Granatäpfel

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Bestimmt kennt Ihr die Granatäpfel, deren Kerne und Säfte in den letzten Jahren bei uns im Supermarkt oder auf dem Speisezettel ihre feuerrote Aufwartung machen. Mögt Ihr sie? Wenn nicht, wäre das schade.

Habt Ihr gewusst, wie gesund der reine Saft ist? Da ist die Rede von ausgezeichneten Inhaltsstoffen, wie z.B. zahlreichen Vitaminen, Mineralstoffen, ausserdem Polyphenolen, denen allgemein eine antioxidative Wirkung zugeschrieben wird. Verbreitet ist gar die Behauptung, Fruchtfleisch und Saft des Granatapfels könnten erhöhten Blutdruck senken und infolgedessen vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen; ausserdem würden Brustkrebszellen um 80% verringert und Leukämiezellen richtiggehend gehemmt. Amerikas Werbeindustrie lässt grüssen! Fraglos soll durch übertriebene Versprechungen in unserer auf Fitness versessenen Gesellschaft ein weiteres verheissungsvolles Trendprodukt den Markt erobern. Werbung hin oder her – lassen wir uns den Genuss keinesfalls verderben. Gesund sind Granatäpfel zweifellos, jedoch wohl kaum das angepriesene Allheil-Wundermittel.

In Tiflis habe ich in einer Kunsthandlung zwei echte kleine Granatäpfel erstanden, die golden eingefärbt sind (siehe folgendes Foto). Seither hat mich die Frucht zu interessieren begonnen. Auf dem beigelegten Kärtchen stehen lediglich Stichworte zu ihrer überlieferten Bedeutung:

  • Fruchtbarkeitssymbol, Fülle, Wiedergeburt, Unsterblichkeit, Liebe und Ehe
  • Die Paradiesfrucht, der Augapfel, die Äpfel der Unsterblichkeit
  • Die Kelchblätter des Granatapfels dienten als Prototyp für die Königliche Krone

Ich wollte es genauer wissen und habe im Internet nachgeschaut. Tatsächlich scheint ziemlich sicher, dass, als Eva und Adam die verbotene Frucht im Garten Eden assen, diese kein Apfel war, wie wir ihn kennen, sondern höchstwahrscheinlich ein Granatapfel vom Baum des Lebens und der Erkenntnis von Gut und Böse. Hier wäre nun wirklich ein Grund, der für seinen Verzehr spricht…

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Wo wächst der Granatapfel im 21. Jahrhundert? Offenbar überwiegend in Asien und im Mittelmeerraum. Die größten Anbaugebiete befinden sich in Afghanistan, Spanien, Italien, Israel und im Iran, man pflanzt sie ausserdem auf den Kanaren sowie auf Zypern und Madeira an – und wohl nicht zuletzt in Georgien.

Aufgrund seiner mannigfaltigen geschichtlichen Wurzeln lässt sich sein wahrer Ursprung nicht schlüssig herausfinden. Man nimmt aber an, dass seine Herkunft in Asien liegt. Granatäpfel (bestimmt inzwischen völlig verschrumpelt) wurden sogar in der Grabkammer eines hohen ägyptischen Beamten aus der Zeit von Ramses IV. (ca. 1145 vor Chr.) gefunden, dem sie als «Wegzehrung» mitgegeben worden waren! Vor meinem geistigen Auge ziehen Händler mit ihren Karawanen des Wegs und bringen die begehrten Äpfel aus Asien zu den Pharaonen, hoch zu Kamel durch ockerfarbene Sanddünen, nachdem sie weite Meere und breite Flüsse überwunden haben.

Der Granatapfel ist eine uralte Frucht mit grosser kulturell-religiöser Bedeutung. Historisch gesehen machte er bereits vor mehreren tausend Jahren auf sich aufmerksam. Wegen der zahlreichen Samenkerne gilt er als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit, jedoch auch für Macht, Blut und Tod. Im Christentum kennt man ihn als Symbol von Herrschaft und Macht, dargestellt im Reichsapfel in Form einer Weltkugel mit aufgesetztem Kreuz.

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In der griechischen und persischen Mythologie hielt man den Granatapfel ebenfalls für ein Symbol von Fruchtbarkeit, Schönheit und ewigem Leben. Warum also nicht öfters ein Gläschen Granatapfelsaft trinken oder die feuerroten Kerne aufs Birchermüesli streuen? Zumindest der Schönheit zuliebe würde sich das lohnen…

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Elisabeth, 26.11.2019

10 Kommentare zu „Granatäpfel

  1. Interessant, was Du uns alles über diese exotische Frucht erzählst. Du lenkst meine Aufmerksamkeit darauf und ich werde nun bewußt darauf achten, sie auch zu erwerben und zu verzehren. Bislang war sie nur eine Frucht unter vielen, gerne auch als Deko auf einem Büffett verwendet- aber wenn ich ehrlich bin, für mich nicht unbedingt so sehr begehrlich. Das werde ich ändern und dabei an Deine schöne Geschichte denken! Liebe Grüße Ursula

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  2. Es ist sehr interessant. Ich gehe oft an Granatäpfeln vorbei. Die sind so umständlich zu schälen. Allerdings mache ich mir selten Gedanken über die Geschichte / Herkunft / Bedeutung unseres Essens. Dabei macht es Spaß , so etwas zu erfahren und eine simple Frucht mit anderen Augen zu sehen. Liebe Grüße ❤️

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    1. Liebe Ursula, Herzlichen Dank für Deinen Beitrag. Es freut mich, wenn Du die Granatäpfel auch für Dich entdeckst. Die Kerne lassen sich sogar auf den Salat streuen. Ich habe gerade die Erfahrung gemacht, dass sie, schonend getrocknet, ebenfalls sehr gut schmecken. Ein schönes Wochenende und liebe Grüsse, Elisa

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    2. Liebe Anna, vielen Dank für Deine Zeilen! Wissen macht das Leben ohnehin interessanter, und Wissen gibt es überall auf der Welt, milliardenfach, faszinierend, herausfordernd. Bei uns in der Schweiz können wir frische, herausgepuhlte Granatäpfel-KERNE im Supermarkt in einem kleinen Becher kaufen. Dann hat man nicht viel Arbeit damit. Ist dies bei Euch auch möglich? Liebe Grüsse, Elisa

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      1. Es gibt bestimmt fertige Packungen mit Kernen- wir verzichten allerdings auf ziemlich vieles, was im Plastik & in der Verpackung ist . Das macht das leben zwar schwierig ( etwas mehr Arbeit in der Küche ) und hart ( keine Chips für Kids aus dem supermarket … manchmal sehr hart ) , aber wir sind damit glücklich und glauben, was kleines für die Umwelt zu tun. Da hilft nur eins : schöne Früchte zu suchen und geduldig Kerne pullen 😉 liebe Grüße in die Schweiz 🇨🇭, Anna

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      2. Da hast Du natürlich Recht, liebe Anna! Daran habe ich im Moment gar nicht gedacht. Es ist leider mit vielen Dingen im Supermarkt ein Problem, auch mit den Beeren. Besser ist es, man pflückt sie selbst beim Bauern, was bei Granatapfelkernen natürlich nicht geht. Liebe Grüsse, Elisa

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      3. Genau. Meine Tochter Lea liebt Beeren. Wenn unsere Sträucher leer sind ( was bei drei Kindern und viel Besuch sehr schnell geht ) ist sie schon sehr traurig , aber handelt sehr umweltbewusst – das freut uns . Die Kinder passen inzwischen mehr auf als wir . Wenn wir eine Ausnahme machen möchten mit z.B. Chips sind sie erstmal Feuer und Flamme und dann bekommen wir erst zu hören „ die Tüte ist voll Plastik, das können wir nicht machen für den Planeten …“😅

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