Von Fröschen und Menschen

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Eines Tages verliessen die beiden Frösche Franz und Fritz ihren Tümpel, um die weite Welt zu erforschen. Sie hüpften fröhlich quakend durch die Gegend und kamen zu einem Bauernhof. Vor dem Stall stand ein grosser Eimer. „Was ist wohl da drin?“ wunderte sich Frosch Fritz. „Schauen wir mal nach,“ schlug Frosch Franz vor. Gesagt, getan. Sie nahmen Anlauf und – hoppla! – landeten in einem Eimer, der bis zum Rand mit Milch gefüllt war. Da die Milch dick und cremig war, begann sie ihre Nasenlöcher zu verstopfen. Was tun? Die Weibchen herbei zu quaken, würde kaum helfen, obwohl Weibchen sehr oft Rat wissen, aber es war zu befürchten, dass sie mit leichter Hysterie auf die Situation reagieren würden. „Schwimmen, wir müssen schwimmen,“ schnarrte heiser Frosch Franz. Sein Freund gehorchte. Also begannen sie zu paddeln, zu paddeln… Sie paddelten im engen Rund, bis sie sehr müde wurden. Da seufzte Frosch Fritz: „Ich kann nicht mehr, ich gebe auf. Adieu.“ Mit schweren Schenkeln liess er sich fallen und sank auf den Grund des Eimers. Das war das verfrühte und unrühmliche Ende von Fritz. Nicht so Franz, der sich nicht entmutigen liess: In stillem Eifer schwamm er weiter, immer im Kreis, die ganze Nacht hindurch. Am andern Morgen, als die Sonne eben ihre ersten Strahlen über den Bauernhof sandte, sass Frosch Franz auf einem goldenen Butterberg und konnte bequem aus dem Eimer hüpfen. Wie schön für die Froschweibchen in seinem Tümpel!

Es gehört leider zum Leben, dass wir auf Schwierigkeiten stossen oder gar eine Krise durchzustehen haben. Dann braucht es Kreativität und vor allem Durchhaltewillen. Für eine solche Episode wünsche ich Euch von Herzen eine nie versiegende Ausdauer und genügend Kraft. Denkt dabei an den «goldenen Butterberg» bei Sonnenaufgang!

Elisabeth, 8. Mai 2019

12 Kommentare zu „Von Fröschen und Menschen

  1. Leider ist man oft viel zu müde vom Strampeln & Paddeln im Alltag, um an schönes zu denken. Mir geht es so, dass ich erst in einem ruhigen Moment nachdenke, wie schön und lebenswert das leben ist, Neugier und Neues entdecken, gesund sein …aber erst muss ich mich auspowern, um zum Butterberg zu kommen.

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  2. Zurück gekommen aus dem Elsass las ich Deine Geschichte mit viel Freude! Sie bestärkt mich im Glauben, das Optimismus immer der richtige Weg ist und Aufgeben berhaupt keine Option sein darf. So kämpfen und paddeln wir weiter wie Frosch Franz, so lang die Kraft dafür reicht. Liebe Grüße Ursula

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    1. Liebe Ursula, Willkommen im Klub der Frösche! Dein Kommentar freut mich sehr. Du bringst es auf den Punkt: „so lang die Kraft dafür reicht.“ Wie unvergleichlich schwieriger es wird, wenn man nicht mehr optimistisch sein kann oder will, sehe ich mit Trauer bei meiner schwerkranken Schwester. Sie sieht nur noch schwarz und ist so unglücklich, dass es ins Herz schneidet. Ganz liebe Grüsse, Elisabeth

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