Keine Kultur der Welt ist ohne Tiere

Beide Fotos von Patentochter Sandra Romano: ihre zwei Fell-Lieblinge

Haustiere, vor allem Hunde, zeigen uns, was bedingungslose Liebe und lebenslange Treue ist. Ganz allgemein amüsieren und rühren Tiere uns Menschen, besonders angetan sind wir vom drollligen Nachwuchs. Gerne vergleichen wir ihre Handlungen mit menschlichem Verhalten. Ich bin da keine Ausnahme. Doch werden wir ihnen damit gerecht? Ich glaube nicht. Sie bleiben trotz ihrer Hingabe sich selbst, durchkreuzen oft unerwartet unsere Pläne.

Foto Elisa: eine unserer pfiffigen Krähen

Die pfiffigen Krähen in unserem Quartier scheissen im Frühjahr laut krächzend die ganze Gegend voll, so dass die weiss gesprenkelte Bescherung flächendeckend auf Gehwegen, Strassen und Autos klebt – und haben daneben noch Zeit, sich massenhaft zu vermehren. Von Jahr zu Jahr gibt es mehr von ihnen. Alle Versuche von offizieller Seite, sie zur Masshaltung oder zum «Tapetenwechsel» zu animieren, scheiterten bisher an der Schlauheit der Vögel. –

Foto von Freundin Heidi Wildi: unerwartete Begegnung auf einer Strasse im Oman

Photo by Ali Atakan Au00e7u0131kbau015f on Pexels.com

Tiere sind eigenwillig und handeln nach unserem Ermessen oft unerwartet. Da setzen mit dem Telefon spielende Paviane in Südafrika laufend Notanrufe von der Autobahn ab und verstecken sich, wenn die Polizei kommt, bis ihnen diese dank installierter Kamera auf die Schliche kommt. – Auf dem Land kommen weidende Kühe, Alpakas oder Ziegen zum Zaun gelaufen, um Vorbeigehende kauend, aus kreisrunden Augen, neugierig zu betrachten. Das wirkt rührend, weil sie an uns, ihren Mitgeschöpfen, offenes Interesse zeigen.

Foto Elisa: Ländliche Idylle im Kanton Fribourg
Foto Elisa: neugieriges Schaf

Ein Pferd büxt aus, rennt munter durchs Städtchen, bis man es mit Mühe wieder einfängt. – Auf der Autobahn spaziert gemütlich eine kinderreiche Entenfamilie, ein Hund jagt neben den rasenden Autos her, eine Katze verursacht einen Verkehrsstau. – Da brennt ein Kalb auf dem Weg zum Metzger durch. Unentdeckt gesellt es sich zu einer fremden Kuhherde, als gehörte es dorthin. Schlau, oder? Doch leider erkauft es sich damit bloß einen mehrtägigen Aufschub seines Todes. – Ein Stier stellt sich auf ein wichtiges Bahngeleise. Er weigert sich drei Stunden lang standhaft, es wieder zu verlassen, so dass die vollbesetzten Züge umgeleitet werden müssen. – Doch was geht in den Ausreißern vor? Bestimmt ist es nicht Mutwillen, aber vielleicht Freiheitsdrang und Lebensfreude?

Foto meines verstorbenen Sohnes:
Wallaby, angetroffen auf seiner täglichen Jogging-Route

Auf der Insel Jersey gibt es im weitläufigen Zoo jeden Tag an Ort und Stelle fünf tierkundliche Vorträge, um tierisches Verhalten für die Besucher ein wenig zu erhellen. Faszinierend! Ein Mr. Durrell hat ihn gegründet mit dem Ziel, sich für bedrohte Tierarten einzusetzen. Während der Vorträge an Ort und Stelle erhalten die Tiere eine Zwischenverpflegung, so dass man sie auch beobachten kann. Den Vortrag über die Orang-Utans fanden DER MANN und ich besonders kurzweilig.

Wir erfuhren Heiteres: Orang-Utans sind sehr intelligent. Sie stehlen nachts aus der nahen Zooküche Lebensmittel mit Hilfe von „Lassos“, die sie aus dem Stroh in ihren Käfigen drehen. Erwischen sie etwas, das sie nicht fressen mögen, spielen sie damit oder tauschen es beim Wärter ein. Das Tauschobjekt muss jedoch etwas für sie Feines sein, sonst steigen sie auf den Tauschhandel nicht ein. Vor Jahren stahl ein Männchen jede Nacht die ganze Küche leer, was ein Rätsel war, verfügte die Küche nachts doch über eine verriegelte Türe. Eine Überwachungskamera brachte es an den Tag: der kluge Affe hielt einen Draht in seinen Backenzähnen versteckt, mit dem er wie ein Dieb nachts die Türe öffnete und nach getaner Untat auch wieder abschloss. Ihm den Draht wegzunehmen, war natürlich eine andere Sache.

Anders als die Weibchen, genießen die Männchen bei ihrer Sippe mehr Respekt, der umso grösser wird, je breiter ihre Backen sind. Männchen fressen zuerst und sind zum Teilen nicht bereit.

Foto von Freundin Heidi Wildi: Aug in Auge mit einem wilden Orang Utan in Indonesien

Ich glaube, die Orang Utans sollten sich emanzipieren…

Foto von Freundin Heidi Wildi:
Schnappschuss auf den Strassen Madeiras

Mit treuem Blick, Eure Elisa
09.11.2022

13 Kommentare zu „Keine Kultur der Welt ist ohne Tiere

  1. Liebe Elisa, die Welt wäre arm ohne Tiere. Ich bin so froh, dass ich meine beiden Katzen habe. Sie sind leider abhängig von mir. Ich tue alles dafür, dass es ihnen gut geht. Es sind Gottes wertvolle Geschenke für mich, kleine Lebensgefährten, die immer gute Laune haben und mich mögen, auch wenn ich zum Fürchten aussehe.
    Ich bin kein Vegetarier, versuche aber sehr wenig Fleisch zu essen. Massentierhaltung und gewaltsame Dressur gehören verboten. Jedes Lebewesen hat eine Seele. Warum behandeln die Menschen sie so abgrundtief schlecht? Sie sollten alle ein glückliches, artgerechtes Leben haben. Doch dürfen wir einem solchen Tier das Leben nehmen und es essen? Sollten wir den Schlächtern aus der Massentierhaltung danken, weil sie den schreckich untergebrachten Tieren ein Ende setzen? Angenommen, wir würden alle vegan leben. Müssten dann die Tiere zwangsgekeult werden und würden aussterben? Es ist wirklich schwer, allen gerecht zu werden.
    Danke für Deinen Beitrag, Elisa, er hat mich nachdenklich gemacht. Liebe Grüße, Gisela

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    1. Ich denke, wenn die Massentierhaltung abgeschafft würde und wir alle nicht täglich billiges Fleisch, sondern nur selten gutes und dann teureres Fleisch essen würden, wären wir schon einen großen Schritt weiter! Man muss daher nicht vegetarisch leben – denn das tun die Tiere ja auch nicht. Einfach mehr Rücksichtnahme und Achtsamkeit – allen Lebewesen gegenüber ist das Zauberwort! 🙂

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    2. Ja, liebe Gisela, es ist schwer, allen gerecht zu werden. Mich machen Tierwohl und Tierleid in der heutigen materiellen Zeit auch sehr nachdenklich. Gewaltsame Dressur ist mir ebenfalls ein Gräuel! Dass Du Katzen liebst, verstehe ich nur allzu gut. Ich hatte als Kind stets Katzen um mich – heutzutage leider nicht mehr. Doch streichle ich jedes Fellknäuel, dem ich begegne. Meistens sind auch fremde Tiere mir gegenüber zutraulich. Oft folgen sie dem MANN und mir eine Weile! Ich danke Dir für Deine Gedanken und grüsse Dich herzlich, Elisa

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  2. Fantastische Reihe.
    Den Orang Utan mit dem Schlüssel würde ich gerne mal zusehen.

    Ich habe einen großen Gorilla gebaut, der bewacht den Eingang zur Werkstatt.

    Letzthin bin ich von meinem Bruder durch den Wald zurückgefahren, mit Tempo 60. Ein Reh stand auf der Fahrbahn, ganz dicht entlang der Begrenzung. Es regte sich Gottseidank nicht. Zusätzlich wich ich aus. Meine Frau hatte hier eine Eule gesehen, doch ich wusste es hier besser.

    Meine Insektenfotografie zeigt mir allzeit die Intelligenz dieser Tiere an. Eine solche hat auch Platz in einem Mikrogehirn. Das etwa eine Million mal kleiner ist als das des Menschen. Aber damit kann es fliegen, sich schützen, Nahrung aufnehmen, Nektar ausmachen, sich Plätze merken und sich paaren. .

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    1. Und ich würde gerne einmal Deinen Gorilla sehen, lieber Gerhard! Vielleicht kannst Du ihn fotografieren? Es sind schon imposante Tiere, die einen ins Staunen bringen! Doch noch fast mehr bringen mich „Deine“ Insekten zum Staunen, die, so winzig sie sind, so viel Großes vermögen. Siehst Du, das ist mit ein Grund, warum ich an einen genialen, liebevollen und grosszügigen Schöpfer glaube. Ich danke Dir herzlich und grüße Dich mit vielen guten Gedanken, Elisa

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  3. Schön Deine Tiergeschichten liebe Elisa! Unser Augenmerk & Liebe zu Tieren wurde insbesondere intensiviert durch den Erwerb unseres „Bubis“, eines lustigen Rostkappenpapageis. Das heißt, mein Mann wünschte sich schon immer einen Papagei, also schenkte er mir einen zum Geburtstag.
    Raffiniert nicht wahr? Nun ist er seit 7 Jahren Familienmitglied und nicht mehr wegzudenken. Schade, dass ich es nicht hinbekomme, hier ein Foto von ihm einzufügen. Wir haben ganz viel Freude & Spaß mit ihm und auch er fühlt sich sehr wohl bei uns.
    Aber auch andere Tiere bereichern unser Leben, nicht immer nur zur Freude. Z.B.nerven uns verstärkt Waschbären im Grundstück, vorigen Winter konnten wir auf der unteren Terrasse einen Fuchs mit der Wildkamera fotografieren, ein Marder durchbiss im Sommer ein Kabel am nagelneuen Akkurasenmäher.
    Vor unserem Panoramawohnzimmerfenster kreuzen in der Dämmerung Dutzende Fledermäuse, Bundspechte und Eichhörnchen,Rotkehlchen erfreuen uns an den Bäumen in unserem Sichtfeld. Leider hat voriges Jahr eine Elster unseren Nistkasten besetzt und wir konnten beobachten, wie sie mit den kleinen geschlüpften Meisen davonflog.
    Wie Du siehst, bereichern Tiere in jeder Hinsicht unser Leben und es gibt zu den unterschiedlichen Jahreszeiten immer wieder tierische Erlebnisse verschiedenster Art in der unmittelbaren Umgebung.
    Zum Erhalt dieser Vielfalt werden neuerdings im Garten Laubhaufen angerichtet zum Überwintern, Laub das ich früher akribisch beseitigt habe. Eine alte Eiche, die wir früher gefällt hätten aufgrund der vielen Löcher im Stamm und dem schon fast morschen Zustand, bleibt weiterhin stehen zur Freude verschiedenstes Getier, welches in den entstandenen Baumhöhlen ihr Quartier einrichtet. Mein Mann füllt im Winterhalbjahr mit Hingabe die verschiedensten Vogelkästen im gesamten Grundstück. Es macht uns dann viel Freude, die Vogelschar zu beobachten.
    Ich wünsche Dir und dem MANN alles Gute und noch viele schöne sonnige Herbsttage!
    Herzlichst Ursula

    .

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    1. Liebe Ursula, schön sind auch Deine Tiergeschichten! Ich danke Dir vielmals dafür. Schade, konntest Du kein Foto Eures Bubis schicken – ich glaube, das ist schwierig bei den Kommentaren. Es gefällt mir sehr, wie Ihr Euch ums Tierwohl kümmert! Die Welt ist so reich an verschiedenen Arten – und doch ist die Vielfalt, wie wir wissen, in großer Gefahr. Da ist es wichtig, Sorge zu tragen, wie Ihr das macht. Einen Waschbären habe ich noch nie „live“ gesehen. Vermutlich hat es in der Schweiz nicht so viele wie in Deutschland. Ich habe schon gelesen, dass sie eine echte Plage werden können, dabei sind es, den Fotos nach, recht possierliche Tierchen. Blöd ist, wenn sie sich nicht zu benehmen wissen. Bei uns sagt man das von den Dachsen… Wir wünschen Euch beiden erfreuliche Novembertage. Man spürt, wie das Jahr zu Ende geht, man spürt die Melancholie der sterbenden Natur – und doch gibt es gerade dieses Jahr so viele sonnige, leuchtende, farbige Tage, dass es einem in der Seele vor Glück fast weh tut. Ganz liebe Grüsse an Euch zwei, Elisa 🍁🍂🍀🌾🍇🥀🥀😍😍

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