Do it yourself

Darf ich vorstellen? Das ist Little Lady Prettyplum of Rivertown Wangbury. Sie hat am 26.8.2019 unter meinen eher ungeschickten Händen, aber mit professioneller Unterstützung von Freundin R., einer sehr versierten Töpferin, das Licht der Welt erblickt. Farbe hat sie angenommen am 15. Oktober 2019 und gehört seither zu unserer Familie. Selbst DER MANN hat sich mit ihr angefreundet.

Ein Lord Prettyplum kommt nur in ihren Träumen vor, also begnügt sie sich mit «Abwarten und Teetrinken» – und natürlich möglichst vielen Süssigkeiten. Am liebsten hat sie «Plumpudding» und «Plumcake», was den Umfang ihrer Taille erklärt. Uns gefällt sie so wie sie ist.

Und Euch? Eine hübsche kleine Lady, oder nicht?

Elisabeth, 22.10.2019

Herzinfarkt

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Mein damals vierjähriger Sohn bekam im Winter einen starken Husten, so dass ich mit ihm zum Kinderarzt ging. Der Arzt hörte die geplagte kleine Brust aufmerksam mit dem Stethoskop ab – etwas völlig Unbekanntes für das Kind. Nachdem wir die Praxis verlassen hatten, sah es mit bekümmertem Gesichtchen zu mir auf und flüsterte: «Mami, bekomme ich jetzt einen Herzimfrack?»

Der Herzinfarkt kam 42 Jahre später – und mit solcher Wucht, als hätte er in der langen Zwischenzeit Anlauf genommen. Jene Tage gelten als die schwärzesten in meinem Leben. Gottlob konnte der Sohn durch das Einpflanzen von drei Stents gerettet werden. Wunderbarerweise ist er inzwischen wieder wohlauf.

Jedes von uns muss bisweilen Schweres durchmachen. Deshalb ist es sinnlos, neidisch auf jene zu schielen, denen es blendend geht, während man selbst in der Tinte sitzt. Das Leben ist ein ewiges Auf und Ab. Glück ist nie selbstverständlich, umso mehr empfinden wir es als etwas Kostbares. Wahr ist aber auch, dass wir es erst nach einer Pechsträhne so richtig schätzen können. Am dankbarsten sind wir wahrscheinlich, wenn wir «Glück im Unglück» haben.

Zum Thema «Pech» fällt mir eine Anekdote ein, die mit einer ziemlich unverblümten Lebensweisheit aufwartet. Vielleicht kennt Ihr sie schon?

Ein Mäuschen, das vor einer Katze floh, rannte in den Stall und flehte atemlos die nächstbeste Kuh an: „Ich werde verfolgt! Bitte hilf mir!“ „Mach ich“, brummte die Kuh gutmütig, „stell dich ganz schnell unter meinen Schwanz.“ Und schon platschte ein grosser Kuhfladen auf das Tierchen herab. Da erschien die Katze im Stall, sah sich kurz um. Dann schnappte sie sich – schwupps – das arme Mäuschen und frass es mit Haut und Haar. Und die Moral von der Geschicht’?

•  Nicht jeder, der dich ansch…., meint es schlecht mit dir.

  Nicht jeder, der dich aus dem Dreck zieht, meint es gut mit dir.

 Wenn du schon im Dreck hockst, dann zieh wenigstens den Schwanz ein!

Tröstlich zu wissen – und jetzt geht’s nicht um Mäuse: Wir sind Schwierigkeiten nie auf Gedeih und Verderben ausgeliefert. Vor allem dann nicht, wenn wir an Gott glauben.

Elisabeth, 28.11.2018

Sauna

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Die Sauna mag ich nicht. Es ist mir zu heiss da drin. Ich lasse mir nicht gerne einheizen, und ausserdem… Was ist das nur für ein Brauch, bei dem sich wildfremde Menschen freiwillig auf engstem Raum in stickiger Luft zusammenpferchen, mit Leuten notabene, die sie ausserhalb der Sauna nicht einmal grüssen würden? Doch jetzt schnauft, keucht und schwitzt man gemeinsam, was das Zeug hält. «Faute de mieux» betrachtet man die zur Schau gestellten Fettpölsterchen und wabbeligen Bäuche vis-à-vis und fragt sich, ob man ebenso unattraktiv aussieht. Fremde Ausdünstungen vermischen sich mit der eigenen. Fremder Schweiss tropft auf die Bank, auf der man sitzt. Die unschöne Blösse, die man sich hier gibt, hätte in der Öffentlichkeit, ausserhalb der Sauna, mit Sicherheit etwas Anstössiges. Oder besitzen alle Saunagänger/innen tolle, gestählte Körper wie in der Werbung?

Wie dem auch sei, einmal, da haben’s DER MANN und ich in einem schönen Hotel in Österreich versucht, d.h. es war nur ein Dampfbad. Kurz und gut, wir sind da rein in das kleine Häuschen, im Badeanzug und mit dem Badetuch unterm Arm. Niemand war drin, und rasch begannen die Schweissbäche zu rinnen. Auf einmal geht die Türe auf, und ein fremder, splitternackter Mann tritt ein. Leicht verlegen schauen wir weg. Da öffnet dieser freche Mensch den Mund und sagt deutsch und deutlich: „Ihr zwa san Sauhunde!“ Was, wir haben wohl nicht richtig gehört? Empört schauen wir ihn an – ist doch eher er ein nackter Sauhund, oder? Doch schon fährt er fort: „Im Badeanzug geht doch kaaner ins Dampfbad, des is ja so was von unhygieeenisch!“ Wortlos greifen wir nach unserm Frottétuch, schleichen betreten fort. Tja, das war’s dann – Sauna und Dampfbad können uns seither gestohlen bleiben. Wir sind doch keine Sauhunde, oder?

Elisabeth, 21.11.2018