Erde, so einen echten menschlichen Skalp, ein altes, blutverkrustetes Schwert aus Borneo oder eine Menschenfresser-Gabel aus Neu Guinea. Mr Potter’s Spezialität waren Tierpräparate, vom imposanten Löwen bis zur winzigen Maus. DER MANN schaut sich das nicht gerade begeistert an…

Inzwischen sind die Gegenstände versteigert worden. An ihrer Stelle gibt es jetzt ein Schmugglermuseum, und der Inn bietet Übernachtungen im romantischen Himmelbett (mit Gespenst?) an.  

Photo Jaimaica Inn: Wandbild im Pub, Spukender Schmuggler

Natürlich kann man selbst in Cornwall ganz normale Museen besuchen. Mit der 150jährigen Looe-Valley-Bahn tuckern wir an einem der nächsten Tage durch eine unberührte Landschaft, die uns durch Wälder, über einen Damm und zwischen zwei Seen hindurch bis ans Meer bringt. Kurz nach Beginn der Fahrt hält der kleine Zug, und wegen des Gefälles steigen Kondukteur und Lokführer aus, stellen von Hand die Weiche, steigen am andern Ende des Zuges wieder ein und meistern so elegant die scharfe Kurve.

Photo by Blaque X on Pexels.com

Im kleinen Weiler von St. Keyne, der aus etwa vier Häusern besteht, unterbrechen wir unsere Fahrt für 1 ½ Stunden und lassen uns von Paul Corin in seinem Musikautomaten-Museum in andere Sphären entrücken. Zwar riecht es im alten Gebäude muffig. Die Mauern bröckeln und sind in den Ecken von Schimmel befallen. Doch Pauls humorvolle Geschichten, mehr noch das lange, nostalgische Konzert auf seinen 100jährigen mechanischen Kirchen- und Jahrmarkt-Orgeln, den elektrischen Pianos und Wurlitzern, halten DEN MANN und mich gefangen. In dieser zauberhaften Welt steht die Zeit still. Fast können wir uns nicht losreißen – wäre da bloß nicht der wartende Zug.

Leider ist das Museum inzwischen geschlossen.   

Photo by Brett Sayles on Pexels.com

Ich muss gestehen, nicht immer lohnt sich ein Museumsbesuch. In einem malerischen Küstenort hat’s ein Witchcraft-Museum. Beim Eingang steht ein Schirmständer für Hexenbesen, was DER MANN und ich noch witzig finden, doch schon bald wird uns in der düsteren Sammlung unheiliger Hexenkunst mulmig zumute. In der Tat merken wir enttäuscht, dass es hier nicht, wie erwartet, um eine schräge und etwas schrille Ausstellung geht. Der verstorbene Museumsgründer war vielmehr stolz darauf gewesen, ein schwarzer Magier zu sein. Zauberlitaneien und magische Anleitungen zu dunklen Untaten lassen uns das Blut in den Adern gefrieren. Beim Anblick durchstochener Voodoo-Puppen, vertrockneter menschlicher Hände, toter Kröten und anderer abscheulicher Gegenstände regt sich tiefe Abscheu. Was für ein unflätiger Ort! DER MANN und ich brechen den Rundgang schleunigst ab, verfolgt von höhnischem Hexengelächter ab Band und den argwöhnischen Blicken der merkwürdigen Frau an der Kasse. Würde mich wundern, wenn das Museum noch existierte…

Photo by Thirdman on Pexels.com

Reizvoll hingegen ist, dass in Cornwall noch immer Legenden um König Artus und seine Ritter, das versunkene Avalon und den Zauberer Merlin gewoben werden. Auf Grund der Erzählungen über Sagengestalten taucht man kopfüber ins europäische Mittelalter ein, das hier nach wie vor lebendig zu sein scheint. Auf Schritt und Tritt entdeckt man vermeintliche Spuren. Entsprechende Museen, Ausstellungen und Burgruinen regen die Fantasie mächtig an.

Photo pinterest:
Burgruine Tintagel, wo der Legende nach König Artus geboren wurde

In Wäldchen versteckt gibt’s unzählige ‚Wunschbrunnen’, um die es des Nachts spuken und irrlichtern soll. Allein schon die Lage dieser Brunnen in Grotten oder feuchtem, dunklem Unterholz sorgt für eine gruselige Stimmung. Ich würde mich hüten, dort etwas zu wünschen. Obwohl sonst allem Englischen zugetan, habe ich nicht den Wunsch, in dieser huschenden und raunenden Spukwelt heimisch zu werden.

Photo by Pixabay on Pexels.com

Nicht einmal Sir Simon, dem harmlosen Gespenst aus Oscar Wilde’s Erzählung «The Canterville Ghost», möchte ich nachts auf dem Flur begegnen!

Elisa, 18.11.2020

Photo by Sally Mitchell on Pexels.com

Kleine Freude

Machen Euch die folgenden Bilder auch froh? Es ist erstaunlich, wie viele Wiesenblumen man Mitte November noch finden kann, wenn man die Augen offen hält! Ich habe sie heute offen gehalten. Der Herbst ist keineswegs grau…

Fotos Elisa, 15. November 2020

Foto und Katze: Sandra Vincenzo, eine meiner Patentöchter

Bleibt gesund in diesem farbenfrohen Herbst. Liebe Grüsse, Elisa, 15.11.2020

Geisterstunde

Geht Ihr nachts über einen Friedhof, spaziert durch dunkle Gässlein oder besucht im Nebel einen einsamen Park? Ich sicher nicht! Ich beschleunige den Schritt, sobald es dunkel wird. Wovor ich mich fürchte? Weniger vor Spukgestalten als vor Menschen aus Fleisch und Blut. Man weiss ja nie…

Photo by Gagan Deep on Pexels.com

Liebt Ihr das Gruseln? Im nebelverhangenen November gedenken wir unserer Verstorbenen auf besondere Weise. DER MANN und ich finden die zahlreichen brennenden Kerzen auf den Friedhofgräbern beim Einnachten zauberhaft. Vielerorts herrscht auch der Brauch, im kleinen Kreis um ein knisterndes Kaminfeuer zu sitzen und einander Gespenstergeschichten zu erzählen.

Photo by Charles Parker on Pexels.com

Wie kommt es aber, dass gerade die Briten mit Gespenstern «auf Du und Du» sind? Es ist gewiss kein Geheimnis, dass Engländer Übersinnliches geradezu hätscheln, und dass in ihren Schlössern die Gespenster ein- und ausgehen. Aus dem Magazin des «British Shop» erfahre ich die mutmasslichen Gründe:

Es gibt auf den britischen Inseln unzählige uralte Häuser, Schlösser und Burgruinen, wie geschaffen für umherirrende lichtscheue Gestalten. Dazu neblige Landschaften, insbesondere die düsteren Moore. Glaube und Aberglaube verschiedener Völker haben sich über die Jahrhunderte vermischt, so dass sich neben spukenden Kelten oder einem axtschwingenden Wikinger vielleicht ein normannisches Burgfräulein um einen kreischenden Schädel oder einen kopflosen Römer in Sandalen kümmert, während sich ein einäugiger Pirat feige von dannen schleicht.

Photo: Elisa, beim Eingang von Schloss Wartensee

Kein historisches Gebäude ohne Hausgespenst! In Schloss Windsor soll es gar 25 sogenannte Untote geben. Bestimmt zollen sie der Königin den nötigen Respekt – sozusagen im Austausch zur Gratis-Beherbergung … Ist ein Hotel oder Pub «haunted», d.h. heimgesucht, wird das nicht etwa schamhaft verschwiegen – im Gegenteil, es ist beste Werbung, selbst wenn die Geisterwesen nachts unsanft ihr gruseliges Unwesen treiben! Briten lieben ihre Gespenster! Was aufgeklärte Menschen und die Wissenschaft als Aberglaube und Sinnestäuschung abtun, hat auf den britischen Inseln eine Vielzahl von begeisterten Anhängern.

Photo by Zack Melhus on Pexels.com

Der US-amerikanische Schriftsteller Edgar Allan Poe (1809–1849) prägte die zu seiner Zeit eher neuen Genres der Kriminal-, der Horror- und der Schauerliteratur. Er war ein Virtuose des Grauens. Kennt Ihr seine Kurzgeschichte «Der Untergang des Hauses Usher?» Darin zieht er alle Register des Grauens mit den passenden Ingredienzien: Ein einsames, heruntergekommenes Haus, an einem unheilschwangeren Tümpel gelegen, eine von Blitz und Donner zerrissene Sturmnacht… Kein Wunder, druckte und las man in England seine Geschichten. Doch ein Honorar bekam Edgar Allan Poe von dort nie…

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Selbst in Bern haben wir ein Gespensterhaus. Es ist seit Jahren unbewohnt. Laut Touristenwerbung können Unerschrockene abends einen «gruseligen Streifzug durch Berns Schattenwelten und Geistergeschichten» machen. Die Führung startet beim Einnachten. Hier der Originalton von Bern Tourismus:

Unterwegs werden Spuk-Orte der Altstadt besucht, denen Begegnungen mit Teufeln, Gefangenen, Mörderinnen und unerlösten Seelen nachgesagt wird. Der Weg führt vorbei an Plätzen furchtbarer Verbrechen: Ecken und Gässchen sind stumme Zeugen scheusslicher Vorfälle und unheimlicher Legenden. Der Rundgang verbindet auf gekonnte Weise Sagen und Schauergeschichten mit historischen Geschehnissen.

Photo by Lennart Wittstock on Pexels.com

Ich selbst glaube nicht an Gespenster. Paradoxerweise fühle ich mich trotzdem zu unerklärlichen Phänomenen hingezogen und mag es, wenn mir gelegentlich eine Gänsehaut über den Rücken jagt – natürlich nur, wenn ich nicht allein bin. Es war ein eiskalter, finsterer Dezember-Abend, als wir vor mehreren Jahren von unserer grosszügigen Chefin zu einem Stadtrundgang «Gespenstisches Bern» eingeladen wurden. Es gelang dem grossartigen Stadtführer sogar, uns in dunklen Ecken und auf steilen Treppen unerwartet zu erschrecken. Inzwischen ist er gestorben. Die Führungen gibt’s aber immer noch. Ob er dabei Pate steht?  

Wieder Bern Tourismus: Als Grundlagen für den Rundgang dienen Überlieferungen und Aufzeichnungen dreierlei Autoren, die durch Berns schaurige Kapitel führen. Da ist die Geschichte des skrupellosen Metzgerburschen, der in der Gestalt eines Kalbes für seine grausamen Taten sühnt (ein sprichwörtlich dummes Kalb). Bei der Junkerngasse 54 ist die Rede von düstern Mythen rund um das verlassene Geisterhaus, welches seit dem Tod zweier Liebender nicht mehr bewohnt werden kann (wozu brauchen die beiden so viel Platz?)

Ein paar Gassen weiter, so erzählte uns der Stadtführer, wohnte ein Henker, der seine eigene Tochter köpfte – nicht aus einem ehrenhaften Grund heraus, sonst würde sie nicht herumspuken…

Photo by Mitja Juraja on Pexels.com

Zahlreiche Gruselgeschichten kamen ans Licht und liessen uns die Haare zu Berge stehen. Das Gruseln dauerte ganze 90 Minuten!

Ich konnte in dieser Nacht kaum schlafen, obwohl ich vorher natürlich unters Bett geguckt hatte. «Typisch Frau, total unlogisch», werdet Ihr Männer denken, «Gespenster können doch mühelos durch jede Wand schlüpfen. Die verstecken sich wohl kaum unter Betten.»

Liebe Ladies, schaut heute Nacht trotzdem unters Bett!

11.11.2020, Elisa

Photo: Geisterufo2

Schmerz

Photo by Simon Migaj on Pexels.com

Schmerz
Wartend sass ich im Korridor des Spitals. Da taumelte ein kleiner älterer Mann an mir vorbei, sank auf eine Liege ohne Decken und krümmte sich dort zusammen. Dann brach er in herzzerreissendes Schluchzen aus, unterbrochen von lauten Schreien. Ich ging zu ihm hin und fragte: «Kann ich Ihnen helfen? Haben Sie Schmerzen?» Es kam keine Antwort. Er verstand mich offenbar nicht und weinte weiter. Da niemand sonst da war, suchte ich nach einer Pflegefachfrau und bat sie, dem verzweifelten Mann, der augenscheinlich unter entsetzlichen Qualen leide, zu helfen. Lächelnd entgegnete sie: «Er hat gar keine Schmerzen. Er erholt sich nur vom Schrecken, in den ihn eine MRI-Untersuchung versetzt hat. Es war das erste Mal für ihn.»

Es gibt eben Leute, die empfindlicher sind als der Durchschnitt. Ausserdem erleben nicht alle Menschen Schmerz oder Angst gleich heftig, ebenso wie Gefühle der Freude und des Glücks nicht bei allen identisch sind. So wird die Pandemie ebenfalls seelisch von den einen weniger schlimm empfunden als von den anderen. Wahr aber ist auch, dass es Bevölkerungskreise gibt, die schwer betroffen sind, sei es durch den Tod und die Krankheit selbst, sei es dadurch, dass ihre Existenz auf dem Spiel steht. Wer nicht «nur» am Entzug von mitmenschlicher Nähe leidet, sondern auch finanzielle Einbussen oder sonstige Unbill erleidet, der hat natürlich auch mehr Grund zur Klage.

Photo by Pixabay on Pexels.com

Als Rentner müssen DER MANN und ich wegen Corona glücklicherweise nicht mit wirtschaftlichen Nachteilen rechnen. Dennoch beginnt selbst unser Optimismus zeitweise zu bröckeln. Die Pandemie dauert schon zu lange. Die Angst verbreitet sich. In ganz Europa leiden die Menschen, unser Alltag scheint nur noch auf das eine Thema fokussiert zu sein. Ein beträchtlicher Teil unserer Unbeschwertheit ist verlorengegangen.

Je länger die Krise anhält, umso anspruchsvoller wird es, nicht den Mut zu verlieren. Sooft sind wir schon vertröstet worden… Es braucht Kraft, sich gegen Entmutigung zu stemmen. Immerhin weiss ich, was für mich von entscheidender Bedeutung ist: Ich lasse das Negative, wenn immer möglich, in Seele und Geist nicht anschwellen, versuche im Gegenteil, das Gute stärker zu gewichten, mein Herz mit dem Schönen zu füllen, das ich habe und erlebe – und es ist erstaunlich viel! Die Engländer nennen dies: Count your blessings / Zähle Deine Segnungen. Hat nicht der Reformator Martin Luther ebenfalls etwas sehr Kluges gesagt? Man kann sich nicht wehren, daß einem die Vögel über den Kopf herfliegen, aber wohl, daß sie auf dem Kopfe nisten. Das Gleiche gilt für schwarze Gedanken. Lasst sie ziehen, und nicht «einwurzeln»! Es bleibt uns überall noch eine Freude!

Photo by Skitterphoto on Pexels.com

Unsere Pfarrerin hat am Reformationssonntag vom 1. November in ihrer Kurzpredigt unter anderem von den vier «V’s» gesprochen, die ihr einst als Rat für eine gelingende Ehe mitgegeben wurden, die aber ebenso gut zur jetzigen Situation passen:

v-erstehen, v-ertrauen, v-erzichten, v-ergeben

Probieren wir es aus: So schwer kann es eigentlich nicht sein!

Viel Zuversicht und Vertrauen wünscht Euch Elisa

4.11.2020

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Danke

Photo Elisa: Waldspaziergang

Liebe Blog-Freunde,

Unser Kantonsarztamt ist in diesen schwierigen Pandemie-Tagen völlig überlastet! Nach diversen widersprüchlichen Infos betreffend „Kontakt mit infizierter Person“ haben wir uns entschieden, der neuesten Auskunft zu vertrauen: Wir können die Quarantäne abbrechen! Ich trug zum Glück einen Schutzanzug samt Brille. Ausserdem könne das Virus nicht über streichelnde Hände übertragen werden. Jedenfalls geht es uns nach wie vor gut. Herzlichen Dank für Euer Mitgefühl und Euer Daumendrücken. Es hilft bestimmt!

Photo Elisa: Waldspaziergang

Inzwischen ist Freundin Marianne bereits kremiert und wir sind auf dem Weg zum „geheimen Blumengarten“ der Erinnerungen. In den vergangenen Monaten haben wir die betagte Freundin immer wieder verletzt angetroffen, weil sie regelmässig mit dem Rollator stürzte. Doch ob sie eine genähte Kopfwunde, ein blaues Auge oder eine eingegipste Hand hatte, immer antwortete sie: „Mir geht es gut.“ Das letzte Mal, als wir mit ihr Kaffee tranken, fragte DER MANN: „Sonst bist du gesund?“ Die Antwort kam prompt: „Und wie geht’s dem Hund?“ DER MANN schaute fragend und sagte: „Ich habe doch gar keinen Hund. Ich will wissen, ob du gesund bist.“ Sie schwieg. Doch sekundenlang huschte ein belustigtes Lächeln über ihr Gesicht, weil sie ihn „erwischt“ hatte.

Dieser unverwüstliche Humor, gepaart mit Mariannes Ideenreichtum, wird besonders stark in unserer Erinnerung bleiben.

31.20.2010, Elisa

Photo Elisa:
Trinkt oh Augen, was die Wimper hält, von dem goldnen Überfluss der Welt (Gottfried Keller)
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Auch wenn Fliegenpilze giftig sind: Sie leuchten wunderschön