Von Zimt und Tempeln – und von Nachhaltigkeit

Foto Elisa: Gewürze aus Sri Lanka

Um den Pandemie-bedingten Einschränkungen etwas zu entrinnen, krame ich mit Vorliebe in früheren Reiseerinnerungen. Ich lasse Euch gerne teilhaben. Wie wär’s mit Sri Lanka? Seid Ihr dabei? Also denn:

Nach unserer Ankunft auf dem dortigen Flughafen fahren wir nachts beim bekannten Zimtkanal vorbei – einer Hinterlassenschaft aus der Hochblüte der holländischen Kolonialherrschaft. Mit ihren 100 km Länge führt die Wasserstrasse von Negombo nach Colombo, dann nach Puttalam. Negombo war zu jener Zeit ein bedeutender Handelsplatz, da der Zimtkanal dem Transport des beliebten Zimts und anderer Gewürze diente.

Trotz der überraschenden nächtlichen Geschäftigkeit auf dem daneben liegenden Strässchen sind die kleinen Buden der Händler nur spärlich beleuchtet, aber man kann das Lächeln, das in den dunklen Gesichtern mit den weissen Zähnen aufleuchtet, dennoch gut erkennen. Die Szene ist zauberhaft. Sie hat etwas Meditatives und zugleich Geheimnisvolles, Träumerisches. Ein wunderbarer Ferienstart!

Der Zimtkanal bei Negombo

Sri Lanka, die Gewürzinsel mit den weiten Teefeldern gefällt DEM MANN und mir auf Anhieb: Schöne Landschaften, liebenswürdige Menschen, viele, viele Elefanten, holprige, von hohen Palmen gesäumte Strassen, alte Kulturdenkmäler.

Unsere erste Woche ist Tagesbesichtigungen gewidmet – in einer bloss 5köpfigen Reisegruppe, was ideal ist. Geführt wird sie durch Asanga, einen weisen, unkonventionellen Mann.

Foto Elisa: Die buddhistischen Höhlen von Dambulla

Unser einfaches Hotel liegt in der Nähe von Dambulla. Dambulla ist berühmt für das größte Rosenquarz-Vorkommen in Südasien und den Eisenholz-Wald, besonders aber für seine buddhistischen Höhlentempel, die das Leben Buddhas erzählen.

Die Höhlen in Dambulla sind ein Kunstwerk sondergleichen: Sogar die Decken und Wände sind bemalt,

Seitdem sich eine australische Touristin einem der Buddhas für ein Foto auf den Schoss gesetzt hat, ist Fotografieren verboten. Buddhastatuen gelten als heilig, weder darf man sie berühren, noch ihnen den Rücken zukehren. Man entfernt sich, indem man rückwärts weggeht. Heute, am ersten Besichtigungstag, sind wir eigens wegen der fantastischen Höhlen da, in denen wir 153 grosse und kleine, bunt bemalte Buddhas und farbenfrohe Wand- und Deckenmalereien bestaunen können, die knapp vorchristlich entstanden sind. Wegen der Pfützen auf dem Höhlenboden sind unsere Socken bald durchnässt und schmutzig. Wir vergessen aber bald, dass es draussen regnet. Besonders beeindruckt uns in der ersten der fünf Höhlen der 15m lange, liegende Buddha – die in Stein gemeisselte Ruhe. Kein Wunder, soll die Statue doch den Übergang Buddhas ins Nirwana darstellen.

Eine der farbig bemalten Buddha-Statuen in Dambulla

Im Gewürzgarten am nächsten Tag werden uns sämtliche einheimischen Gewürze gezeigt, auch wie sie wachsen. Bisher war mir unbekannt, dass unsere Zimtstengel von der Rinde des Zimtbaumes stammen und darum gerollt zu uns kommen. Jetzt weiss ich auch, warum es verschiedenfarbige Pfefferkörner gibt: grün=unreif, rot=reif und sehr scharf, weiss=roter Pfeffer ohne Häutchen, schwarz=verdorrt und trotzdem gut. Muskatnüsse haben ebenfalls eine rote Haut, die aber separat gemahlen und verwendet wird. Kokainblätter sehen ganz harmlos aus. Curryblätter wirken zierlich im Vergleich zu den länglichen, fleischigen Blättern und Kapseln des Vanillestrauches, der eine Orchideen-Gattung ist. Aus den grünen, dann fermentierten Kapselfrüchten werden die schwarzen Vanilleschoten gewonnen, die bei uns so begehrt sind.

Im Gewürzgarten: So gewinnt man Kautschuk, nur die Rinde einschneiden

Die anschliessende 20minütige, ayurvedische Arm-/Genick-/Schulter-Massage sowie der Gewürztee sind das Tüpfelchen auf dem I unseres Rundgangs. So richtig zum Beneiden, oder nicht?

Foto vom MANN: Ich werde mit Tee und Massage verwöhnt
Foto: AP_1_t715: Eichenholzbaum Hochstamm

Das war’s für heute, Fortsetzung folgt.

Bis zum nächsten Mal mit lieben Grüssen, Elisa

06.04.2021

9 Kommentare zu „Von Zimt und Tempeln – und von Nachhaltigkeit

  1. Liebe Elisa,
    Dein Reisebericht gefällt mir sehr. Mir ist aufgefallen, dass wir beide sehr unterschiedliche Sichtweisen auf die Dinge haben. Du siehst meist das Wunderschöne, wie z. B. die Umgebung, die es tatsächlich ist und die freundlichen Menschen. Deine Reisen sind tatsächlich beneidenswert für jemanden, der gerne reist.
    Da fühle ich mich ‚außerirdisch‘ und fremd. Ich sah auf dem Foto nur die Elendshütten rings am Ufer und dagegen die prunkvolle Buddha-Höhle mit den eindrucksvollen Statuen darin. Für mich sind es Götter aus Stein. Diesen Ort würde ich meiden und niemals besuchen. Genauso verrückt bin ich in punkto Massagen. Mein Sohn schenkte mir einmal eine solche. Da ich mich nicht anfassen lasse, auch nicht zum Massieren, habe ich ihm das Geschenk zurückgegeben. Ich denke, dass ich in vielen Dingen wirklich seltsam bin.
    Auf jeden Fall ist Dein Reisebericht sehr interessant. Mir hat besonders der Bericht über den Gewürzgarten gefallen. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

    Herzliche Grüße
    Gisela

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    1. Liebe Gisela, herzlichen Dank für Deinen spannenden Kommentar. Es ist für mich ein grosser Reichtum, dass jeder Mensch seine ganz persönliche Art besitzt. Dadurch können wir voneinander viel lernen. Ich mag Deine grossartigen Gedichte sehr. Ich spüre beim Lesen Dein reiches Innenleben. Mir hat es im Leben viel geholfen, immer nach dem Schönen Ausschau zu halten. Deinen ausgewählten Bildern, die immer ausgezeichnet zu Deinen Texten passen, sieht man an, dass auch Du einen grossen Schönheitssinn hast. Im Gegensatz zu mir bist Du aber wahrscheinlich introvertiert wie DER MANN und meine beste (längst verstorbene) Freundin. Als kontaktfreudiger Mensch schätze ich die Seelentiefe introvertierter Menschen ganz besonders. Alles Liebe, Elisa💛

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      1. Du hast recht, wenn Du sagst, ich sei introvertiert. Das stimmt. Ich bin ein Einzelgänger und habe nur wenige Freunde. Außerdem fühle ich mich unter vielen Menschen nicht wohl und bin froh, wieder alleine zu sein. Mein Blick geht meist nach innen, wobei ich die äußeren Dinge nicht außer Acht lasse. DER MANN ist ebenfalls introvertiert, begleitet Dich aber trotzdem. Das ist ein großer Liebesbeweis. 💕
        Danke für Deine Antwort. Ich denke, wir müssen alle erstmal im Außen schauen. Irgendwann werden wir feststellen, dass es uns nichts mehr geben kann. Dann schaut man ’nach innen‘.
        Schön, dass es Dich gibt! Ganz liebe Grüße.

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      2. Liebe Gisela, ich freue mich ebenfalls, dass es Dich gibt! Du hast schon in Deiner Kindheit so viel Schweres erleben müssen und bist oft von Menschen enttäuscht worden, dass ich gut verstehen kann, dass es Dir besser geht, wenn Du nur mit wenigen Freunden zusammen bist. Ich denke, dass Deine innere Schönheit zudem viel Ruhe braucht, um sich auszudrücken. Übrigens: DER MANN lebt gerne mit mir und ich mit ihm. Wir ergänzen uns gut. Ein schönes Wochenende und viel Liebes, Elisa 🙋‍♀️

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  2. Sehr interessant, spannend und lehrreich, liebe Elisa. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, denn es ist fast, wie Mitreisen! 🙂 Viele liebe Grüße aus dem wieder in den Winter zurückgefallenen Düsseldorf…. ❄🌡⛄⛸🧣 🙋🏻‍♀️ Bea

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  3. Liebe Bea, danke Dir vielmals für Deinen Kommentar, der mich sehr freut. Bei uns ist ebenfalls wieder Winter geworden. Schade für die vielen Blümlein! Da hilft nur Träumen. Zum Glück schmilzt der Schnee tagsüber jeweils wieder, und morgen soll es wärmer werden. Ich umarme Dich herzlich, Elisa 🍓🍒🌹🌹🌻

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  4. Ein schöner Reisebericht und ich werde ihn zum Anlass nehmen mein Reisealbum von Srilanka hervorzuholen und darin Erinnerungen wahr werden zu lassen. Wie Du kann ich mich für alles Schöne, Friedliche und Harmonische – ob in Bezug auf Natur oder Menschen – begeistern und daraus schöpfen. Was mir spontan einfällt, sind auch die freundlichen Menschen mit dem warmen Lächeln, trotz der aus unserer Sicht ärmlichen Verhältnisse wirkten sie auf mich zufrieden und mit sich im Reinen. Waren die kleinen Tempelchen in den Gärten nicht bezaubernd und dorthin brachten die Frauen schon früh am Morgen, bevor sie selbst die ersten Speisen zu sich nahmen, ihre Gaben: kleine Reisportionen geschmückt mit Blüten und Obststückchen – um ihre Götter zu huldigen. Ich fand es beeindruckend. Auch die Massagen habe ich genossen und sie haben nach den Besichtigungen gut getan. Das Foto von Dir finde ich übrigens sehr schön, es zeigt, wie gut Du in Deiner netten Art auf Menschen zugehen kannst und schnell Freunde gewinnst.
    Wichtig war und ist es für mich auf Reisen in fremde Länder auch immer, viel über die Lebensverhältnisse der Menschen vor Ort zu erfahren und ich bin mir sicher, schon einige Reiseleiter fast überfordert zu haben mit meinen zahlreichen Fragen. So rundet sich das Bild letzendlich ab.
    Mit vielen lieben Grüßen und immer noch neugierig verbleibt Ursula

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    1. Liebe Ursula,
      Es freut mich sehr, immer wieder festzustellen, wie gleich wir in vielen Dingen sind! Wie Du, schere ich gerne ein wenig aus und befasse mich mit den Menschen eines fremden Landes, es gibt so viel Schönes, so vieles, über das man staunen und an dem man sich begeistern kann, gelt. Das tut der Seele wohl. Am liebsten würde ich ein Land allein entdecken, aber da ich leider ein (inzwischen alter) Hasenfuss bin, ist das heutzutage unmöglich. Mit DEM MANN zusammen ist es natürlich schön. In einer Gruppe lernt man mehr, doch muss diese für mich dann klein sein! In meinen jungen Jahren habe ich alleine immer die schönsten Erlebnisse gehabt. Es gibt auf dieser Welt unglaublich viele wohltuende Menschen. Du gehörst auch dazu. Ich danke Dir herzlich für Deine lieben Zeilen. Es ist toll, dass Du wegen meines Textes Dein Reisealbum hervorgeholt hast. Das ist genau das, was ich bei meinen Leserinnen/Lesern auslösen möchte. Ganz liebe Grüsse und eine herzliche Umarmung, Elisa

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