Wasser

Es ist unmöglich, zweimal in denselben Fluss zu springen. Auch wenn wir in dieselben Flüsse steigen, fließt immer anderes Wasser herbei. (Heraklit)

Foto Elisa: am Rheinfall, 11.8.22, trotz Wassermangel (2/3 weniger als sonst) noch immer imposant

In Träumen, Spiegeln und Wasser
trifft man den Himmel und die Erde (Weisheit aus China)

Den wahren Geschmack des Wassers
erkennt man in der Wüste. (Aus Israel)

Foto Elisa: am Rheinfall, 11.8.22

Der Römische Brunnen (Conrad Ferdinand Meyer, 1825-1898)
Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;
Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht.

Foto Denis Belli: Der Brunnen „Fontana dei Cavalli Marini“ in der Villa Borghese, der dem Dichter als Vorlage diente

Der Wassertropfen (Joachim Ringelnatz, 1883-1934)
Ein Wassertropfen fiel vom Himmel;
Es war ein ungezog’ner Lümmel.
Im Grase schlief ein dummer Hase,
Der Tropfen fiel auf seine Nase.
Der Hase dachte sich dabei,
Daß er jetzt totgeschossen sei.
Er sprang in seinem großen Schreck
Aus seinem sicheren Versteck.
Der Jägersmann stand an der Straße
Und schoß ihn wirklich in die Nase.

Foto Elisa: am Rheinfall, 11.8.22

Nichts auf der Welt ist so weich und nachgiebig wie das Wasser
Und doch bezwingt es das Harte und Starke (Laotse)

Das Wort ist wie Wasser, es wird immer einen Weg finden, um zum Meer zu gelangen, wo immer es auch entspringt, und wenn es tausend Jahre dauert, am Ende fließt es ins Meer. (Boualem Sansal, algerischer Schriftsteller, 1949) 

Foto Elisa: am Rheinfall, 11.8.22

Der Schnupfen (Christian Morgenstern, 1871-1914)
Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse,
auf dass er sich ein Opfer fasse
– und stürzt alsbald mit großem Grimm
auf einen Menschen namens Schrimm.
Paul Schrimm erwidert prompt: „Pitschü!“
und hat ihn drauf bis Montag früh.

Foto Elisa: am Rheinfall, 11.8.22

Im fließenden Wasser kann man
sein eigenes Bild nicht sehen,
wohl aber in ruhendem Wasser. (Laotse)

16 Kommentare zu „Wasser

    1. Ja, gäll, liebe Marion, er ist besonders tiefsinnig. Ich danke Dir für Deinen Kommentar. A propos Kommentar: ich bedauere, dass ich Dir in letzter Zeit keine Kommentare mehr schicken kann. Sie verschwinden einfach beim „Senden“. Könntest Du mich wieder neu genehmigen? Alles Liebe Dir, Elisa

      Gefällt 1 Person

  1. Liebe Elisa, wir sind nicht viel mehr als Wasser. Tolle Fotos und die passenden Texte dazu haben meine Gedanken zum Fließen gebracht. Muss an den armen Hasen denken… Ringelnatz hat eine besondere Klasse. Er hatte übrigens dieselbe Vorliebe für Kartoffeln mit Leberwurst wie ich. Aber das nur am Rande. Ich wünsche Dir eine gute Zeit und sende liebe Grüße zu Dir, Gisela

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Gisela, es freut mich, dass mein Beitrag Deine Gedanken zum Fliessen gebracht hat. Ich halte Ringelnatz ebenfalls als etwas Besonderes. Ja, die armen Hasen. Wohl nur die Dichter dürfen sie als dumm bezeichnen, denn sie sagen es mit viel Humor, wie auch der Schweizer Franz Hohler: „Es war einmal ein Fuchs, Der machte keinen Mucks. Er lag so still im Gras, Dass sich ein dummer Has, Zum Ausruhn auf ihn setzte. Das war dann auch das Letzte.“ Guten Appetit für die Kartoffeln mit Leberwurst! Ich liebe Kartoffeln mit Weichkäse. Danke Dir herzlich und liebe Grüsse, Elisa

      Gefällt 2 Personen

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