Von Moskitos und Ayurvedik – und von einer „nachhaltigen“ Ölsardine

Heute sind wir bei meinem zweitletzten Beitrag über Sri Lanka angelangt.

Zum Glück brauchen wir bei uns keine Moskito-Netze. Forts.:

Photo by Jimmy Chan on Pexels.com

Reiseleiter Asanga hat uns vor Moskitos gewarnt – merkwürdigerweise während der Wanderung durch den Schlangenwald. Zurück im Hotel, kontrollieren wir unseren Bungalow. Weil die Eingangstüre unten nicht dicht abschliesst, dort sogar eine Öffnung von etwa 6 cm klafft, bitten wir an der Rezeption um ein Moskitonetz. Nach langem Herumkramen bekommen wir schliesslich eins, als wir es jedoch über den Betten aufhängen, sehen wir, dass es überall grosse Löcher hat. So müssen wir uns auf das Insektenspray und unser Glück verlassen – was nicht das Schlechteste ist. Langsam aber sicher werden wir so richtig nachhaltig! Oder doch nicht??

Foto nl.Pinterest.com:
Schützt dieses Moskitonetz wirklich?

Nach einer Woche Besichtigungen habe ich mich am späten Sonntagnachmittag im angegliederten «Ayurveda Spa for Ladies and Gentlemen» zu einer entspannenden Behandlung angemeldet. Es hat nur eine einzige Angestellte im Spa. In einem offenen Raum massiert sie mich kräftig auf einem groben, harten Holztisch, auf dem lediglich ein kleines Frottiertuch liegt. Es fühlt sich komisch feucht und irgendwie fettig an. Vielleicht das Klima?

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Danach schickt sie mich in einen engen düsteren Raum. Dort steht ein grosser Holzbottich, auf dessen ölig glänzender Wasseroberfläche verschiedene nicht mehr sehr frische Kräuter schwimmen. Gehorsam steige ich in den Bottich und muss trotz drückender Aussentemperaturen einen Moment den Atem anhalten: Das Wasser ist ganz kalt. Als mir die Masseuse das gleiche Wasser auch noch literweise über den Kopf platschen lässt, wehre ich mich vehement. Da erklärt sie entschuldigend, dass im Hotel das warme Wasser ausgegangen sei. So harre ich eine Viertelstunde in der kalten, unappetitlichen Brühe aus, von Entspannung keine Spur. Von Kopf bis Fuss schlüpfrig wie eine Ölsardine, laufe ich zu unserem Bungalow zurück. Es dauert ziemlich lange, bis das ganze Öl weggeschrubbt ist. Zum Glück ist das Duschwasser im Bungalow richtig warm.  

Photo by Craig Adderley on Pexels.com

Zum Glück? Plötzlich wird mir klar, dass ich einem kleinen Schwindel aufgesessen bin. Weder Frottétuch noch Badewasser waren frisch, sondern an diesem Tag wohl schon öfters bei anderen Hotelgästen zum Einsatz gelangt. Auch eine Art Nachhaltigkeit… Doch selbst Touristen sind nicht blöd. Die Masseuse hat jeweils nur am Wochenende Hochbetrieb, wenn neue Gäste im Hotel eingetroffen sind. In der übrigen Zeit versucht sie unermüdlich, DEN MANN und mich in den Spa zu locken, Tag für Tag, wenn wir gemütlich am Swimming Pool sitzen. Die einheimische Bevölkerung erleben wir mehrheitlich als liebenswürdig und zurückhaltend, im Gegensatz zu dieser aufdringlichen Masseuse. Wenn sie gebückt und mit gekrümmtem Finger vor dem dunklen Spa-Pavillon steht und uns hereinwinkt, schaudert es mich. Keine zehn Pferde könnten mich nochmals dahin bringen.

Photo by Kanishka Ranasinghe on Pexels.com

Wer steht schon auf kalte, schmutzig-ölige Bäder? Auch wenn sie noch so nachhaltig und sparsam im Verbrauch sind? (Forts.folgt)

Photo by Kanishka Ranasinghe on Pexels.com

Elisa, 11.05.2021


8 Kommentare zu „Von Moskitos und Ayurvedik – und von einer „nachhaltigen“ Ölsardine

  1. Wie wundervoll!!!! Ach menno, ich will auch endlich wieder in URLAUB!!!!! 😦
    Danke wieder Mal für die wirklich eindrucksvollen „Bilder samt Eindrücken“!
    …..das hilft ein wenig über den Verlust hinweg! 🙂
    Herzliche Grüße Bea 😘

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    1. Das wünschte ich mir von Herzen für Dich! 🎁Die Zeit wird wieder kommen! Eine Freundin von mir ist gegenwärtig in Griechenland in den Ferien – es ist praktisch menschenleer. Wir müssen noch ein wenig Geduld haben. Inzwischen hoffe ich ganz fest, dass Du den schwierigen Alltag mit Träumen und entspannenden Gedanken überbrücken kannst. Danke vielmals und eine dicke Umarmung, Elisa 🎈🎈🎈🎪🎪🎨🎨

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  2. ohje…das ist wirklich ärgerlich mit der Massage. Da hatte ich auf den Philipinnen am Strand mehr Glück, als meine Schwester und ich spontan eine Massage buchten. Jeweils zwei Masseusen haben uns weichgeknetet und getrammelt….haha….es war einerseits fast furchterregend aber dann auch total spannend und ja…die waren professionell und nachher fühlten wir und fit und sprangen davon wie junge Geisslein….

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