Von Schlangen und Schildkröten – und von Tourist Helpers

Foto: http://www.fotografierenundmehr.de: Unwiderstehliche, rätselhafte Stimmung

Habt Ihr wieder Lust auf Sri Lanka und seine Besonderheiten? Hier die Forsetzung:

Forts.: Der folgende Tag sieht uns an einem schattigeren Ort. Dennoch ist unsere Wanderung bei dieser Luftfeuchtigkeit ebenfalls kräftezehrend. Wir keuchen durch ein trockenes Bachbett eine bewaldete Schlucht hinauf, um Mönchshöhlen und einen alten, einsamen Tempel zu besuchen. Der Schweiss fliesst in Strömen.

Beim Abstieg taucht wie bestellt ein Einheimischer an meiner Seite auf und führt mich schweigend, aber sicher zurück über das vertrackte, mit klobigen Steinen und Felsbrocken übersäte Bachbett hinab – er, der kein T-Shirt, nur ein Lendentuch und ganz leichte Sandälchen trägt. DER MANN sieht das nicht gerne. «Ich bin auch noch da,» schmollt er. «Der will sowieso nur Geld.» «Das gebe ich ihm gerne», lache ich, «er hat es verdient!»

Photo by RODNAE Productions on Pexels.com

«Hast du vergessen, wie dich erst kürzlich ein selbsternannter Führer vom Löwenfelsen hinunterbegleitet, äusserst geschickt von der Gruppe weggelotst und dich schlitzohrigen Händlern ausgeliefert hat? Die angeblich echte Korallenkette, ein «Schnäppchen» für 80 (!) Franken, sei aus billigstem Plastik, hat Asanga gesagt.» DER MANN ist mit Recht sauer: ich bin viel zu leichtgläubig.

Photo by David Frazer on Pexels.com

Auf einmal drängt uns Asanga, dem es sonst nie eilt. «Es wird Abend», mahnt er. «In diesem Wald hat es unzählige Giftschlangen, und um diese Zeit kriechen sie plötzlich überall hervor.» Hui, jetzt geben wir fünf Touristen aber Fersengeld! Völlig verschwitzt kommen wir im Hotel an.

Foto DER MANN: einheimisches Mädchen

Für unseren Aufenthalt haben wir ein naturnahes Hotel gewählt, das sich nachhaltigen Tourismus auf die Fahne geschrieben hat, der bei näherem Hinsehen allerdings etwas, sagen wir, ungewohnt ist. Dafür sind wir hier in einer echten Idylle.

Die Anlage liegt in einer sanften Talsenke und grenzt an einen stillen kleinen See. Wenn das Abendlicht über das Wasser streicht, schimmert das umliegende Grün samten im letzten warmen Sonnenglanz. Grosse Vögel schwingen sich lautlos in die Höhe. Um diese Tageszeit überstrahlt den Ort viel Frieden und Ruhe.

Foto DER MANN: Damm in der Nähe unseres Hotels

Auch in der Natur kommt der Tod unerwartet. Beim Abendspaziergang entdecken wir eine tote Riesenschildkröte. Was ist ihr zugestossen? Schildkröten, Symbol für langes Leben und Weisheit, werden doch uralt! Als wir am folgenden Abend nochmals hingehen, sehen wir nur noch eine Unzahl durchsichtiger Plättchen vom Panzer und ein kleines Halsrückgrat im Gras liegen. Sonst ist rein gar nichts mehr übrig. Waren das streunende Hunde, Vögel oder…??

Foto DER MANN: Was von der Schildkröte übrig bleibt

Wie auch immer: Die Natur ist nachhaltig. Sie verschwendet nichts.

Photo by Magda Ehlers on Pexels.com

Bleibt gesund und träumt Euch an einen schönen Ort. Die Forsetzung folgt in einer Woche.

Liebe Grüsse, Elisa
28.04.2021

7 Kommentare zu „Von Schlangen und Schildkröten – und von Tourist Helpers

  1. Du meine Güte! Man muss schon einen gewaltigen Hunger haben, um solch eine riesige Schildkröte zu fressen. War offensichtlich lecker. 🤔 Danke für den lesenswerten Reisebericht, liebe Elisa.

    Herzliche Grüße
    Gisela

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Elisa, wie schön hast Du wieder Deine Reiseerlebnisse geschildert und mit den passenden Fotos dargestellt! An die Schildkrötensuppe kann ich mich noch gut erinnern, es muss so in den 70iger Jahren gewesen sein als wir sie tatsächlich genossen haben. Die dazugehörigen kleinen Porzellansuppentässchen mit den abgebildeten Schildkröten habe ich sogar noch als Erinnerung aufbewahrt. Gut, dass die Schildkröten mittlerweile unter Naturschutz stehen und eine Verarbeitung derselben nicht mehr vorstellbar ist. So ändern sich die Zeiten.
    Eigentlich werden wir durch die Pandemie jetzt auch intensiv zum Nachdenken angeregt, ob es möglich sein wird den gegenwärtigen Lebensstil bzw. die aktuelle Lebensform so fortzusetzen. Ich denke, es wird sich noch einiges in dieser Richtung ergeben. Genießen wir trotz alledem nun erst einmal den schönen Mai und die erwachende Natur. Liebe Frühlingsgrüße schickt Ursula!

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